Heftiger Schlagabtausch: Zwei Ritter in Rüstung raufen sich vor dem staunenden Publikum. - © Fotos: Patricia Speith
Heftiger Schlagabtausch: Zwei Ritter in Rüstung raufen sich vor dem staunenden Publikum. | © Fotos: Patricia Speith

Mittelalterliches Spektakel auf der Tonenburg

Patricia Speith

Albaxen. Ab ins Mittelalter – in die Zeit der Tempelritter, Barden und Hofdamen. Zu Gauklern, Burgfräulein und ehrwürdigen Rittern. Authentisch, lebhaft und farbenprächtig entführten die Burgherren der Tonenburg Albaxen, Gesine Kramer und Pete Mackenroth, in die Vergangenheit. Moderne traf auf Altertum, Zelt reihte sich an Zelt. Historische Musik schallte über den Marktplatz, Kampfschreie lockten Marktfrauen, Händler und Besucher in die Arena, wo die Freyschar zu Bokenrode zur Mittagsstund’ ihren Schaukampf vorführte. 700 Jahre Tonenburg wurden mit einem mittelalterlichen Volksfest gebührend gefeiert. Die historischen Mauern der Burg im Hintergrund und zahlreiche Besucher mittendrin – im feurigen Spektakel. Unter ihnen befand sich auch Tempelritter Carl von Hampe (Thorsten Fieker aus Holzminden) mit Jägerin Puna (Petra Wolff) auf ihrem Pilgerweg ins heilige Land. „Nächstes Jahr werden wir uns noch intensiver einbringen“, ist sich Fieker sicher, „das Fest ist hervorragend organisiert. Die Veranstalter haben sich große Mühe gegeben.“ Pfeile, Bögen und allerlei Zubehör fanden kleine Bogenschützen bei Heinrich Herrmann und Sylvia Lebioda aus Dortmund. Seit sechs Jahren zieht das Ehepaar bereits von Markt zu Markt und bietet neben einer Lehrstund’ im Bogenschießen auch ein Fünkchen Wahrheit beim Wahrsagen an. Tierische Begleiter hatte der Schelpehof aus Brenkhausen dabei. Einhörner und Pferde am Eingang versüßten kleinen Träumerinnen die Reise in vergangene Zeiten und mit Alpaka Theo zog Britta Holländer ihre Runden über den reich bevölkerten Marktplatz. Auf ihm entführten Händler, Handwerker und Akteure in die Anfänge der Burg. Langschwerter, Rüstungen und mittelalterliche Gewänder vollendeten das Bild der Zeitreise. Barbara Luckas, Laiendarstellerin der Heinrich Festspiele Braunschweig, kam in Begleitung von Hobbyfotograf Joost Kelleralias Cornelius vom Hofe. Markus Benning aus Höxter besuchte mit Gemahlin Mareen und Tochter Nea das bunte Schauspiel. „Die Musik ist klasse“, findet die Familie. „Ich habe ein Ritterschwert, einen Ritterhelm und ein Ritterschild“, freut sich die kleine Nea und fühlt sich sichtlich wohl auf dem Gelände der Schutz- und Trutzburg vor den Toren von Corvey. Denn dort sammelten sich Hunderte von Besuchern, beobachteten mittelalterliches Handwerk, versuchten sich in der Kunst des Korbflechtens und verloren auch beim dritten Verfehlen der Schießscheibe nicht die Lust am bunten Treiben. „Es ist großartig hier“, finden auch Diana Schwannecke und Margit Knieperaus Höxter und Holzminden, „das Angebot ist unglaublich vielseitig und es herrscht eine wunderbar gemütliche Atmosphäre.“ Eine Atmosphäre, die untermalt wurde mit historischen Klängen von der Mittelalter-/Folkband Satyrias. Dröhnende Sackpfeifen begleiteten tanzbare Stücke bis hin zu eigens komponierten Liedern und ruhigen Balladen. Fabius die Ratte (Fabian Ebling), El Marinero (Victor M. Garcia-Sanchez) und Magister Bombastus (Sebastian Krebl) aus dem Raum Frankfurt wandelten mit ihrer Musik zwischen Tradition und Moderne. Liedgut aus Frankreich, Spanien, Irland, der Karibik und den USA hatten Musiker Nis Jesse („Klanghold vom Ostseestrand“) und Rosemeire Jesse („Esmeralda“) im Gepäck. Mit handgemachter Musik und verschiedenen Instrumenten, vom Akkordeon bis zum Dudelsack, unterhielt das Duo Akteure und Gäste.

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