Zufrieden: Jürgen Koch (Abteilungsleiter Polizei, v. l.), Karlheinz Schröder (Leiter Kriminalkommisariat 1) und Alexander Fenske (Leiter Direktion Kriminalität) präsentieren den Jahresbericht. - © Fabian Herbst
Zufrieden: Jürgen Koch (Abteilungsleiter Polizei, v. l.), Karlheinz Schröder (Leiter Kriminalkommisariat 1) und Alexander Fenske (Leiter Direktion Kriminalität) präsentieren den Jahresbericht. | © Fabian Herbst

Höxter Drogendelikte im Kreis Höxter steigen

Kriminalitätsbericht 2017: Straftaten im Kreis Höxter sind im vergangenen Jahr um 9,45 Prozent gesunken

Fabian Herbst

Kreis Höxter. Im vergangenen Jahr hat die Kreispolizeibehörde Höxter insgesamt 6.375 Straftaten registriert. Das veröffentliche die Polizei in ihrem Jahresbericht über die Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2017. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Abnahme von 665 Fällen und einen Rückgang um 9,45 Prozent. Laut Alexander Fenske, Leiter Direktion Kriminalität, seien so wenige Straftaten zuletzt im Jahr 1991 registriert worden. Darüber hinaus sei die Aufklärungsquote um 3,94 Prozent auf 61,2 Prozent gestiegen. Im Jahr 2017 wurden demnach 3.902 Delikte aufgeklärt. "Dieses Ergebnis ist die höchste Quote seit 1975", erklärt Fenske. Gemessen an der Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ) zählt der Kreis Höxter zu einer der sichersten Gebiete in NRW. Demnach gab es im Kreis 4.494 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Damit hat der Kreis Höxter den drittniedrigsten Wert in NRW, nach den Kreisen Lippe und Olpe. Zum Vergleich: In Ostwestfalen-Lippe liegt die KHZ bei 5.377 Straftaten pro 100.000 Einwohnern, in NRW bei 7.677 Straftaten. Zudem konnte die Polizei im Kreis Höxter von 3.071 tatverdächtigen Personen 2.995 Personen ermitteln. Rauschgift Generell ist die Anzahl an Straftaten im vergangenen Jahr in fast allen Bereichen gesunken. Lediglich Rauschgiftdelikte sind von 244 Straftaten 2016 auf 351 Fälle 2017 gestiegen. Das macht einen Anstieg um 43,9 Prozent. Insgesamt wurden 194 Gramm Haschisch, 1.804 Gramm Marihuana, 81 Gramm Heroin, 289 Pillen Ecstasy, 1.182 Gramm Amphetamine sowie 10 Gramm Kokain sichergestellt. Hervorzuheben ist dabei der Drogenfund im Bosseborner Horrorhaus, als im September vergangenen Jahres 1.000 Cannabis-Pflanzen sichergestellt wurden. 94 Verkehrsteilnehmer wurden beim Führen eines PKW unter Rauschgifteinwirkung angehalten. Wie in den vergangenen Jahren zuvor gab es keine Todesfälle im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch zu verzeichnen. Gewaltdelikte Unverändert blieb die Anzahl der Straftaten gegen das Leben. Im Jahr 2016 kam es zu fünf Morden oder Mordversuchen. Im Jahr davor wurden ebenfalls fünf Straftaten gegen das Leben registriert. In Bad Driburg kam es zu einem Dreifach-Mord, als ein Familienvater seine beiden Kinder nach einem Ehestreit getötet und anschließend Suizid begangen hatte. In Lüchtringen tötete ein geistig verwirrter Mann seine 73-jährige Mutter. Der 41-Jährige schlug seiner Mutter mehrmals mit einem Hammer auf den Kopf, bis die Frau schließlich an einem Schädelhirntrauma starb. Ein weiteres Tötungsdelikt ereignete sich in Bergheim, als ein 23-Jähriger seinen Vater mit einen Schraubendreher attackierte und das Werkzeug in den Kopf des Opfers rammte. Der Mann überlebte die Tat, sein Sohn wurde in psychiatrische Behandlung gegeben. Zu einem Mordversuch kam es ebenfalls in Steinheim. Dort versuchte eine Frau durch Tritte in den Bauch einer Schwangeren, einen Schwangerschaftsabbruch zu erreichen. Die 22-Jährige und ihr Baby blieben unverletzt. Diebstähle Auch die Anzahl der Diebstähle ist um 12,1 Prozent gesunken und somit um 314 Fälle zurückgegangen. Damit beträgt der Anteil der Diebstähle an den Gesamtstraftaten 2017 35,8 Prozent. Von den 2.281 Fällen verzeichnete die Polizei 840 schwere und 1.441 leichte Diebstähle. Die Zahl der Fahrraddiebstähle belief sich auf 224. Dazu kamen 72 Taschendiebstähle und 208 Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen. Ein Brennpunkt der Polizei im Jahr 2016 waren die Wohnungseinbruchdiebstähle. Einbrüche Im Jahr 2016 waren die 185 Wohnungseinbrüche mit schwerem Diebstahl das größte Sorgenkind der Kreispolizeibehörde Höxter. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Einbrüche auf 164 gesunken und hat sich somit um 11,35 Prozent verringert. 23,17 Prozent der Wohnungseinbruchdiebstähle konnten aufgeklärt werden. Damit liegt die Polizei in Höxter über dem NRW-Durchschnitt von 16,68 Prozent. Nichtdeutsche Tatverdächtige Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen ist leicht zurückgegangen und lag im Jahr 2017 bei 731. Das sind 24,4 Prozent aller Tatverdächtigen. Der Anteil der Nichtdeutschen an der Gesamtbevölkerung des Kreises Höxter entsprach 4,98 Prozent. Im Jahr 2016 waren es noch 753 Nichtdeutsche unter den Tatverdächtigen (24,5 Prozent). Von den 731 Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund waren 405 Asylbewerber und 11 Ausländer, die sich illegal aufhielten. Zu den 731 Tatverdächtigen zählen außerdem 19 Touristen sowie 6 Schüler und Studenten. Die Straftaten bezogen sich hauptsächlich auf Diebstahlsdelikte (171 Fälle, 26 Prozent). In 127 Fällen (19 Prozent) wurden vorsätzliche einfache Körperverletzungen registriert. Gefährliche und schwere Körperverletzungen gab es in 71 Fällen (elf Prozent). Für das Jahr 2018 will die Kreispolizeibehörde Höxter sich verstärkt auf die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls fokussieren. Zudem sollen durch Öffentlichkeitsarbeit und Präventionen die Straftaten an Senioren, die Opfer von Anrufen falscher Polizeibeamter wurden, verringert werden. Ein weiteres Augenmerk soll auf der Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität liegen.

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