Die Flüchtlingsunterkunft Warburg-Dössel. - © Jens Reddeker
Die Flüchtlingsunterkunft Warburg-Dössel. | © Jens Reddeker

Warburg Vorwürfe: Polizeieinsatz gegen Flüchtlingsfamilie in Warburg ist eskaliert

Es soll zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und drei Polizeibeamten gekommen sein

Simone Flörke

Warburg. Bei einem Polizeieinsatz am 9. März in der Flüchtlingsunterkunft Warburg-Dössel soll es zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und drei Polizeibeamten gekommen sein. Das soll ein Handyvideo zeigen, das dem WDR zugespielt worden ist. Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, in dem die Vorwürfe geprüft werden. Polizeilich sind die Ermittlungen auf das Polizeipräsidium Bielefeld übertragen worden. Landrat Friedhelm Spieker als oberster Polizeichef des Kreises bestätigte bei einer Pressekonferenz den im Raume stehenden Vorwurf von „Handgreiflichkeiten und verbalen Entgleisungen" gegen die drei Beamten. Und auch, dass er am Freitagmorgen dienstrechtliche Verfahren gegen die drei am Einsatz beteiligten Polizisten eröffnet habe, die derzeit allerdings ausgesetzt seien, so lange die Staatsanwaltschaft Paderborn ermittle. Die drei Beamten seien derzeit im Dienst. Die Kreispolizeibehörde hat alle polizeilich strafrechtlichen Ermittlungsakten an das Polizeipräsidium Bielefeld abgegeben, „um eine neutrale Situation zu schaffen", erklärte Spieker. "Nicht akzeptabel" Innenminister Ralf Jäger äußert sich gegenüber der NW bereits zu dem Vorfall: „Die in dem Video dokumentierten verbalen Entgleisungen sind nicht akzeptabel." Es sei die Aufgabe jedes Polizisten der NRW-Polizei auch in problematischen Einsatzsituationen stets die Lage und sich selbst im Griff zu haben. "Darauf müssen die Menschen sich verlassen können." Es sei eine richtige Entscheidung, das Verhalten der Polizisten von neutralen Stellen überprüfen zu lassen. "Es wird nichts unter den Teppich gekehrt." Laut Staatsanwaltschaft Paderborn und Polizei Bielefeld habe die Stadt Warburg die Polizei Höxter am 9. März um Unterstützung gegeben, da es bei einem Umzug von Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft Warburg-Dössel Probleme gegeben haben soll. Demnach sollte eine Syrerin und alleinerziehende Mutter von drei Kindern zwangsweise in eine andere Unterkunft gebracht werden, weil sie in der Unterkunft sexuell belästigt worden sein soll. Die Polizisten sollten "weitere Zwischenfälle" bei dem Umzug verhindern. Dabei soll es zu Auseinandersetzungen gekommen sein. In dem Videomaterial ist zu sehen und zu hören, wie ein Polizist der syrischen Flüchtlingsfrau mit den Worten droht: "Wenn sie nicht mitkommt, leg ich sie in Ketten und zerre sie raus. Ist mir scheißegal. Ich habe keine Zeit und keine Lust. Ich bin auch nicht ihr Freund (...) ist mir auch scheißegal ob da ein Kind ist, das packe ich auch in Ketten." Kurz darauf wird die Familie mit Zwang in den Polizeiwagen gezerrt. Zu dem ist zu sehen, dass ein Polizeibeamter den zwölfjährigen Sohn festhält und ein anderer die Mutter zu Boden stößt. nw.de berichtet weiter.

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