Chaotisch: Das vorlaute Sams (Isabell Schröder) hat eine Vorliebe für Krawatten. Das gefällt dem überkorrekten Herrn Taschenbier (Carsten Meier) gar nicht. - © Helga Krooß
Chaotisch: Das vorlaute Sams (Isabell Schröder) hat eine Vorliebe für Krawatten. Das gefällt dem überkorrekten Herrn Taschenbier (Carsten Meier) gar nicht. | © Helga Krooß

Bökendorf Freches Sams und eine romantische Liebe

Theater: Die Freilichtbühne Bökendorf will in dieser Saison die Zuschauer mit den Stücken "Eine Woche voller Samstage" und "Eine Hochzeit zum Verlieben" begeistern. Premieren sind am 3. Juni und 30. Juni

Helga Krooß

Bökendorf. In der kommenden Theatersaison wird es laut, bunt, turbulent und temporeich auf der Freilichtbühne Bökendorf zugehen. Auch witzige Wortspielereien, Situationskomik, Musik zum Mitschnipsen, Tanzszenen und Special Effects fehlen da nicht. Mit dem Kinderstück "Eine Woche voller Samstage" und dem Erwachsenenstück "Eine Hochzeit zum Verlieben" will die Freilichtbühne Bökendorf für allerbeste Unterhaltung sorgen. Miriam Scholz inszeniert das Kinderstück aus der Feder von Paul Maas. Alina Streitbürger unterstützt sie dabei. "Das Sams ist schon eine recht ungewöhnliche Figur. Es ist laut und frech. Es macht einfach, was es will und liebt das Chaos", charakterisiert die Regisseurin die Hauptfigur des Kinderstücks, das am 3. Juni Premiere hat. Das komplette Gegenteil sei da Herr Taschenbier. Ein sehr korrekter und unauffälliger, aber auch ängstlicher Mensch. "Taschenbiers große Sorge ist, dass seine Vermieterin Frau Rotkohl das vorlaute Sams entdecken könnte", erzählt Miriam Scholz. Wo das Sams auch auftaucht, gibt es immer große Aufregung. Beispielsweise löst es im Kaufhaus einen Feueralarm aus, im Büro frisst es die Akten auf und in der Schule bringt es den Lehrer zur Verzweiflung. Das Kaufhaus zählt zu den großen bunten Szenen. Entsprechende Musik soll die turbulente Stimmung unterstreichen. Auch gibt es eine Choreographie. Doch hat das Stück auch kleinere, feinfühlige Szenen zu bieten. Und man dürfe sich auf viele schöne Wortspielereien freuen, so Scholz. "In unserer Bühnenfassung haben wir vier Erzähler-Figuren, die das Stück begleiten und sich auch in den großen Szenen einbringen", sagt sie. Die Musik für das Kinderstück (ebenso für das Erwachsenenstück) komponiert Jens-Henning Gläsker aus Detmold. "Es ist eine fröhliche Musik", verspricht Jonas Fromme, Freilichtbühnen-Pressesprecher. In Szene gesetzt wird auch die Drehbühne. So soll das "Wirtshaus" aus dem letzten Jahr umgebaut werden. Bei kleineren Szenen wird mit einzelnen Kulissenteilen improvisiert. Die Kostümierung ist bunt. Auch darf man auf Special Effects gespannt sein. Rund 80 Darsteller beleben die Bühne. In den Hauptrollen sind Isabell Schröder als Sams, Carsten Meier als Herr Taschenbier und Ruth Brenke als Frau Rotkohl zu sehen. »Es gibt sehr schöne freche und sexy Dialoge« Das Musical "Eine Hochzeit zum Verlieben" (The Wedding Singer) spielt im Jahr 1985. Im Mittelpunkt steht der Möchtegern-Rockstar Robbie Hart, New Jerseys beliebtester Hochzeitssänger, gespielt von Jonas Fromme. Nachdem ihn seine Verlobte vor dem Altar stehen lässt, macht er jede Hochzeit zu einer ähnlichen Katastrophe. Dann lernt er die liebenswerte Kellnerin Julia (Sarah Fromme) kennen. Doch diese will den Finanzhai Glenn (Dominik Scholz) heiraten. Finden Julia und Robbie dennoch zusammen? "Es wird romantisch. Es gibt sehr schöne freche und sexy Dialoge, tolle Kussszenen, viele Kostümwechsel und es wird in hohem Tempo gespielt", beschreibt Regisseurin Anke Lux das Erwachsenenstück. Die Szenen würden in schneller Folge wechseln, der Zuschauer ständig in Atem gehalten. Und es gibt mehrere Hochzeiten. "Die werden unter anderem mit Banner oder Tischdeko dargestellt", sagt Carsten Meier, verantwortlich für die Ausstattung. 60 Akteure stehen auf der Bühne, werden singen und tanzen. "Jeder Einzelne spielt da eine kleine Geschichte", betont Lux, die bei der Regiearbeit von Kirstin Hünnefeld unterstützt wird. Auch die Musik ist in den 80er Jahren angelegt. "Wir haben Hardrock-Nummern, Balladen, Rap und den typischen 80er Jahre Discosound", berichtet Svenia Koch. Zusammen mit Hans-Martin Fröhling hat sie die musikalische Leitung. Die Stücke seien zwar nicht so bekannt, aber sehr eingängig. Da könne man sofort mitschnipsen. 18 Songs werden präsentiert, neun davon durch den Chor begleitet. Gespannt sein darf man zudem auf das zeitgemäße Auto, das in einer Szene auf die Bühne fährt. Zeitgemäß sind auch die vielen Kostüme mit Wiedererkennungswert. Premiere des romantischen Musicals ist am 30. Juni.

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