Neue Ideen voranbringen: Stadtplaner Thomas Schwingel (v. l.), Projektleiterinnen Anke Kaschlik und Jaqueline Schmidt mit Bürgermeister Alexander Fischer. - © Burkhard Battran
Neue Ideen voranbringen: Stadtplaner Thomas Schwingel (v. l.), Projektleiterinnen Anke Kaschlik und Jaqueline Schmidt mit Bürgermeister Alexander Fischer. | © Burkhard Battran

Höxter Ideen für Stadtentwicklung in Höxter

Wenn die Idee gut ist, braucht es mitunter noch nicht mal viel Geld. Höxter ist Teil einer wissenschaftlichen Projektstudie,die Vorschläge zur zukunftsgerechten Innenstadtgestaltung in die Bürgergesellschaft trägt

Burkhard Battran

Höxter. Man muss das Rad nicht jedes Mal wieder neu erfinden. Oft hilft es, Anregungen aus anderen Städten aufzugreifen und in neuen Zusammenhängen zu diskutieren. Genau das macht unter ander anderem die Hochschule in Holzminden im grenzübergreifenden Projekt „Trans Z". „Ziel des Projekts ist es, neue Idee für die Zentren mit den Menschen vor Ort zu entwickeln und nach Wegen für die Umsetzung zu suchen", erklärt Projektleiterin Anke Kaschlik von der Holzmindener Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK). Das klingt zunächst einmal sehr abstrakt, dennoch gelang es bei der Auftaktveranstaltung im Historischen Rathaus, konkrete Ideen zu diskutieren. So wurde angeregt, Leerstände in der Höxteraner Altstadt genossenschaftlich zu bündeln und in Ferienwohnungen umzuwandeln. „Anders als in Holzminden ist die historische Altstadt in Höxter überwiegend sehr kleinteilig und somit als eigengenutzter Wohnraum nicht leicht zu vermarkten", sagte die wissenschaftliche Projektmitarbeiterin Jaqueline Schmidt. Hier wurden zwei Ideen aus anderen Städte kombiniert. In Wien gibt es eine Hotellerie, die über die Altstadt verteilt In Wien gibt es eine Hotellerie, die über die Altstadt verteilt, Gäste in Appartements unterbringt. In Hann. Münden ist vor fünf Jahren eine Bürgergenossenschaft gegründet worden, um ein ortsbildprägendes historisches Fachwerkhaus vor dem Verfall zu retten. Zum Teil mit viel ehrenamtlicher Arbeit wurde das 400 Quadratmeter große Gebäude restauriert, das heute wieder vollständig bewohnt ist. „Es gibt eine Nachfrage für Wohnraum in der Innenstadt. Und es gibt viel ungenutzten Raum, man muss nur von Fall zu Fall schauen, was man daraus machen kann", sagte Projektleiterin Kaschlik. Rund 20 interessierte Bürger hatten an der Auftaktveranstaltung teilgenommen. Das waren zahlenmäßig vielleicht nicht sehr viele, die aber inhaltlich intensiv und konstruktiv diskutiert haben. Auch wurde angeregt, den Außenbereich des Höxteraner Jugendzentrums zu einem offenen Treff umzugestalten, da es in Höxter an solchen Räumen fehle. Auch könnte die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessert werden, indem man mehr Bänke aufstellt, da Höxter gerade auch in der Altstadt über viele attraktive öffentliche Plätze verfüge, die aber zu wenig Aufenthaltsqualität bieten würden. Seitens der Projektleitung wurde angeregt, demnächst in einem Bürger-Workshop die an diesem Abend aufgekommenen Ideen zu vertiefen. Bürgermeister Alexander Fischer lobte in seiner Begrüßung „Trans Z" als einen wichtigen Baustein zur Verbesserung der Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit der historischen Altstadt. Verbundprojekt von vier Hochschulen an sechs Standorten Trans Z ist ein Verbundprojekt von vier Hochschulen an sechs Standorten. Im Norden sind die Hamburger HCU-Universität und die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften beteiligt und im Süden die Stuttgarter Hochschule für Technik. Die Mitte bedient die Hochschule in Holzminden mit Höxter als zweitem Projektstandort. Die wissenschaftliche Moderation des Prozesses läuft bis Ende Januar 2020.

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