Abschied nach mehr als fünf Jahren: Alexandra Müller (l.) mit ihren Kolleginnen Ivonne Seebaum, Christina Uhde und Petra Speith im Stofflädchen. Zum Team gehört auch noch Cäcilia Beverungen. - © Simone Flörke
Abschied nach mehr als fünf Jahren: Alexandra Müller (l.) mit ihren Kolleginnen Ivonne Seebaum, Christina Uhde und Petra Speith im Stofflädchen. Zum Team gehört auch noch Cäcilia Beverungen. | © Simone Flörke

Höxter Stoffträume in Höxter schließen

Zum Jahresende macht Alexandra Müller ihr Stoff- und Wolllädchen an der Westerbachstraße dicht

Simone Flörke

Höxter. Noch drei Tage, dann schließen die Stoffträume an der Westerbachstraße in Höxter ihre Türen. Das insgesamt rund 200 Quadratmeter große Stoff- und Wolllädchen von Alexandra Müller macht nach gut fünf Jahren die Pforten dicht. Aus mehreren Gründen, wie die Inhaberin, auch Eigentümerin des Gebäudes, bedauert. Bis unter die Decke waren die Räume voll mit Stoffen zum Nähen – von Jersey über Baumwolle bis Kunstleder und Karnevalsstoffen. Oder mit Wollknäueln zum Häkeln oder Stricken. Oftmals auch in den Geschäftsräumen selbst, wo sich die Handarbeitsbegeisterten trafen. Aber auch die Näh-Workshops, Stricknachmittage, Kindergeburtstage oder die ehrenamtlichen Näh- und Bastelaktion für die Initiative „Sternenzauber und Frühchenwunder“ für Kinder, die zu früh geboren werden oder schon während der Schwangerschaftswochen sterben, werden nun nicht mehr stattfinden können. Ebenfalls auslaufen wird damit auch die Abgabemöglichkeit von Wolle für die Wolltruhe der Caritas, die daraus Söckchen oder Mützchen herstellten. Das kleine Team konnte das Online-Geschäft nicht mehr aufrechthalten Derzeit findet der Abverkauf der Ware statt. Die Regale haben sich schon gelichtet, bevor am 30. Dezember dann Schluss ist. Für den 10. Januar plant Alexandra Müller zudem noch eine Sonderöffnung (siehe Öffnungszeiten). Denn die Waren – rund ein Drittel bis ein Viertel ist noch da – muss raus. Auch auf einer Messe will die junge Frau noch einmal damit starten. Denn die berufliche Zukunft sieht ganz anders aus: Gemeinsam mit einer Kollegin aus dem Stofflädchen kümmert sie sich künftig um die Verpflegung, hat „Big Mamas Foodtruck“ gekauft und wird bei Events und Festen, Veranstaltungen von Privatleuten oder Firmen künftig unterwegs sein. Auftakt war beim Huxori-Stadtfest in Höxter. Das kleine Team konnte das Online-Geschäft nicht aufrechthalten. „Das war sehr anstrengend geworden“, sagt Alexandra Müller. Denn es ging um Preise und um Schnelligkeit – und am besten 24 Stunden Erreichbarkeit. Das sei irgendwann nicht mehr leistbar gewesen. „Ohne Online-Geschäft trägt sich das Geschäft hier in Höxter aber nicht.“ Dazu seien die fehlenden Parkplätze in der Nähe gekommen, hinderlich vor allem bei Workshops, bei denen Material und Maschinen transportiert werden mussten. Und die fehlenden Möglichkeiten, sich zu entwickeln, sprich: das Angebot von Events, Workshops und Kindergeburtstagen auszuweiten. Gern habe sie ins Industriegebiet umziehen wollen, erinnert sich Alexandra Müller. Sie hatte sogar schon eine passende Halle gefunden, wo sie mit dem Angebot rund um einen Event-Einkauf einziehen wollte, zusätzlich auch Mädels- und Freundinnenabende, Veranstaltungen und einen Café-Treff anbieten wollte. „Doch weil ich innenstadtrelevante Ware habe, gab es dafür keine Genehmigung.“ Dabei funktioniere das Konzept in anderen Städten auch, sagt sie mit Blick beispielsweise auf den Kreis Paderborn. „Und wir hatten Kunden von zehnjährigen Mädchen bis zur Strick-Oma.“ Die Kindergeburtstage, bei denen die jungen Gäste Loop-Schals oder Leseknochen nähten, und die Workshops seien „gut gefragt“, „anstrengend, aber sehr lustig“ gewesen. Und: „Das gesamte Team hat mitgezogen und für den Laden gekämpft.“

realisiert durch evolver group