Anerkannt: "Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht", steht auf der von Bürgermeister Hermann Temme an die FFZ-Vorsitzende Marita Junge überreichte Jubiläumsurkunde. - © Josef Köhne
Anerkannt: "Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht", steht auf der von Bürgermeister Hermann Temme an die FFZ-Vorsitzende Marita Junge überreichte Jubiläumsurkunde. | © Josef Köhne

Brakel Brakeler Familien- und Frauenzentrum wird 20 Jahre alt

In einer Feierstunde erinnert der Vorstand an die Gründerzeit. Bürgermeister Hermann Temme würdigt den ehrenamtlichen Einsatz und die beachtlichen Erfolge der sozialen Anlaufstelle

Josef Köhne

Brakel. Beratung, Aufklärung, Vermittlung, Betreuung, Fürsorge, Einzel- und Familiencoaching: Im Familien- und Frauen-Zentrum (FFZ) Brakel lassen sich alle diese Begriffe in den Worten Fürsorge und Nächstenliebe zusammenfassen. Am Wochenende blickte die Einrichtung auf ihr 20-jähriges Bestehen und ein erfolgreiches soziales Wirken zurück. Während einer liebevoll vorbereiteten Jubiläumsfeier erinnerte die FFZ-Vorsitzende Marita Junge an die Geburtswehen des Jahres 1997. Aufgrund der damaligen Erkenntnisse habe man auf privater Ebene damit begonnen, soziale Lösungen zu finden und den Familienalltag zu bereichern. 1999 schloss sich das FFZ dem Paritätischen Wohlfahrtsverband an und erhielt im selben Jahr die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe. Zunächst noch ohne eigene Räumlichkeiten suchten die Protagonistinnen der Anfangszeit die Lücken im Angebot und versuchten sie zu füllen. So wurden unter anderem Computerkurse speziell von Frauen für Frauen und Mädchen angeboten. Allein von 1997 bis 2001 liefen im FFZ 50 solcher Kurse. Wertvolle Unterstützung bekam das FFZ im Jahr 1998 mit der Einstellung der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Brakel Elisabeth Ide. "Mit ihrer wertvollen Unterstützung starteten wir 1998 zum ersten Mal ein Frauenkulturfrühstück in der Alten Waage und eine Kulturveranstaltung in der Meierei", rief Marita Junge die ersten öffentlichen Auftritte des FFZ in Erinnerung. Vier Jahre später kam das Deutsche Frauenfest hinzu. Unzählige Vorträge, Kurse, Hebammensprechstunden, Lesungen, Theater und weitere kulturelle Angebote des FFZ in den Folgejahren hinterlassen prägende Eindrücke. 1999 konnten in der Bahnhofstraße eigene Räume angemietet werden, die man sich mit der AWO teilte. Mit Umzug in die neuen und hellen Räume in der Warburger Straße bekam das FFZ im Jahr 2000 weitere Möglichkeiten und neuen Auftrieb. "Wir haben viele Probleme erkannt und Dinge angestoßen, die von anderen Institutionen übernommen oder weitergeführt worden sind", berichtete Marita Junge von den vom FFZ ausgehenden Impulsen. Dank sagte sie allen Vorstandsmitgliedern, Unterstützern, Kooperationspartnern und der Stadt Brakel für die mannigfache Unterstützung. In einem kleinen Schauspiel (Schulklasse von heute) zeichneten die Gründungsmitglieder Christel Beineke, Christiane Rutkowski, Dorothea Köpping-Hogrebe und Elisabeth Harrer die Schwierigkeiten nach, mit denen das FFZ anfangs ohne die heute nicht mehr wegzudenkenden modernen Medien und Kommunikationsmittel auskommen musste. »Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht« Des Lobes voll für die Aktivitäten des FFZ war Bürgermeister Hermann Temme. "Heute blicken Sie auf die inzwischen 20 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte des Frauen- und Familienzentrums Brakel zurück. Das ist ein guter Grund, einmal die Unterstützung, Bildung, Beratung und Arbeit für und mit Familien und Frauen hervorzuheben", erklärte Temme. Das FFZ habe sich nicht selbst inszeniert und dargestellt, sondern sein vielfältiges Angebot immer am Bedarf ausgerichtet. So sei das einzigartige Angebot weit über die Stadtgrenzen hinaus bekanntgeworden und werde gerne von vielen Familien und Frauen aus den Nachbarstädten genutzt. So sei festzustellen, dass sich Eltern bei der Wahl ihres Wohnortes gerne an den dort bestehenden Bildungs-, Freizeit- und Betreuungsangeboten für Kinder und Familien orientierten. "Das FFZ verbessert unsere Angebote für Kinder und Familien und führt damit auch zu mehr Lebensqualität in unserem Ort. Dafür möchte ich herzlich danken", so Temme. Anschließend überreichte er Marita Junge im Namen von Rat und Verwaltung eine gerahmte Urkunde. Sie enthält den Satz: "Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht." Den Glückwünschen des Bürgermeisters schloss sich die Geschäftsführerin des Paritätischen, Kathrin Jäger, an. Sie lobte die vorbildliche Einstellung des Leitungsteams und bedankte sich für die ebenso fruchtbare wie angenehme Zusammenarbeit. Musikalisch wurde die Jubiläumsfeier mit Musik von Georg Friedrich Händel, Harold Arlen, Leonhard Cohen und Wolfgang Amadeus Mozart begleitet. Die Ausführenden waren Dorothea Köpping-Hogrebe (Querflöte), Max Jenkins (E-Piano) sowie Marie Christin Weskamp (Gesang). Dem Vorstand des FFZ gehören derzeit Marita Junge, Heike Hollensen, Maria Hoischen, Ellen Schabrich, Tanja Meyer und Rainer Pauly an.

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