Europäischer Gedanke: Offizielle sowie Freunde aus Höxter und Corbie sind vereint hinter der Europa-Flagge im Historischen Rathaus in Höxter. - © Simone Flörke
Europäischer Gedanke: Offizielle sowie Freunde aus Höxter und Corbie sind vereint hinter der Europa-Flagge im Historischen Rathaus in Höxter. | © Simone Flörke

Höxter Freundschaft mit Corbie hält schon 55 Jahre

Städtepartnerschaft: Schon seit 55 Jahren gibt es die Verbindung von Höxter und Corbie, die sich auf einer sehr persönlichen Ebene manifestiert hat. Gäste und Gastgeber werden im Rathaus empfangen

Simone Flörke

Höxter. „Es ist gut, dass wir das hier machen", sagt Höxters ehemalige Bürgermeisterin Dorothee Baumgarten zwischen zwei Umarmungen. Sie lächelt: „Das ist Familie." Beim Willkommensempfang im Historische Rathaus für die Freunde aus der französischen Partnerstadt Corbie ist diese persönliche Atmosphäre zwischen Gastgebern und Gästen deutlich zu spüren. Begleitet werden diese an die Weser vom stellvertretenden Bürgermeister Jean-Baptiste Gauchy und dem Präsident des Arbeitskreises Städtepartnerschaft, André Vansteene. 55 Jahre gibt es die Partnerschaft schon, sagt sein Höxteraner Pendant, Jocelyne Lambert, die selbst 49 Jahre dabei, in Corbie aufgewachsen ist und nach eigenen Angaben „für Europa brennt". Dass die deutsch-französische Freundschaft Zukunft hat, das kann sie nur entschieden und deutlich mit einem „Ja" beantworten. Und das liegt nicht nur den den drei Generationen der 34 Gäste, die vier Tage lang Höxter besuchten und die Städtepartnerschaft in vielen Facetten lebten. Sondern auch an dem Stellenwert dieser Freundschaft auf persönlicher Basis vor dem Hintergrund europäischer Entwicklungen von Brexit bis Gefahren durch Populismus und aufkeimendem Nationalismus. Von Anfang an mit Leben, Geist und Seele Die Brenkhäuserin betont: „Die Freundschaft der Menschen in Europa ist der Motor für Europa – nicht Politiker oder Beschlüsse." Europa sei eine Wertegemeinschaft, die deutsch-französische Verbindung für Dialog, Annäherung und Freundschaft mit dem Élysée-Vertrag manifestiert worden und Garant für langen Frieden. Von Anfang an habe man der Städtepartnerschaft Höxter – Corbie mit dem persönlichen Miteinander „Leben, Geist und Seele verliehen", so Lambert, die von einer „einer deutsch-französischen Familie" als tragende Säule spricht. Bürgermeister Alexander Fischer nennt es eine große Freude und Ehre, dankt den Ehrenamtlichen, die mit dieser 55 Jahre währenden Freundschaft eine Kontinuität geschaffen hätten, die weiterhin mit Leben gefüllt und am Leben gehalten werden müsse. „Dies ist mehr als ein Austausch zwischen zwei Städten", sagt sein französischer Kollege Gauchy. „Dies ist eine tiefe Freundschaft": Die Gegeneinladung fürs nächste Jahr nach Corbie spricht er auch schon aus. Wichtig sei, die Beziehungen zu erweitern, auf viele Säulen zu stellen: So gebe es derzeit Gespräche über Begegnungen über den Fußball. Vansteene, seit 15 Jahren als Präsident im Amt, sieht es als wichtigste Aufgabe, die Freude am europäischen Miteinander und an der Begegnung an die jungen Leute weiterzugeben, damit sie dieses „wunderbare und große Abenteuer" fortsetzen könnten.

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