Völlig zerstört: Der Großbrand Bödexen Ende August war einer der größten Einsätze, den das Team der Kreisleitstelle im vergangenen Jahr zu koordinieren hatte. Foto: T. Kube - © Thomas Kube
Völlig zerstört: Der Großbrand Bödexen Ende August war einer der größten Einsätze, den das Team der Kreisleitstelle im vergangenen Jahr zu koordinieren hatte. Foto: T. Kube | © Thomas Kube

Kreis Höxter Mehr Arbeit für den Rettungsdienst im Kreis Höxter

Die Zahl der Feuerwehreinsätze geht hingegen leicht zurück

David Schellenberg

Kreis Höxter. Viel Arbeit gab es im vergangenen Jahr für den Rettungsdienst und die Feuerwehr im vergangenen Jahr. Wie aus einer Bilanz der Kreisleitstelle in Brakel hervorgeht, entwickelte sich das Einsatzgeschehen allerdings unterschiedlich. „Im abgelaufenen Jahr 2017 wurden in der Leitstelle insgesamt 28.066 Einsätze organisiert und koordiniert“, bilanziert Leitstellenleiter Johannes Ritter. Davon waren im Rettungsdienst 26.502 und im Bereich Feuerwehr 1.564 Einsätze zu verzeichnen. „Die Einsätze bezogen sich auf Hilfeersuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Kreis Höxter sowie den Gebieten angrenzender Kreise und Länder, die die Leitstelle Kreis Höxter in der Notfallrettung mit versorgt“, so Ritter weiter. Das Einsatzaufkommen ist gegenüber dem Jahr 2016 mit insgesamt 26.492 Einsätzen deutlich angestiegen. Dabei nahm die Arbeit für die Rettungsdienste stark zu (2016: 24.844 Einsätze), während die Feuerwehr mit knapp 100 Einsätzen weniger auf ein insgesamt etwas ruhigeres Jahr zurückblicken kann (2016: 1.648 Einsätze). „Ein Grund für die rückläufige Zahl der Feuerwehreinsätze war, dass der Kreis Höxter in 2017 glücklicherweise von schwerwiegenden Unwettern größtenteils verschont blieb“, erläutert Ritter. In Erinnerung sind den Leitstellenmitarbeiter aus dem Jahr 2017 dennoch mehrere Großeinsätze geblieben: Ritter nennt beispielsweise den Großbrand eines landwirtschaftlichen Gutes in Bödexen, bei dem die Löscharbeiten mehrere Tage dauerten, aber auch den Brand im Bad Driburger Clemensheim mit einer Toten und mehr als 8 betroffenen Personen, den Gasalarm am Berufskolleg Brakel mit 41 Betroffenen und den Brand beim Autoteilezulieferer Benteler in Warburg mit 14 Betroffenen. Die Einsätze des Rettungsdienstes im vergangenen Jahr sind keinesfalls nur Notfallfahrten. Von den 26.502 Einsätzen sind rund 9.000 geplante Krankentransporte. FRÜHERKENNUNG Erste positive Auswirkungen sieht Ritter bei der Brandfrüherkennung. Seit dem 1. April 2013 besteht in Nordrhein-Westfalen die Rauchmelder-Pflicht für Neu- und Umbauten. Seit 2017 gilt dies auch für alle bestehenden Wohnungen (Mindestens je ein Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtwege dienen). „Im Jahr 2017 wurden 22 Brände durch eingebaute Rauchmelder frühzeitig erkannt. So konnten zum Beispiel Bewohner die Wohnungen rechtzeitig verlassen oder Nachbarn, die das akustische Warnsignal des Melders gehört haben, frühzeitig einen Notruf über die Telefonnummer 112 absetzen“, sagt Ritter. Leib und Leben seien dadurch vor gesundheitlichen Folgen geschützt worden. „Darüber hinaus konnten die Feuerwehren durch ihr frühzeitiges Eingreifen in vielen Fällen den materiellen Schaden in Grenzen halten“, so Ritter. ATEMSCHUTZWERKSTATT Aktuell wird in der Kreisleitstelle an mehreren Projekten gearbeitet. Eines davon ist die zentrale Atemschutzwerkstatt für die Feuerwehren im Kreis Höxter in Brakel. Die Umbauarbeiten haben begonnen und liegen im Plan, die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für Juli 2018 geplant. Für die Feuerwehren im Kreisgebiet ergibt sich durch die neue Atemschutzwerkstatt in Bezug auf die Reparatur, Wartung, Reinigung und Auslieferung der Atemschutzgeräte künftig ein Rund-um-Service. ERWEITERUNG Dem Neubau der Atemschutzwerkstatt schließt sich in 2018 eine Erweiterung der Kreisleitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst an. Konkret ist die Erweiterung der Leitstelle von jetzt vier auf dann sechs Disponenten- Arbeitsplätze geplant. „Hintergrund dieser Maßnahme ist die Vernetzung der drei Leitstellen der Kreise Höxter, Lippe und Paderborn“, so Ritter. Die erste Maßnahme für diese Vernetzung – eine gemeinsame Telefonanlage – ist zum Jahresende in allen drei Leitstellen in Betrieb genommen worden. Durch die Vernetzung soll zum Beispiel bei einem Ausfall einer Leitstelle oder bei Großschadensereignissen die Erreichbarkeit stets gewährleistet sein. Sollten etwa in Brakel im Ernstfall alle Leitungen belegt sein, wird ein eingehender Notruf in eine der Nachbarleitstellen angenommen und bearbeitet.

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