Mischung aus Sarah Connor und Gwen Stefani: Die promovierte Brakeler Zahnmedizinerin Lisa Hasenbein spielt die Flashdance-Hauptrolle. - © Burkhard Battran
Mischung aus Sarah Connor und Gwen Stefani: Die promovierte Brakeler Zahnmedizinerin Lisa Hasenbein spielt die Flashdance-Hauptrolle. | © Burkhard Battran

Bökendorf Das Lebensgefühl der 80er Jahre

Freilichtbühne Bökendorf: Es ist das bedeutendste Kulturereignis der Sommersaison.

Burkhard Battran

Bökendorf. Wer am Samstag bei der Premiere dabei sein konnte, muss heute eine Frage immer wieder beantworten. Die lautet: Und?, wie war’s? Fantastisch, mitreißend, absolut super, musst du unbedingt gesehen haben, heißt eine der wohl häufigsten Antworten. Mit minutenlangen stehenden Ovationen haben die rund 600 Premierengäste das Abendstück „Flashdance“ auf der Bökendorfer Freilichtbühne gefeiert. Mit einer bewegenden Liebesgeschichte, eingebettet in mitreißende Lieder, wird mit dem Flashdance-Musical drei Stunden das Lebensgefühl der 80er Jahre zelebriert. Mit der aus Ovenhausen stammenden und inzwischen in Brakel lebenden promovierte Zahnmedizinerin Lisa Hasenbein (36) hat Regisseurin Anke Lux eine Idealbesetzung für die weibliche Hauptrolle gefunden. Gertenschlank und mit langer blonder Mähne spielt Lisa Hasenbein die Rolle der „Alex“ höchst temperamentvoll und wirkt wie eine Mischung aus Sarah Connor und Gwen Stefani. „Ehrlich gesagt, kann ich gar nicht tanzen, aber ein bisschen liegt es mir wohl im Blut und der Rest ist harte Arbeit gewesen“, sagte die Hauptdarstellerin, die seit vier Jahren im Gesundheitsamt des Kreises Höxter tätig ist. An der Freilichtbühne ist es Lisa Hasenbeins dritte Saison. „Ich habe bisher nur kleine Nebenrollen gespielt, aber ich habe diese Herausforderung sehr gerne angenommen“, sagt die gebürtige Ovenhäuserin. Fans der regionalen Rockszene wissen natürlich, dass in Lisa Hasenbein eine echte Rampensau steckt. Auch während ihres Studiums in Göttingen ist sie weiter als Sängerin ihrer Höxteraner Band Kuya Lu aufgetreten. „Die Band gibt es seit 15 Jahren und wir sind auch aktuell viel unterwegs, aber natürlich nicht, wenn ich in Bökendorf spiele“, sagt die Sängerin. In der männlichen Hauptrolle des „Nick“ überzeugt der Höxteraner Carl Grübel (22). Trotz seiner Jugend ist Grübel fast eine Art Urgestein der Freilichtbühne, denn seit seinem neunten Lebensjahr ist er dabei und hat schon in vielen herausragenden Rollen brilliert. Eine Säule der aktuellen Inszenierung ist die ausgebildete Sopranistin Svenia Koch. Die Figur der „Kiki“ ist für die Story zwar nicht tragend, aber mit ihrer charismatischen Bühnenpräsenz und ihrer makellosen Profistimme setzt Svenia Koch auch im Flashdance-Musical Akzente. Sarah Fromme und Milena Kahl beleben die Inszenierung mit ihren Gesangs- und Tanzeinlagen und rissen das Premierenpublikum immer wieder zum Mitklatschen und Mitsingen mit. „Mit Flashdance sollen auch Jugenderinnerungen wach gerufen werden“, sagte die Vorsitzende Verena Becker. Regisseurin Anke Lux hat bis in die kleinste Nebenrolle hinein jede Figur zu einem echten Charakter ausgearbeitet. So überzeugen Judith Schlanstedt als strenge Ballettlehrerin und Anna Mohr als Vorzimmerdrache. Sehr gelungen ist auch das Wechselspiel zwischen dem weichherzigen Barbesitzer „Harry“ (Thomas Rüther) und dem skrupellosen Nachtclubbetreiber „C.C.“ (Markus Sander). Insgesamt 60 Darsteller wirken an der Inszenierung mit. Beeindruckend ist schon die erste Szene, in der Regisseurin Lux fast das gesamte Ensemble in Stahlarbeitermontur aufmarschieren lässt und der Inszenierung einen hämmernden Pulsschlag gibt, der bis zu Schlussszene durchgehalten wird.

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