Konzentriert: Rudolf Ostermann vom Nabu Kreis Höxter (v. l.) zeigt Mia (2), Lisa (8) und Linda (6), wie ein Apfelbaum pflanzt wird. - © Helga Krooß
Konzentriert: Rudolf Ostermann vom Nabu Kreis Höxter (v. l.) zeigt Mia (2), Lisa (8) und Linda (6), wie ein Apfelbaum pflanzt wird. | © Helga Krooß

Brakel Brakeler Kinder pflanzen Bäume für Streuobstwiese

Naturschutzprojekt: 18 Kinder des evangelischen Familienzentrums Emmaus in Brakel schlüpfen in die Rolle des Gärtners

Helga Krooß

Brakel. Es ist nebelig und kalt, als die Kindergartenkinder am Samstagmorgen in Begleitung ihrer Eltern und Geschwister mit Spaten und Schaufeln ausgerüstet auf die große Wiese in der "Helle" marschieren. Allen voran Rudolf Ostermann, Vorstandsmitglied des Nabu Kreis Höxter. Bei einem kleinen Erdloch wird haltgemacht. Hier erklärt Ostermann den aufmerksam lauschenden Mädchen und Jungen, wie ein Apfelbaum richtig gepflanzt wird. "Das Loch muss so groß gebuddelt werden, wie die Baumwurzel ist. Ein Gitterdraht verhindert, dass die Wühlmäuse die Baumwurzeln fressen", sagt der Experte und lässt seinen Worten sogleich Taten folgen. Dann stellt Ostermann den ersten Apfelbaum für die Streuobstwiese ins Loch, buddelt diesen mit lockerer Erde ein und fixiert ihn mit Pfählen und Kabelbindern, damit er auch gut anwachsen kann. Jetzt dürfen die Kinder ihre Obstbäume pflanzen, die sie zusammen mit ihren Eltern bereits im Vorfeld ausgesucht haben und für die sie auch die Patenschaft übernehmen. 20 Apfel-, drei Birn-, drei Kirsch- und drei Pflaumenbäume sowie ein Mirabellen- und ein Walnussbaum standen zur Auswahl. Sie tragen klangvolle Namen wie "Princess Nobel", Sweetheart" oder "Schneiders Späte Knorpel". Jeder Baum ist nummeriert und wird mit einem Kärtchen versehen, auf dem der Name des Kindes steht, das den Obstbaum gepflanzt hat. Die Kärtchen haben die Mädchen und Jungen kurz zuvor in der Garage der Familie Pogoda bemalt und laminiert. Bis in den Nachmittag hinein dauert die Pflanz-Aktion, an der alle - trotz der Kälte - mit vollem Eifer und großen Spaß dabei waren. Die Idee zu der Streuobstwiese kam von Daniel Pogoda. Er ist im Elternbeirat des evangelischen Familienzentrums Emmaus aktiv und stellt die große Wiese hinter seinem Wohnhaus in der "Helle" zur Verfügung. Kita-Leiterin Anna Reger freut sich über die tolle Aktion, die quasi in der Nachbarschaft stattfindet. "Uns ist es wichtig, dass die Kinder die Natur hautnah erleben", sagt sie. "In den nächsten Jahren können sie genau beobachten, wie sich die Obstbäume entwickeln, wann sie Blätter bekommen und wann sich die ersten Blüten zeigen". Zum Thema Natur- und Umweltschutz würden in der Kita verschiedene Projekte durchgeführt. Seit dem Herbst drehe sich alles um das Thema Apfel. "Wir haben zusammen Apfelkuchen gebacken und Apfelsaft gepresst. Die Baum-Pflanzaktion heute bildet den Abschluss", erzählt Anna Reger.

realisiert durch evolver group