Lesestoff mit viel Lokalkolorit: Christof Lücking (Heimatverein; v. l.), Autor Friedel Brenneke sowie Karl und Susanne Wickel präsentieren den neuen historischen Roman „In Gottes Namen" - © Simone Flörke
Lesestoff mit viel Lokalkolorit: Christof Lücking (Heimatverein; v. l.), Autor Friedel Brenneke sowie Karl und Susanne Wickel präsentieren den neuen historischen Roman „In Gottes Namen" | © Simone Flörke

Bökendorf Historischer Roman mit viel Lokalgeschichte

Rund drei Jahre hat Autor Friedel Brenneke intensiv an seinem neuen Buch gearbeitet

Simone Flörke

Bökendorf. Mit zwei heimatgeschichtlichen Themen ist Friedel Brenneke in Bökendorf aufgewachsen. 2008 verarbeitete er das eine Thema – die Geschichten um die Judenbuche der Annette von Droste-Hülshoff aus Perspektive des Landvolks – in sein erstes Buch „Blaukittel". Nun hat er sein zweites Werk fertiggestellt, das die zweite Thematik beleuchtet: Den Dreißigjährigen Krieg und die Bökendorfer – noch heute lebendig in den Geschichten im Dorf über die reale Figur des Johann Schneeberg, seine Beteiligung an der Schlacht bei Lützen (nahe Leipzig). Und die Kette des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf, die er geraubt haben soll – und nach der noch heute in Bökendorf gesucht wird, erzählt Brenneke mit einem Augenzwinkern bei der Vorstellung seines neuen historischen Romanes. Der heißt „In Gottes Namen", umfasst rund 270 Seiten und ist für 9,99 Euro erhältlich (ISBN: 978-3-7460-6382-9). Verbindung nach Bökendorf ist nicht verloren gegangen Es soll ein Geschichtsbuch mit viel Lokalkolorit sein, das auf recherchierten wahren Fakten beruht, ihm dennoch aber die Freiheit eines historischen Romans lässt, dass es auch abseits wissenschaftlicher Hintergründe seine interessierte Leserschaft findet, erklärt der gebürtige Bökendorfer (Jahrgang 1953). Er hat in Bochum Germanistik und Geschichte studiert und ist heute Fachbereichsleiter für Geschichte, Gesellschaft und Politik an der Volkshochschule Bochum. Die Heimatbezüge und die Verbindung in sein Bökendorf hat er aber nie verloren. Und rund drei Jahre intensiv an seinem zweiten Roman gearbeitet. Darin beleuchtet er in sechs Kapiteln und einem Epilog unter dem Titel „Schneebergers Vermächtnis" den Dreißigjährigen Krieg im Hochstift aus lokalgeschichtlicher Perspektive: Beide Hauptpersonen – Johann Schneeberg und Jodokus Wallbaum – hat es in Bökendorf gegeben. Von Schneeberg ist überliefert, dass er an der Schlacht bei Lützen teilgenommen hat. Der Schneeberger Hof stand noch bis in die 1960er Jahre nahe der Kirche. Die große Geschichte lasse sich besser fassen, wenn man sie im Spiegel der lokalen Geschichte betrachte, sagt Brenneke über seine Arbeit. Das sei konkreter, persönlicher und biete jede Menge lokale Bezüge zu Orten und Menschen. So hat er die Schauplätze seines Romans nach Brakel, Höxter und Paderborn verlegt, bringt wahre historische Personen wie den Adligen Ludwig von Asseburg mit hinein und verwebt das Ganze mit dem zweiten Erzählstrang: der Hexenverfolgung, die im Zuge der zerrütteten Gesellschaften nach dem Dreißigjährigen Krieg eine Hoch-Zeit erlebt habe: Es gab viel Streit in der dezimierten Bevölkerung und viele Kämpfe in den sozialen Gruppen, die in Verdächtigungen mündeten. „Bökendorf hat einiges zu bieten", sagt Brenneke. Einiges, das weitere Recherche lohnen könnte. Vielleicht auch für ein neues Buch aus seiner Feder. Ende des Jahres will er in Ruhestand gehen – Zeit also, einzutauchen ins spannende 20. Jahrhundert mit Schüssen auf die Kutsche des Barons oder Hausdurchsuchungen nach versteckten Waffen während eines Waldarbeiter-Streiks, mit Wilderei und „interessanten sozialen Komponenten".

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