Konfliktsituationen meistern: Jeder sollte seine eigene Insel verlassen, ein stückweit seine Standpunkte ändern und sich in die Lage des anderen hineinversetzen, rät „Mental-Bäuerin“ Elke Pelz-Thaller. - © Helga Krooß
Konfliktsituationen meistern: Jeder sollte seine eigene Insel verlassen, ein stückweit seine Standpunkte ändern und sich in die Lage des anderen hineinversetzen, rät „Mental-Bäuerin“ Elke Pelz-Thaller. | © Helga Krooß

Brakel 450 Teilnehmerinnen beim Kreislandfrauentag

Kreisverband feiert im Juli sein 70-jähriges Bestehen

Helga Krooß

Brakel. „Frauen sind die Juwelen der Schöpfung. Man muss sie mit Fassung tragen". Mit diesen humorvollen Worten hieß die wiedergewählte Vorsitzende des Kreislandfrauen-Verbandes Höxter-Warburg, Gabriele Beckmann, rund 450 Landfrauen und Ehrengäste zur Jahreshauptversammlung der Landfrauen in der Brakeler Stadthalle willkommen. „In unserem Verband finden Frauen aus allen Bereichen der Gesellschaft einen Platz und unsere Gemeinschaft gibt vielen Frauen Halt und Sicherheit", sagte Beckmann. Auch in schwierigen Lebenslagen. „Wir sind nicht die reiselustigen, kuchenessenden und kaffeetrinkenden Bienchen. Wir sind Herz und Motor unserer Familien, auf unseren Höfen und in unseren Dörfern und Städten", machte sie das große Engagement der Landfrauen deutlich. Gemeinsam, als starker Verband, hätten sie eine Stimme, würden gehört, könnten gestalten und mitbestimmen. Von ihr angesprochen wurden auch die Wahlen der Landfrauen im gesamten Kreisgebiet. Mit gewissem Stolz vermeldete sie, dass sich bis auf wenige Ausnahmen überall Ansprechpartnerinnen oder Ortsverbandsfrauen gefunden hätten. Auf Ortsverbandsebene hätten sich die Vorstände vielerorts als Team gebildet. Die Kreisvorsitzende freute sich auch über 90 neue Mitglieder. Aktuell zählt der Kreisverband 1.524 Mitglieder. Grund zur Freude ist zudem das 70-jährige Bestehen der Landfrauenbewegung, das in diesem Jahr gefeiert wird. Auch der Kreislandfrauen-Verband Höxter-Warburg begeht seinen 70. Geburtstag. Dazu ist am 13. Juli ein ganz besonderer Jubiläumsabend in der Brakeler Stadthalle geplant. Dass der Begriff Landfrauen in vielen Bereichen für Qualität steht, machte Bürgermeister Hermann Temme in seinem Grußwort deutlich. „Landfrauen sind füreinander da und setzen gemeinsam neue Impulse". Auch Landrat Friedhelm Spieker und Kreislandwirt Heinrich Gabriel lobten den unermüdlichen Einsatz der Landfrauen. Sie seien aufgeschlossen, couragiert und würden ihre Aufgaben mit Herz wahrnehmen. Insbesondere Anerkennung gebührte dem Vorstand mit der Vorsitzenden Gabriele Beckmann, ihren Stellvertreterinnen Monika Aufenanger und Karin Schröder sowie Katja Hübner als Geschäftsführerin, die mit 100 Prozent der Stimmen für vier Jahre wiedergewählt wurden. Große Erwartungshaltung wurde der Referentin Elke Pelz-Thaller entgegengebracht. In ihrem Vortrag „Einheirat" ging die Bäuerin, Mental- und Persönlichkeitstrainerin recht humorvoll aber auch mit Tiefgang auf das Thema Generationenkonflikt auf dem Bauernhof ein. Pelz-Thaller hat selbst vor über 20 Jahren auf einen Aussiedlerhof in Oberbayern eingeheiratet und erfahren müssen, dass es nicht immer einfach ist, alle Meinungen unter einen Hut zu bringen. Insbesondere wenn Menschen aus völlig unterschiedlichen Systemen wie Stadt und Land aufeinandertreffen würden, seien Konflikte vorprogrammiert. Brücken zu bauen, die Lebensform der anderen zu respektieren und Perspektiven zu wechseln seien Mechanismen, mit denen das Einheiraten und das Zusammenleben erfolgreich gemeistert werden könnten. In den Schuhen des Anderen zu laufen und dabei eigene Akzente zu setzen, das sei das Erfolgsgeheimnis.

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