Baustelle Jugendbeteiligung: Für Landrat Friedhelm Spieker (v. l.), Kreisjugendamtsleiter Gerhard Handermann, Peter Kamischke (Projekt Begegnung), Projektleiterin Freya Gittel, die Schüler Sandro Gueli und Sabine Geissler sowie viele weitere Akteure fiel am Wochenende in Brakel der Startschuss des neuen Projektes "Jugendarbeit 2.0". - © Silke Riethmüller
Baustelle Jugendbeteiligung: Für Landrat Friedhelm Spieker (v. l.), Kreisjugendamtsleiter Gerhard Handermann, Peter Kamischke (Projekt Begegnung), Projektleiterin Freya Gittel, die Schüler Sandro Gueli und Sabine Geissler sowie viele weitere Akteure fiel am Wochenende in Brakel der Startschuss des neuen Projektes "Jugendarbeit 2.0". | © Silke Riethmüller

Brakel/Kreis Höxter Jugendarbeit 2.0: Eine Stimme für die Jugend

Mit dem Projekt „Jugendarbeit 2.0“ soll die Arbeit mit und für junge Menschen im Kreis Höxter auf neue Beine gestellt werden. Erfolgreicher Startschuss in Brakel

Silke Riethmüller

Brakel/Kreis Höxter. Was wünschen sich junge Menschen im Kreis Höxter von Politik und Gesellschaft? Wie können Angebote für Jugendliche nach deren Vorstellungen gestaltet, weiterentwickelt oder neu aufgebaut werden? Diesen und weiteren Fragen stellt sich das Projekt „Jugendarbeit 2.0", das vom Kreis Höxter in Kooperation mit Projekt Begegnung ins Leben gerufen wurde. Dabei soll den jungen Leuten kein fertig durchdachtes Konzept vorgesetzt werden. Vielmehr sind deren Ideen, Interessen und Wünsche gefragt, um die Jugendarbeit im Kreis noch stärker auf die Bedürfnisse der Jugend ausrichten zu können. „Wir möchten mit den Jugendlichen sprechen, nicht über sie. Sie sollen aktiv mitgestalten", betont Landrat Friedhelm Spieker. Für das Team um Freya Gittel und Peter Kamischke vom Projekt Begegnung stehen daher zunächst Workshops zu verschiedenen Themen und ein Online-Fragebogen zur Bedarfsermittlung am Anfang des auf zwei Jahre angelegten Projektes. Die Jugendlichen können sich aber auch über die sozialen Netzwerke einbringen. Ziel ist es, die Jugendbeteiligung kreisweit zu stärken, vorhandene Strukturen der Jugendarbeit auszubauen und zu vernetzen sowie die aktuellen Bedarfe der jungen Menschen in den Kinder- und Jugendförderplan des Kreises Höxter mit einfließen zu lassen. Förderung durch das Land NRW Das Projekt „Jugendarbeit 2.0", das vom Ministerium für Kinder-, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen finanziell gefördert wird, geht dabei ganz neue Wege, denn es werden neben den Jugendlichen auch die Akteure der Jugendarbeit im Kreis Höxter sowie Entscheidungsträger aus Kommunalpolitik und Verwaltung mit einbezogen. Zum Auftakt trafen sich Vertreter dieser drei Zielgruppen im Berufskolleg Kreis Höxter in Brakel, um gemeinsam erste Impulse zu erarbeiten und Ideen zu sammeln. „Heute ist ein guter Tag für die Jugendlichen im Kulturland Kreis Höxter", sagte Landrat Friedhelm Spieker in seinem Grußwort erfreut. Das Projekt „Jugendarbeit 2.0" lege den Schwerpunkt auf die Beteiligung der jungen Leute, die dadurch Inhalte mitbestimmen und selbst produzieren, Demokratie kennen- und verstehen lernen könnten. „Ich hoffe sehr, dass die Jugendlichen diese einmalige Gelegenheit nutzen, aktiv selbst an Entscheidungen mitzuwirken, die ihre eigene Zukunft betreffen", betonte Spieker. „Bitte werden Sie Multiplikator und erzählen Sie den Menschen, die heute nicht hier sind, welche Möglichkeiten sich durch unser neues Projekt ergeben", so sein Wunsch an die Vertreter aus Politik und Jugendarbeit. Markt der Möglichkeiten Auf dem Programm des Nachmittags standen neben einem „Markt der Möglichkeiten", der Gelegenheit zum Austausch und Mitgestalten bot, sowie den viel beachteten Auftritten von „Vocal Hero"-Gewinner Daniel Ritzenhoff und Poetry-Slammerin Kristin Kieltsch, die sehr sensibel die Probleme der Jugendlichen auf den Punkt gebracht und mit ihrer Warnung vor oberflächlicher Bewertung von Menschen (beispielsweise aufgrund ihres Aussehens) das Motto vom Projekt „Jugendarbeit 2.0" veranschaulicht hat, auch eine von Christina Hüllweg von Radio Hochstift moderierte Podiumsdiskussion. Stellvertretend für ihre Generation nahmen Sabine Geissler und Sandro Gueli, beide Schüler des Kreisberufskollegs in Brakel, neben den Projektleitern, dem Landrat und Kreisjugendamtsleiter Gerhard Handermann auf dem bunten Sofa Platz. Auf ihrer Wunschliste stehen unter anderem günstigere Verkehrsanbindungen für Jugendliche im Kreis Höxter, ein Formular-Pool im Internet oder eine noch stärkere Unterstützung der Nachwuchsarbeit in den Vereinen.

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