Starkes Septett: Die vier Safetytour-Trainer (v. l.) Jürgen Lehner, Frank Gerhard, Leo Thielen und Michael von Helden und Brakels Wehrführer Sven Heinemann, Karl Breker und Michael Müller verfügen über ein geballtes feuerwehrtechnisches Wissen. - © Josef Köhne
Starkes Septett: Die vier Safetytour-Trainer (v. l.) Jürgen Lehner, Frank Gerhard, Leo Thielen und Michael von Helden und Brakels Wehrführer Sven Heinemann, Karl Breker und Michael Müller verfügen über ein geballtes feuerwehrtechnisches Wissen. | © Josef Köhne

Brakel Qualifiziertes Training für Brakeler Feuerwehr

80 Feuerwehrleute lassen sich ein Wochenende lang von den Trainern der S-Gard Safetytour schulen

Josef Köhne

Brakel. In der Ruhe liegt die Kraft, und gutes Training schafft Selbstvertrauen und schützt vor Fehlern. Dieser Erkenntnis folgend lud die Stadt Brakel die Führungskräfte ihrer Freiwilligen Feuerwehr zu einem Wochenendseminar ein, bei dem sie sich unter der Anleitung erfahrener Trainer in Sachen technischer Hilfeleistung und Kommunikation weiterbilden konnten. Richtig zur Sache ging es am Samstag auf dem von der Firma Seibert zur Verfügung gestellten Übungsgelände. Dort waren für das Sicherheitstrupp Grundseminar zwölf Autos und für das Fortgeschrittenenseminar ein weiterer Pkw mit einem Bagger so stark bearbeitet worden, dass sich Personen aus ihnen nur mit schwerem technischem Gerät befreien ließen. Die Aufgabe der Seminaristen bestand nun darin, die eingeklemmten Insassen unter realistischen Bedingungen möglichst schnell und möglichst schonend aus ihrer lebensbedrohlichen Lage zu befreien. Das galt einmal für einen Pkw auf den Rädern stehend, einmal in Seitenlage und ein drittes Mal in Dachlage. Erstaunlich war zu beobachten, mit welchen Tricks und Kniffen die allesamt in den Berufsfeuerwehren von großen Städten oder Industrieunternehmen mit Führungsaufgaben betrauten Trainer noch aufwarten konnten. Das galt zum Beispiel für das Abstützen der Fahrzeuge ebenso wie für das bestmögliche Ansetzen von hydraulischen Scheren und Spreizern. „Bei immer härteren, somit schwerer zu trennenden Karosserieteilen kann es sinnvoll sein, die verletzten Insassen durch die Hecköffnung zu bergen“, gab Trainer Jürgen Lehner eine seiner in ganz Deutschland gesammelten Erfahrungen weiter. Dabei wird dem Verunglückten ein Rettungsbrett unter den Rücken geschoben, so dass er in stabiler Rückenlage aus dem Auto gehoben werden kann. Während bei dieser Übung noch acht bis zehn Feuerwehrleute gemeinsam zupacken konnten, war die nächste Aufgabe von nur vier Leuten zu bewältigen. „Da müssen die Einsatzkräfte alles geben, da gelangen einige schnell an ihre Grenzen“, lautete dazu die Information von Trainer Frank Gerhard. Er ist im Hauptberuf Leiter der Technik und Logistik sowie stellvertretender Wachabteilungsleiter der Feuerwehr Mönchengladbach. Für die Teilnehmer des ein Stück weit entfernt trainierenden Aufbauseminars hatte er nach deren Rettungsübung nur Lob. „Ihr habt das in sieben Minuten fehlerfrei geschafft und spielt damit in der Bundesliga“, so Gerhard. „Unter einem so besonnen agierenden Einsatzleiter würde ich auch gerne arbeiten wollen.“ Laut Brakels Wehrführer Sven Heinemann werden diese Schulungen von der Stadt Brakel und der Firma S-Gard (Hersteller von Feuerwehrbekleidung) finanziert. S-Gard hat für seine „Safetytour“ Seminare und Workshops insgesamt 15 Trainer verpflichtet. Organisator und Leiter ist Frank Gerhard. Über den gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Wert solcher Seminare geben Sven Heinemann und seine Stellvertreter Karl Breker und Michael Müller ein übereinstimmend positives Urteil ab: „Wenn wir aufgrund des hier Erlernten nur einen einzigen Schwerverletzten so bergen können, dass er später ins Berufsleben zurückkehren kann, haben sich alle Kosten amortisiert.“ Anerkennend äußerte sich Heinemann auch über seine an den Workshops teilnehmenden Kameraden. „Sie opfern ein ganzes Wochenende, um anderen noch besser und schneller helfen zu können. Dafür bin ich ihnen dankbar und die Gesellschaft darf es auch sein.“

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