Das ganze Publikum macht mit: Simon Hillebrand (v. l.), Guido Klode und Stefan Marx. auf der Bühne des Höxteraner Zimmertheaters - © Burkhard Battran
Das ganze Publikum macht mit: Simon Hillebrand (v. l.), Guido Klode und Stefan Marx. auf der Bühne des Höxteraner Zimmertheaters | © Burkhard Battran

Höxter Rasanter Comedy-Abend im Höxteraner Zimmertheater

Best-of-Programm mit „Tante Lilli“ als Zusatzattraktion begeistert bis zum Jahresende das Publikum

Burkhard Battran

Höxter. Die Zeit zwischen den Jahren wird gerne auch für sogenannte Best-of-Programme genutzt. Kurz vor Ende des alten Jahres will man nicht wirklich neue Dinge beginnen, sondern lieber noch mal das Gelungene der vergangenen Zeit Revue passieren lassen. Das machen die beiden Höxteraner Zimmertheater-Akteure Stefan Marx (32) und Simon Hillebrand (31) aktuell mit ihrem Programm „Bühne frei". „Seit zweieinhalb Jahren machen wir jetzt in Höxter unsere kleinen Bühnenstücke und aus den verschiedenen Produktionen zeigen wir jetzt noch mal einige Auszüge", erklärt Zimmertheater-Schauspieler Simon Hillebrand. Es bleibt aber nicht bei den Ausschnitten aus den bisherigen Marx-Hillebrand-Programmen. Mit im Boot ist der Kasseler Comedian Guido Klode (49), besser bekannt als „Tante Lilli". Restlos ausverkauft war der Premierenabend am Mittwoch, wie auch die restlichen Aufführungen bis Jahresende. Im September 2015 waren Marx und Hillebrand mit ihrer szenischen Märchenlesung „Es war zweimal" gestartet. Dort haben die beiden Zimmertheater-Betreiber 24 Märchen durch den Reißwolf gedreht und auch mal zwei Märchen in eines gepackt. Da steht der schöne Prinz plötzlich vor zwei Türmen und kehrt statt bei Dornröschen bei Rapunzel ein, die überhaupt nicht erfreut ist, von dem forschen Prinzen aus dem Schlaf geholt worden zu sein. »Schuld war nur die Zellulitis« Im Programm „Viel Lärm um Klassik" werden Schillers gesammelte Werke in drei Minuten abgehandelt und im „Faust" von Goethe wird Mephisto rausgeworfen, weil er keinen schriftlichen Vertrag beim Spiel um seine Seele vorweisen kann – und der Teufel verabschiedet sich mit dem Spruch des rosaroten Panthers: „Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage." Für riesen Stimmung sorgte auch „Tante Lilli". Mit Lockenwicklern und buntem Hausfrauenkittel präsentierte der Kasseler Comedian Gags und Parodien am laufenden Band. Richtig gut war der Witz, über eine Männergruppe, die sich alle zehn Jahre in derselben Kneipe zu einem runden Geburtstag trifft: „Beim 50. sagen sie, gehen wir in die Krone, da sind so hübsche Kellnerinnen. Beim 60. sagen sie, gehen wir in die Krone, da ist das Essen so gut. Zum 70. sagen sie, gehen wir in die Krone, da sind die Toiletten barrierefrei. Zum 80. sagen sie, gehen wir in die Krone, da waren wir noch nie." Beim Zimmertheater-Publikum kamen aber auch vor allem Lillis Schlager-Parodien richtig gut an. Über „Schuld war nur der Bossa Nova" sang Lilli live zum Playback: „Schuld war nur die Zellulitis, ich kann nichts dafür, schuld war nur die Zellulitis, bitte glaube mir. Was man unter einem Rock verbergen kann, fühlt sich wie ein Waffeleisen an." Auch im nächsten Jahr läuft es im Zimmertheater richtig rund. Fast alle Termine bis zur Sommerpause im Juni sind bereits ausverkauft. Karten gab es zuletzt nur noch für das Gastspiels des Musikparodisten Andy Ost mit dem Programm „Im Eufer der Phorie" am Freitag und Samstag, 1. und 2. Juni. Für den Herbst 2018 ist eine Wiederaufnahme der Märchenparodie: „Es war zweimal" geplant.

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