Grand Dame: Mit trockenen Sprüchen und Selbstironie produzierte Maria Crohn ein Lacher nach dem anderen. - © Helga Krooß
Grand Dame: Mit trockenen Sprüchen und Selbstironie produzierte Maria Crohn ein Lacher nach dem anderen. | © Helga Krooß

Brakel Travestie-Festival begeistert in Brakel

Maria Crohn und ihr Ensemble erneut in der Nethestadt zu Gast

Helga Krooß

Brakel. Mehr und mehr lichtet sich der farbige Nebel. Erst schemenhaft, dann immer deutlicher zeichnet sich die Silhouette von Maria Crohn ab. In eine schwarz-goldene Robe gekleidet, der blonde Schopf von einem giftgrünen Federkranz umrahmt, schreitet sie elegant auf die Bühne. Jubelnd wird sie vom Publikum in der gut gefüllten Brakeler Stadthalle empfangen. Die Grand Dame der Travestie war das zweite Mal in der Nethestadt zu Gast. In Begleitung von Lady Maxime, Miss Chantal und Leslie London bescherte sie den bestens aufgelegten Zuschauern einen mehr als vergnüglichen Samstagabend, die von Beginn an mitklatschten, mitsangen, viel zu lachen hatten und kräftig Applaus spendeten. Das Travestie-Festival hatte alle Nuancen des Genres parat: von extravaganten Kostümen, Glitter und Glamour bis zu fantastischem Gesang, Starparodien, Komik und Wortwitz. Maria Crohn ist ein Stand-up-Comedian durch und durch. Mit trockenen Sprüchen und Selbstironie produzierte sie einen Lacher nach dem anderen: „Lieber Schweißperlen als gar keinen Schmuck“, meinte sie und plauderte munter über die Absurditäten ihres Alltags. Dabei ließ sich die Vollblut-Entertainerin immer wieder das obligatorische Glas Weißwein auf die Bühne bringen. „Was für eine Stimmung! Alle rasten aus!“, stellte Lady Maxime bei ihrem Auftritt fest. Sie ist die Newcomerin unter den vier „Paradiesvögeln“. Dem ganz normalen Alltagswahnsinn und anderen absurden Dingen des Lebens begegnete sie mit Schlagfertigkeit und Humor. „1,80 Meter groß, 40 Kilogramm Gewicht. 20 davon allein vorne“, nahm sie beispielsweise die Model-Branche ins Visier. Zudem begeisterte sie mit einer tollen Gesangstimme. Leslie London überzeugte als Verwandlungskünstlerin und Komikerin. Die Lacher ganz auf ihrer Seite, überraschte sie mit einer Heino-Show, als bayerische Schönheitskönigin, als Mireille-Mathieu-Verschnitt und parodierte das mexikanische Volkslied „Cielito Lindo“ auf ganz eigene Weise. Glamouröse Kostüme, High Heels, wallende Mähne, ausdrucksstarke Stimme – so präsentierte sich Miss Chantal. Sie gab mit sprühendem Wortwitz Anekdoten aus dem Leben als Diva zum Besten und beeindruckte insbesondere mit Gesang. Mit Herz und Gefühl interpretierte sie unter anderem „Tornero – 1.000 Träume weit“ und „Sommer in Maspalomas“. Für zweieinhalb Stunden brachten die vier glamourösen „Paradiesvögel“ mit ihren Nummern die Stadthalle zum Toben. Das Publikum bedanke sich dafür mit Standing Ovations. Natürlich gab es auch eine Zugabe. Während des letzten Liedes entfernte sich Maria Crohn entfernte ihre Schminke, nahm ihre Perücke ab und präsentierte sich als Michael Koch. Auch ihre „Begleiterinnen“ verabschiedeten sich ganz privat, ohne Schminke, Perücke und Kostüm mit dem Versprechen, alle nächstes Jahr wiederzukommen.

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