Index im Sonnenschein: Jürgen Behlke (v. l.), Claudia Auinger und Ralf Becker präsentieren die Ergebnisse. - © Simone Flörke
Index im Sonnenschein: Jürgen Behlke (v. l.), Claudia Auinger und Ralf Becker präsentieren die Ergebnisse. | © Simone Flörke

Kreis Höxter/Brakel Konjunkturumfrage der IHK: Heimische Industrie als Wachstumskern

Industrie- und Handelskammer präsentiert die Ergebnisse der Konjunkturumfrage im Kreis Höxter zum Frühjahr 2018. Fast 100 Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern haben sich daran beteiligt

Simone Flörke

Kreis Höxter/Brakel. Durch alle drei Branchen der Mitgliedsbetriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen zieht sich wie ein roter Faden der Fachkräftemangel als Hauptrisikofaktor für die wirtschaftliche Entwicklung: Das wurde in der IHK-Konjunkturumfrage für das Frühjahr 2018 deutlich, deren Ergebnisse IHK-Geschäftsführer Jürgen Behlke mit Vizepräsident Ralf Becker vorstellte. Es sei Aufgabe der Politik, hier gegenzusteuern, sagten beide und warben intensiv für die duale Ausbildung. Knapp 100 Unternehmen mit fast 10.300 Beschäftigten wurden in den Monaten Dezember und Januar zur Lage und zu Erwartungen befragt. Fazit: Die Wirtschaft im Kreis sei robust, die gute konjunkturelle Lage scheine sich fortzusetzen. Allgemeines So liegt der Konjunkturklimaindex – errechnet aus Lage und Erwartungen – stabil im Plus bei 120 Punkten, wobei besonders die Industrie mit 146 Punkten (Frühjahr 2017: 153) punkten kann. Der Wert bei den Dienstleistern liegt bei 105 (106), der beim Handel ist um 13 auf 119 Punkte zurückgegangen. Für Behlke ist die Industrie mit ihrem starken produzierenden Gewerbe im Kreis und einem Anteil von 35 Prozent der Beschäftigten (siehe Grafik) das große Pfund und der Wachstumskern, der andere Branchen mitzieht. Die Beschäftigtenzahl insgesamt hat sich um 2,2 Prozent erhöht auf 44.239. Industrie Die Industrie im Kreis habe ihr Ergebnis von 2016 mit einem Gesamtumsatz im verarbeitenden Gewerbe von 1,703 Milliarden Euro noch um fünf Prozent übertroffen (OWL: plus 5,4 Prozent). Die Beschäftigung sei um fünf Prozent gestiegen (OWL: 4,1 Prozent), die Exporte um „bemerkenswerte 10,8 Prozent" (OWL: plus 8 Prozent). Nur drei Prozent der Industrieunternehmen liegen laut Umfrage mit ihrer Auslastung unter 80 Prozent, 35 Prozent sogar bei mehr als 95 Prozent. Hingegen hat sich die Anzahl derer, die im Inland investieren möchten, im Vergleich fast halbiert auf 24 Prozent. Für Becker auch ein Anzeichen für die fehlenden Fachkräfte bei starker Auslastung: „Der Standort Deutschland ist nicht so einfach." 44 Prozent der Befragten gehen aber von einer weiteren Verbesserung der Geschäftslage aus. Handel Die Entwicklung im Handel spiegele das Bild von 2017 wider. Dabei handele es sich um eine heterogene Gruppe, bei der der Großhandel die Situation als gut und befriedigend bezeichne, der Einzelhandel jedoch einen negativen Ausschlag beisteuere: Neben dem Fachkräftemangel sei hier die Sorge um die Inlandsnachfrage („Kommen die Kunden in mein Geschäft?") ein Risikofaktor. Und das gerade vor dem Hintergrund der Nutzung digitaler Vertriebskanäle zum Onlinehandel: Erstmals sind diese abgefragt worden. Ergebnis: 39 Prozent nutzen diese Form des Vertriebs. Der Umsatzanteil beträgt im Handel 26 Prozent. Claudia Auinger warb für die Digitalisierung, der man sich nicht verschließen dürfe. Deshalb biete die IHK ihren Mitglieder unterschiedliche organisatorische Hilfestellungen und Beratungszuschüsse. Ihr Appell: sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. Dienstleistungen In dieser von Menschen geprägten Branche ist die Sorge um die Fachkräfte bei 74 Prozent der Befragten besonders hoch. 97 Prozent bezeichnen die derzeitige Geschäftslage als gut bis befriedigend (2017: 94 Prozent), 30 Prozent gehen von einer Verbesserung aus (2017: 27 Prozent), 67 Prozent von einer gleichbleibend hohen Entwicklung.

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