Kümmern sich: Das Team vom neuen Information Point mit Peter Happe (v. l.), Stefanie Mönnekes, Moutaz Bouzaljidi und Helena Knaus. - © Simone Flörke
Kümmern sich: Das Team vom neuen Information Point mit Peter Happe (v. l.), Stefanie Mönnekes, Moutaz Bouzaljidi und Helena Knaus. | © Simone Flörke

Höxter Neuer Integration Point bündelt Beratungsangebote

Arbeitsagentur, Jobcenter und Kreis eröffnen den "Integration Point" an der Uferstraße in Höxter für Belange und Fragen rund um das Thema Flüchtlinge

Simone Flörke

Höxter. Das Symbol der kleinen Strichmännchen in verschiedenen Farben, die sich um die Weltkugel scharen, heißt sie willkommen und hat einen hohen Wiedererkennungswert: Der "Integration Point" für den gesamten Kreis Höxter an der Uferstraße 2 in Höxter (gegenüber Bahnhof; Eingang rechts vom Postgebäude) ist eröffnet. Dort kooperieren Arbeitsagentur, Jobcenter und Kreis in einer gemeinsamen Anlauf- und Beratungsstelle für Flüchtlinge unter einem Dach. Derzeit sind es vier Mitarbeiter auf rund 300 Quadratmeter in dem Bürogebäude, wo einst die Berufsberatung war. Eingerichtet sind zehn Arbeitsplätze. Man wolle dort Ansprechpartner sein für all die Flüchtlinge und Asylsuchenden, die eine hohe Bleibewahrscheinlichkeit hätten. Und natürlich für interessierte Arbeitgeber, für Ehrenamtliche und Organisationen aus der Flüchtlingsarbeit. Es gehe um die kurzen Wege und die schnelle Vernetzung, sagte Rüdiger Matisz, Chef der Arbeitsagentur fürs Hochstift, bei der Vorstellung des neuen Angebotes. Rund 2.900 Flüchtlinge leben derzeit im Kreis Höxter - in den vergangenen Wochen haben sich drei Herkunftsländer herauskristallisiert: Syrien, der Irak und Afghanistan. NRW sei mit der Einrichtung dieser Integration Points bundesweit Vorreiter, erklärte Martin Schoppmeier als Geschäftsführer Leiter des Jobcenters Kreis Höxter. Dieses ist für die Zuwanderer zuständig, sobald sie einen Anerkennungsstatus bekommen haben. Zuvor ist die Agentur für Arbeit federführende Behörde. Damit die Wege kurz und die Abläufe schnell zu koordinieren sind, ist auch der Kreis mit dem Ausländeramt und dem Kommunalen Integrationszentrum (ab 3. März Sprechstunden dort) im Boot, erklärte Landrat Friedhelm Spieker. Die Beschleunigung des Verfahrens für die ins Land kommenden Menschen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, denn von den 2.900 Menschen hätten 70 Prozent noch nicht einmal einen Asylantrag gestellt. Nur rund 50 Prozent der zugewiesenen Flüchtlinge hätten Bleiberecht. Und rund 80 Prozent seien derzeit von ihrer Ausbildung her noch nicht in den deutschen Arbeitsmarkt vermittelbar. Für 2016 stehen spezielle Sprach- und Fördermaßnahmen zur Verfügung, die man nun mit motivierten Flüchtlingen besetzen möchte, erklärte Schoppmeier. Der Kreis Höxter will - wie auch der Kreis Paderborn schon - bei der Registrierung mithelfen, und hat dem zuständigen Bundesamt seine Hilfe dabei eingeboten. Um Verfahren zu beschleunigen. "Die Flüchtlingswelle erfordert es, neue Wege zu gehen", sagte der Landrat. Deshalb wolle man Manpower und Geld gezielt einsetzen für all diejenigen, die sich zu Recht auf das Asylrecht berufen würden, sagte Spieker. Zwei Faktoren seien für eine schnelle Integration maßgeblich: "Das Lernen der deutschen Sprache und dass sie nicht in der sozialen Hängematte liegenbleiben, sondern möglichst schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden." Die drei Partner sehen sich hier als Dienstleister, die eine Beratung aus einer Hand anbieten und die behördlichen Zuständigkeiten an einer Stelle bündeln. Auch mit den Ehrenamtlichen und den Migrationsinstitutionen in der Region solle die Zusammenarbeit über den Integration Point vertieft werden. Zudem will man interessierte Arbeitgeber - es gibt rund 50 Anfragen beispielsweise für Praktikanten - und potenzielle Kandidaten für einen Job oder Ausbildungsplatz auf diesem Wege zusammenbringen. Vorrang, und das betonen die Partner unisono, hätten auf dem Arbeitsmarkt jedoch weiterhin deutsche und EU-Bürger. Geöffnet ist der Integration Point montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr für Beratungen. Bei größeren Gruppen wird um eine vorherige Absprache gebeten: E-Mail: Hoexter.Integrationpoint@arbeitsagentur.de.

realisiert durch evolver group