Hingucker: Der Lotus Seven S1, Baujahr 1957, von Richard Allan Hall aus Alzey, war das ältestes Fahrzeug im Wettbewerb. - © Torsten wegener
Hingucker: Der Lotus Seven S1, Baujahr 1957, von Richard Allan Hall aus Alzey, war das ältestes Fahrzeug im Wettbewerb. | © Torsten wegener

Höxter Motorsport: Weser-Bergpreis wird zum Publikumsmagnet

Die Veranstaltung zwischen Ottbergen und Bosseborn hat sich etabliert

Torsten Wegener

Ottbergen. Benzin in der Luft, Gummi auf dem Asphalt: Es ist Bergrennen. Motorsportfans und Liebhaber historischer Sportwagen kamen an die Strecke zwischen Ottbergen und Bosseborn zum Weser-Bergpreis "Revival". Entweder sie erklommen als Aktive mit ihren teilweise sehr historischen Rennwagen den Gipfel oder sie pilgerten über Felder und Wiesen und säumten als Zuschauer die 3,3 Kilometer lange Strecke hinauf zum Scheelenberg bei Bosseborn. 140 Anmeldungen sprechen eine eindeutige Sprache. Das Revival des Weser-Bergpreises ist wieder ein fester Bestandteil der Bergpreis-Szene in Deutschland und erfreut sich großer Beliebtheit unter Fahrern und Fans in Deutschland. Das sechste Mal nach dem Comeback zählte die Uhr im Startbereich auf Null und das Fauchen der Motoren erklang. Auch das viele Rennserien mittlerweile den Weser-Bergpreis in ihren Rennkalender mit aufgenommen haben, ist ein Indiz für die Beliebtheit. "Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung. Die hohe Zahl der Nennungen zeigt uns, dass wir in den letzten Jahren wohl einiges richtig gemacht haben", sagte Organisationsleiter Heiner Ahrens. Dabei fing die Veranstaltung in diesem Jahr gar nicht gut an. Als am Freitagabend bereits viele Teilnehmer anreisten, setzte auch ein Starkregen ein. Kabel auf dem Campingareal wurden nass und auch bei den Parkplätzen musste improvisiert werden. "Eigentlich hatten wir ein Feld dafür vorgesehen. Doch der Boden ist so tief geworden, das wir darauf niemanden parken lassen konnten", berichtete Arens. So musste Samstagmorgen noch eine neue Parkfläche ausgewiesen werden. Doch auch das bekamen die Veranstalter hin. Die Bewirtung entlang der Rennstrecke vergaben die Initiatoren traditionell an Vereine, damit möglichst viele auch von der Veranstaltung profitieren. Auch Hoteliers freuen sich, denn nicht jeder Rennsportler und dessen Anhang übernachten in einem Campingwagen. Für die Zuschauer ist es Motorsport zum Anfassen. Das Fahrerlager liegt mitten in Ottbergen. Das Publikum kann den Piloten über die Schulter schauen und mit ihnen fachsimpeln. Die vielen unterschiedlichen Autos, die unmittelbare Nähe zur Strecke und der Flair, den Fahrern und den Rennwagen im Fahrerlager so nah kommen zu können, hätte sie bewogen das dritte Jahr in Folge herzukommen, sagte ein Ehepaar aus Calden, kurz bevor es mit dem Shuttlebus an einen markanten Kurvenabschnitt fuhr. Ein Service, den viele Zuschauer in Anspruch nahmen. Zu sehen gab es seriennahe Wagen bis zu reinen Sportrennern, die durch 15 Kurven den Berg hinauf düsten. Die Wagen sind im Schnitt 30 bis 40 Jahre alt. Das älteste Baujahr hatte der Lotus Seven S1 von Richard Allan Hall, der 1957 gebaut wurde. "Wir sind zum ersten Mal hier und sind begeistert von den vielen historischen Fahrzeugen", sagten zwei Zuschauer, die aus Minden kamen. Der Weser-Bergpreis ist eine Gleichmäßigkeitsprüfung für Young- und Oldtimerfahrzeuge in verschiedenen Wertungsklassen. Nach dem Training am Samstag mussten die Fahrer am Sonntag in drei Wertungsläufen eine vorgegebene Zeit erreichen. Wer die geringste Abweichung hat, gewinnt. Über die ganze Strecke und im Fahrerlager gab es Lautsprecher, so dass wirklich alle Zuschauer auch die Informationen von Moderator Tobias Mehler hören konnte. 17 Streckenposten sicherten die Strecke unter der Leitung von Wolfgang Fritzensmeier. Die Fahrtleitung übernahmen Fahrtleiter Wolfgang Rosteck und Peter Rother. Ein ohrenbetäubendes Highlight, gerade für die jüngeren Zuschauern, war das Sonderprogramm der Drifter Thomas Grosse, Marco Sammler und Jaap Bosma, die mit 600 PS unter Haube und viel Übersteuerung nach jedem Training und Wertungslauf durch die Kurven drifteten.

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