Bunter Teller: "Der Nudelmann" wird Volker Wehrmann-Raker genannt. Der Detmolder, der die Produkte seiner Nudelmanufaktur fast ausschließlich selbst herstellt, hat viele Stammkunden in Höxter. - © Amina Vieth
Bunter Teller: "Der Nudelmann" wird Volker Wehrmann-Raker genannt. Der Detmolder, der die Produkte seiner Nudelmanufaktur fast ausschließlich selbst herstellt, hat viele Stammkunden in Höxter. | © Amina Vieth

Höxter/Detmold Gesichter des Wochenmarktes: Volker Wehrmann-Raker ist Experte für Nudeln

Gesichter des Wochenmarktes (14): Volker Wehrmann-Raker ist seit fünf Jahren Marktbeschicker. An seinem Stand verkauft er Pasta und Pesto - von eigener Hand gefertigt. Längere Marktzeiten würde er begrüßen

Vivien Tharun

Höxter/Detmold. Bandnudeln, Soßen und Dips: Volker Wehrmann-Raker verkauft seine selbst gemachten Spezialitäten immer mittwochs auf dem Wochenmarkt in Höxter. Zweimal pro Woche bereitet er die Bandnudeln für seinen Stand selbst zu. Wenn es geht, in Bio-Qualität. "Nur die gefüllten Nudeln, die kaufe ich dazu", sagt Wehrmann-Raker. Aber selbst diese Teigtäschchen kommen aus dem Handel für gehobene Gastronomie. Seit fünf Jahren beschickt der Detmolder mit seiner "Nudelmanufaktur" die Wochenmärkte in Detmold, Blomberg und Höxter. Zuvor hatte er ein Restaurant in Detmold. "Dann kamen meine beiden Kinder und die Nachtarbeit im Restaurant war nicht mehr mit dem Familienleben vereinbar", sagt Wehrmann-Raker. »Es macht immer Spaß, hierher zu kommen« Nach Detmold war der gebürtige Bünder vor 14 Jahren der Liebe wegen gezogen. Das Restaurant, das er führte, ging aus einem Fachhochschulprojekt hervor, das seine Ehefrau Elke Raker betreute. "In dem Projekt ging es darum, Leerstände in der Stadt zu bespielen", erzählt der Markthändler. Er brachte dann als Option für einen leeren Raum ein Restaurant ins Spiel. Dieser Plan wurde dann in die Tat umgesetzt. Die Idee, eine Nudelmanufaktur zu starten, kam Wehrmann-Raker zum einen, weil er auf einer Hochzeit einen Nudelproduzenten kennenlernte und sich zum anderen fragte, was auf einem Markt fehlen würde. "Ich dachte dann: Nudeln schmecken immer und jedem." Und in Höxter kommen seine Bandnudeln und Soßen gut an: "Ich habe viele Stammkunden gewonnen", sagt der Nudelmacher. Vor Kurzem konnte er für sechs Wochen nicht in die Weser-Stadt kommen, weil sein Anhänger einen Schaden hatte. "Da haben mich sogar Kunden angerufen und gefragt, wann ich wieder da sei." Viele Kunden nennen ihn "den Nudelmann" - und Ehefrau Elke ist scherzhaft "Frau Nudelmann". Seine Waren bietet Wehrmann-Raker in Höxter an, weil ihm ein Detmolder Marktkollege riet, die Teigwaren hier zu verkaufen. Auf dem Wochenmarkt gefällt ihm vor allem die Stimmung: "Die Marktkollegen sind freundlich und kollegial. Es macht immer Spaß, hierher zu kommen", sagt Wehrmann-Raker. Nur etwas könnte laut ihm besser sein am hiesigen Markt: die Öffnungszeiten. "Die Kunden erwarten durch den Einzelhandel mittlerweile, länger einkaufen zu können. Daher wäre eine Verlängerung der Marktzeiten schön", sagt der Detmolder. Trotzdem sei Höxter ein sehr reizvolles Handelspflaster, weil viele Fahrradtouristen kämen und es sei auch sonst ein wichtiger Markt, der unbedingt lohne. Aber es ist nicht nur das Geschäft, das den Koch reizt - er genieße auch einfach die morgendliche Fahrt in die historische Stadt. "Es ist eine sehr wohltuende Fahrstunde hierher. Das Weserbergland ist wirklich schön - die Hügel und die Felder in der blauen Stunde." All das sei früh am Morgen ein angenehmes Erblicken, sagt Wehrmann-Raker.

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