Erfolgreiche Züchter und motivierter Nachwuchs präsentieren ihr Geflügel: Peter Mellweg, Klaus Dornieden, Louis Pahn, Patrick Vogedes, Ludwig Breker und Nick Winter. - © Anja Kiele-Dunsche
Erfolgreiche Züchter und motivierter Nachwuchs präsentieren ihr Geflügel: Peter Mellweg, Klaus Dornieden, Louis Pahn, Patrick Vogedes, Ludwig Breker und Nick Winter. | © Anja Kiele-Dunsche

Beller Artenreiche Vielfalt bei Kreisgeflügelschau in Beller

Enten, Hühner und Co. präsentieren Geflügelliebhaber im Dorfgemeinschaftshaus Beller

Anja Kiele-Dunsche

Beller. Ungewöhnliche Geräusche erfüllen das Dorfgemeinschaftshaus in Beller: Prächtige Hühner, Zwerghühner, Tauben und Enten können bei lautem Geschnatter, Gurren und Kikeriki bewundert werden. Zu der abwechslungsreichen Vereinsschau eingeladen hatte der Rassegeflügelzucht- und Vogelschutzverein (RGZV) „Nethegau" Brakel. Nicht nur Geflügelzüchter, sondern viele interessierte Besucher bewundern die schönen Zuchttiere. Die 214 Tiere wurden von drei Preisrichtern beurteilt. Dabei spielen Rassemerkmale und auch ein gutes Aussehen eine Rolle. „Unsere Geflügel sind wie Models auf dem Laufsteg, und wir wählen heute die Miss Brakel", lacht Züchter Patrick Winter. Für die guten Leistungen freuen sich die erfolgreichen Züchter über zahlreiche Preise. Zuchtwart Peter Mellwig bringt es auf den Punkt: „Die Liebe zum Tier ist der gemeinsame Nenner, der uns Geflügelzüchter im Verein verbindet. Die Beschäftigung mit den Tieren ist Erholung pur, so kann ich mich perfekt vom Alltagsstress erholen." Mehr Frauen widmen sich diesem Hobby Leider sei es in Zeiten von Smartphone, PC und Co. nicht einfach, Kinder und Jugendliche für die Geflügelzucht zu begeistern, so Mellwig weiter. Nachwuchssorgen seien daher leider durchaus ein Thema. „Mit 14, 15 oder 16 Jahren gelingt oft ein guter Start in das Hobby. Dann folgen Ausbildung oder Studium und die Geflügelzucht ruht. Manchmal gelingt mit Mitte 20 ein Neueinstieg." Erfreulicherweise würden sich derzeit aber immer mehr Frauen für Ziergeflügel begeistern. „Zwerghühner und Zwergenten sind ein guter Einstieg. Sie lassen sich auch mit geringerem Platzbedarf gut halten", betont Peter Mellwig. Die Erhaltung der alten Rassen und das Verständnis für die Geflügelzucht ist ein wichtiges Anliegen des Vereins. „Denn wo gibt es heute im Alltag noch viele Berührungspunkte mit Hühnern und Co.?", so Mellwig. Mitglieder von Stuttgart bis Lemgo Etwa 60 Mitglieder hat der RGZV derzeit. Bemerkenswert ist das Einzugsgebiet: von Stuttgart bis Lemgo erstrecken sich die Wohnorte der Mitglieder. Mit viel Herzblut und Liebe betreibt auch Patrick Vogedes dieses Hobby: „Vereinsmeierei und klein-karierte Geflügelzüchter sind Vorurteile, die weit verbreitet sind und private Züchter abschrecken. Gerne würden wir diese bei uns im Verein begrüßen." Mit viel Zuneigung und einem überschaubaren Zeitaufwand würden die Tiere zutraulich und handzahm. So wie der Zwerghahn von Patrick Vogedes, der seinem Besitzer auf Schritt und Tritt folgt und sich gerne kraulen lässt. Teilnahme an Bundesschauen Ein unverzichtbares Hobby ist die Geflügelzucht für Nick Winter, der mit seinen Zwerghühnern erfolgreich bei der Jugendschau vertreten ist. „In der privaten Geflügelzucht haben die Tiere tolle Haltungs- und Zuchtbedingungen", sind sich Vogedes und Winter einig, „ganz im Gegensatz zu der industriellen Tierhaltung." Jede Taube hier in einer Ausstellungsvoliere habe im Vergleich eines Hähnchens im Maststall das Doppelte an Platz. Eine Besonderheit sind die Landes- und Bundesschauen der Geflügelzucht, an denen der Brakeler Verein auch teilnimmt. Im Dezember findet die diesjährige Bundesschau in den Messehallen in Leipzig statt. Unter den etwa 40.000 Tieren wird dann auch das Geflügel aus dem Nethegau vertreten sein.

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