Durch den Betrieb in Ottbergen: Azubi Edwin Gertner (v. l.), Meister Bernd Wennemann und Firmeninhaber Josef Ahrens zeigen den Gästen Christian Haase (MdB), Martin Schoppmeier (Jobcenter Kreis Höxter), Verena Homburg (Leiterin der Arbeitsagentur-Geschäftsstelle) und Hubertus Fehring (MdL) den Familienbetrieb. - © Fotos: Carmen Pförtner
Durch den Betrieb in Ottbergen: Azubi Edwin Gertner (v. l.), Meister Bernd Wennemann und Firmeninhaber Josef Ahrens zeigen den Gästen Christian Haase (MdB), Martin Schoppmeier (Jobcenter Kreis Höxter), Verena Homburg (Leiterin der Arbeitsagentur-Geschäftsstelle) und Hubertus Fehring (MdL) den Familienbetrieb. | © Fotos: Carmen Pförtner

Ottbergen/Kreis Höxter Das Handwerk hat Zukunft

Agentur für Arbeit macht bei der Woche der Ausbildung auf Möglichkeiten und Chancen aufmerksam

Carmen Pförtner

Ottbergen/Kreis Höxter. Nach dem Studienabbruch, als duale Ausbildung, als Wiedereinsteiger nach einer Berufspause oder im klassischen Weg nach der Schule: Es gibt viele Wege und Beweggründe, eine Ausbildung im Handwerk zu starten. In der Woche der Ausbildung, die am Montag, 16. März, beginnt, wollen Jobcenter und Arbeitsagentur im Kreis Höxter auf die Möglichkeiten einer Ausbildung aufmerksam machen. Denn Verena Homburg, Leiterin der Arbeitsagenturgeschäftsstelle in Höxter, ist sich sicher: "Das Handwerk hat noch immer einen goldenen Boden." "Und er wird noch goldener", sagt der heimische Landtagsabgeordnete Hubertus Fehring. Denn in Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel würde sich auch das Handwerk nach Angebot und Nachfrage richten. "Dem Handwerk stehen auch finanziell gesehen gute Zeiten bevor", sagt Verena Homburg. Sie sagt das vor allem mit Blick auf die junge Generation, die ihre Berufswahl oft aufgrund der Verdienstmöglichkeiten wähle. "Das ist sehr kurzfristig gedacht. Vor allem kann man doch Geld verdienen, wenn einem eine Sache Spaß macht", findet Martin Schoppmeier, Geschäftsführer des Jobcenters im Kreis Höxter. Begeisterung für die Arbeit - das ist das Hauptkriterium, nach dem der Unternehmer und Handwerksmeister Josef Ahrens seine Lehrlinge aussucht. Sechs bis sieben junge Menschen bildet er jedes zweite Jahr im familiären Betrieb aus. Insgesamt beschäftigt er 16 Mitarbeiter - "fast ein Verhältnis von 1:1 von Azubis zu Gesellen", sagt Ahrens. Auch Schüler, die nicht durch ihre Schulnoten glänzen, haben bei ihm eine Chance, "wenn sie die Begeisterung und die nötige Motivation mitbringen". Nicht zuletzt in solchen Situationen würden Programme der Arbeitsagentur ziehen - beispielsweise die ausbildungsbegleitende Hilfe (abH). "Im Grunde ist das Nachhilfe-Unterricht, damit die Auszubildenden ihre Prüfung schaffen", sagt Ahrens. Aber auch seine Gesellen und Meister seien aktiv und würden sich sogar am Wochenende mit den Auszubildenden zusammensetzen. "Wir brauchen im späteren Berufsleben beides: Richtig gute Auszubildende, die Fachkräfte werden, aber auch die einfachen Gesellen", sagt Ahrens. Es sei aber nicht so, dass ihm die guten Schüler nur so zufliegen. Vor einigen Jahren schon ist er aktiv geworden und in die Offensive gegangen: Mit Gutscheinen für ein Praktikum macht er Werbung für sein Unternehmen - und gibt Schülern die Chance, das Berufsfeld kennenzulernen. "Ohne das geht es eigentlich gar nicht", sagt Ahrens. Auch Schüler, die sich für eine Ausbildung bewerben, müssten vorher während eines Praktikums in der Praxis überzeugen. "Da geht es ums Sozialverhalten, um die Begeisterung, um Zuverlässigkeit." Ganz wichtig ist für Ahrens die Unterstützung von Seiten der Eltern. "Die werden wichtig, wenn dem Auszubildenden einmal der Spaß an der Sache vergeht", weiß Ahrens. Und diese Durststrecke kommt seiner Erfahrung nach im zweiten Ausbildungsjahr. "Dann ist es gut, wenn die Eltern hinter dem Kind stehen und motivieren." Generell monieren sowohl die Beteiligten der Arbeitsagentur als auch die heimischen Politiker, dass Eltern ihre Kinder viel zu oft in Richtung Abitur und Studium drängen würden. "Nicht jedes Kind ist geschaffen für die akademische Laufbahn", sagt Christian Haase, heimischer Bundestagsabgeordneter. "Wir wollen wieder das Bewusstsein dafür stärken, dass eine Ausbildung im Handwerk eine gute Alternative zum Studium ist", sagt Martin Schoppmeier. Denn die Karriereleiter im Handwerk ist hoch: "Die Meisterprüfung ist ebenbürtig mit dem Abschluss des Bachelors."Tag der offenen Agentur-Tür Am Donnerstag, 19. März, öffnet die Agentur für Arbeit ihre Tür und lädt zur ganztägigen offenen Beratung ein. „Jetzt ist es höchste Zeit für angehende Schulabgänger, sich über freie Leerstellen zu informieren“, sagt Verena Homburg, Leiterin der Arbeitsagentur in Höxter. Die Angebote: Bewerbungscheck für mitgebrachte Bewerbungsunterlagen; Beratung ohne Anmeldung Offene Ausbildungsstellen werden präsentiert; um 11 Uhr werden Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote für Erwachsene, besonders für Berufsrückkehrer (auch Frauen) vorgestellt; um 15 Uhr gibt’s Tipps für gute Bewerbungen und Vorstellungsgespräche; um 17 Uhr werden Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote für Erwachsene vorgestellt – der Termin ist offen für jeden; Der Ort: Agentur für Arbeit, Weserstraße 8 – 10, in Höxter.

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