Die Tiere des Waldes im Fokus: Einer der Ehrenamtlichen ist Albert Kohlhagen – hier mit Jagdterrier Birka –, der Rotwild, Dachs und Co. erläutert. - © Simone Flörke
Die Tiere des Waldes im Fokus: Einer der Ehrenamtlichen ist Albert Kohlhagen – hier mit Jagdterrier Birka –, der Rotwild, Dachs und Co. erläutert. | © Simone Flörke

Brakel Fünf Jahre Modexen - was es zu entdecken gibt

Walderlebnisschule Modexen: Seit fünf Jahren gibt es dort das grüne Klassenzimmer mit Angeboten rund umWald, Wild, Wiese und Tiere für Kinder und Erwachsene. Rund 2.500 Menschen besuchen sie jedes Jahr

Simone Flörke

Brakel. Wald – Erlebnis – Schule: Diese drei Begriffe umfassen genau das, was das Anliegen und die Arbeit des ehrenamtlichen Teams um Ursula Hagemeyer beschreibt. Seit fünf Jahren gibt es das grüne Klassenzimmer des Hegerings Brakel in der alten Remise des ehemaligen Forsthauses. Ein kreisweit ebenso einmaliges wie einmalig uriges Angebot, sagt die Teamleiterin und schmunzelt. 50 bis 80 Veranstaltungen finden hier mitten im Grünen jedes Jahr zwischen April und Oktober statt, 2.000 bis 2.500 Menschen lernen hier die Natur der Heimat kennen. Bei Kindern – es sind viele Kindergärten und Schulen mit im Boot – geschieht das vor allem spielerisch mit viel Spaß. Aber auch Erwachsene können hier noch etwas lernen. Und das Bewusstsein für die Schätze vor der Haustür schärfen. In Eigenleistung haben die Ehrenamtlichen damals, als die Waldarbeiterhütte nicht mehr benötigt wurde, den Unterstand umgebaut und eingerichtet. Wo früher Waldarbeiter ihre Unterkunft hatten oder Geräte und Material gelagert wurden, entstand ein grünes Klassenzimmer. Mit fachlicher Unterstützung der Landschaftsstation. Die Stadt Brakel hatte Gebäude und Gelände kostenlos zur Verfügung gestellt, so Ursula Hagemeyer. Und hat auch sonst immer ein offenes Ohr für ihre Belange, wie sie betont. Mit EU-Mitteln über den Kreis – die Walderlebnisschule ist ein Teilprojekt der Erlesenen Natur – und Material wurden Toiletten oder Küche eingebaut. Die einzigen direkten Nachbarn Manfred Michels und Carmen Bolze sind ihnen eine große Hilfe, betonen die Beteiligten. Und haben immer ein Auge auf das grüne Klassenzimmer. „Aber wir sind hier noch nicht fertig“, sagt Albert Kohlhagen, der mit seinem Jäger-Wissen die Besucher der Walderlebnisschule auf die Spur der heimischen Tiere bringt. Fertig ist man aber auch noch lange nicht, was die Themenvielfalt angeht: Immer wieder neue Ideen von den Akteuren wie von den Besuchern kommen hinzu. Wanderungen im Wald, Führungen zu Themen wie Giftpflanzen, Pilze, Wald, Teich. Jetzt ist das Klanghaus mit dem Waldxylofon fertig geworden, mit dem verschiedenen Hölzern Töne entlockt werden. Wie wichtig diese Einrichtung ist, wie notwendig es ist, Kindern und Erwachsenen auch im ländlichen Raum dieses Wissen und damit die Realität vor der Haustür zu vermitteln, das erfahren die Ehrenamtlichen immer wieder: Wenn heimische Bäume nicht benannt werden können. Wenn der Hirsch zum Vater vom Reh gemacht oder das Kaninchen nicht vom Hasen unterschieden wird. „Naturentwöhnt“, sagt Ursula Hagemeyer. Auch durch die virtuelle Hightechwelt. Rot- und Schwarzwild, Siebenschläfer und seltene Marderhunde Mit ihrem waldpädagogischen Konzept fesseln sie auch die unruhigsten Kinder und zappeligsten Klassenclowns, sagt Kohlhagen lächelnd und freut sich über die Aufmerksamkeit und den Wissendurst, die Fragen und die Begeisterung, wenn er von den Tieren im Wald, von Rotwild, Siebenschläfer und dem seltenen Marderhund berichtet. Zum Team um Leiterin Ursula Hagemeyer gehören Albert Kohlhagen, Bernd Rose, Franz-Josef Hagemeyer, Ruth Vollbach, Marion Kieneke und Förster Eckard Rottmann vom Forstamt Neuenheerse. „Eine Super-Mannschaft“, sagt die ehemalige Sonderschullehrerin. „Wir sind alle mit Herz und Seele dabei.“ Weitere Interessierte, die mitarbeiten möchten, sind willkommen.

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