Blütenreich: Das Haus "Michael" ist von Pflanzen umgeben. - © Madita Schellenberg
Blütenreich: Das Haus "Michael" ist von Pflanzen umgeben. | © Madita Schellenberg

Brakel Neueröffnung: Haus Michael ist speziell für schwer Demenzkranke da

Schon in weniger als zwei Wochen werden die ersten Bewohner in das modernisierte Gebäude des Brakeler Meritus Seniorenzentrums einziehen

Madita Schellenberg

Brakel. Noch sind Bohrmaschinen zu hören und leichter Staub liegt in der Luft, doch der Duft von frischer Farbe und neuem Holz verrät es schon: Die Sanierungsarbeiten im Haus "Michael" befinden sich auf der Zielgeraden. Schon in weniger als zwei Wochen werden die ersten Bewohner in das modernisierte Gebäude des Brakeler Meritus Seniorenzentrums einziehen. Am 12. August ist dann ein großes Sommerfest geplant. Es wird eine Besonderheit in der Nethestadt: Am Montag, 1. August, öffnet das Haus "Michael" nach etwa einem Dreivierteljahr Bauarbeiten erneut seine Türen. Es ist saniert und zu einer gerontopsychiatrischen Einrichtung umgestaltet worden. "Es ist komplett nach den Bedürfnissen für schwer demenziell erkrankte Menschen eingerichtet", erzählt Geschäftsführerin Sandra dos Santos im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Zukünftig können sich die Bewohner geschützt innerhalb des Gebäudes, das bisher eine klassische Pflegeeinrichtung gewesen ist, bewegen. "Es wird ein Chipsystem geben", so dos Santos, "so können die demenziell Erkrankten nicht fortlaufen und sich verlaufen". Denn ein unablässiger Bewegungsdrang ist ein typisches Symptom der Demenzerkrankungen. Doch auch bei regelmäßigen Spaziergängen gibt es rund um das Haus vieles zu entdecken: Denn auch der bisherige Garten soll als Sinnesgarten in den kommenden Sommertagen noch erweitert werden. Ein kleiner Barfußweg führt durch die bunten Beete mit duftenden Blumen, Kräutern und weiteren Apothekerpflanzen. Doch auch im Inneren des Hauses "Michael" gibt es auf der Zielgeraden bis zur Eröffnung noch einiges zu tun: Aktuell grundiert Christoph Rehermann vom gleichnamigen Malerbetrieb den Boden, während sein Kollege die Wände verputzt. Die Wandfarben sind schon ausgesucht, müssen aber noch an die Wände gebracht werden. "Im unteren Teil des Hauses halten wir uns an ein helles Grün, während die Räumlichkeiten im Obergeschoss mit einem hellen Blau versehen werden", erzählt Christina Ellebrecht vom Meritus Seniorenzentrum. Gestaltet wird der gerontopsychiatrische Bereich des Brakeler Seniorenzentrums nun auch nach dem Hausgemeinschaftskonzept. Beispielsweise kann in einer gemeinsamen Küche gemeinsam gekocht und gegessen werden. "Eine Hauswirtschafterin wird dabei stets von morgens bis abends als Präsenzkraft vor Ort sein und die Bewohner bei ihren Alltagsarbeiten, wie dem Kochen oder dem Legen von Wäsche, unterstützen", erklärt dos Santos das Konzept. Für 80 Prozent der Bewohner wird es im sanierten Haus Einzelzimmer geben. Ein neues Gesetz, das ab 2018 gilt, will es so. Die restlichen Räume werden Doppelzimmer sein. Insgesamt stehen im Gebäude "Michael" dann 26 Betten zur Verfügung - das ist nur ein Bett weniger als bisher. Insgesamt können im Meritus Seniorenzentrum in Brakel bis zu 79 Menschen wohnen. Denn neben dem Haus "Michael" gibt es in direkter Nachbarschaft auch noch die Gebäude "Roland" und "Franz". Sie werden bald ebenfalls renoviert. Einige kleinere Arbeiten haben bereits begonnen. Wer sich vom neuen Haus "Michael" vor Ort ein Bild machen möchte, hat in rund drei Wochen die Möglichkeit dazu: Am Freitag, 12. August, wird ein Sommerfest gefeiert, bei dem Führungen durch das Gebäude möglich sind.

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