Eisenbahn für die Enkelkinder: Heike Hartmann aus Hampenhausen hat das 30 Jahre alte Spielzeug zu Fachmann Klaus Hakelberg vom Repair-Café gebracht. - © Manuela Puls
Eisenbahn für die Enkelkinder: Heike Hartmann aus Hampenhausen hat das 30 Jahre alte Spielzeug zu Fachmann Klaus Hakelberg vom Repair-Café gebracht. | © Manuela Puls

Brakel Großer Andrang im Brakeler Repair-Café

Gleich am ersten Tag lassen viele ihre defekten Elektro-Kleingeräte reparieren

Helga Krooß

Brakel. Schon am ersten Öffnungstag gleicht das neue Brakeler Repair-Café einem Taubenschlag. Die Leute geben sich vormittags am Brakeler Marktplatz die Klinke in die Hand und wollen dort ihre defekten Elektrokleingeräte reparieren lassen. Alois Rasche aus Riesel hat seine geliebte Kaffeemaschine mitgebracht. Das gute Stück brüht sonst immer genau nach seinem Geschmack, aber jetzt hat es den Dienst versagt. Florian Weisheit und Manfred Tölle vom Repair-Café greifen zum Schraubenzieher: „Da ist zwar nur der Kippschalter kaputt, aber um da dran zu kommen, muss die komplette Maschine zerlegt werden", hat Alois Rasche erfahren. Der Rieseler ist überzeugt vom neuen Repair-Café: „Das ist auf jeden Fall eine sehr gute Idee", sagt er. Schließlich würden so viele Elektrogeräte einfach weggeworfen. Das kann Hubertus Abraham vom Kreis Höxter sofort unterschreiben: „Allein im Jahr 2017 sind davon im Kreis Höxter 210 Tonnen angefallen und in den Sammelcontainern gelandet", sagt er. Maria-Theresia Seck muss sich tatsächlich von ihrem alten Wasserkocher verabschieden: „Der ist nicht mehr reparabel, aber einen Versuch war es wert", meint die Brakelerin. Lange zu tun haben die Fachleute vom Repair-Café mit dem Toaster von Gerhard Schmitz, der extra aus Ottbergen gekommen ist. Das Gerät will einfach nicht mehr einrasten. Ganz schön schwierig für Elektriker Manfred Tölle, an die entscheidende Platine heranzukommen. Gerhard Schmitz hängt an dem Toaster: „Wir haben den schon so lange und sind daran gewöhnt, und so etwas gibt es heute gar nicht mehr zu kaufen", meint er. Die Wartezeit im Repair-Café kann er sich mit Kaffee und Kuchen vertreiben. »Total klasse, wenn das eine oder andere Teil repariert werden kann, das sonst im Müll landen würde« Dann ist Heike Hartmann aus Hampenhausen an der Reihe. Sie hat zu Weihnachten für ihre Enkelkinder altes Spielzeug hervorgekramt, doch die 30 Jahre alte Struxi-Bahn will einfach nicht mehr fahren. „Wenn ich die zum Elektriker bringe, kriege ich eine so hohe Rechnung, da kann ich die Bahn auch gleich wegwerfen", meint sie. Deswegen findet sie das ehrenamtliche Angebot des Repair-Cafés richtig gut: „Total klasse, wenn das eine oder andere Teil repariert werden kann, das sonst im Müll landen würde." Manfred Gehle verlässt das Repair-Café zufrieden. Sein Ladegerät für die Autobatterie wollte nicht mehr. Jetzt haben ihm die Fachleute das passende Ersatzteil im Internet herausgesucht. Sobald es da ist, will der Brakeler es im Repair-Café einbauen lassen. „So ein Angebot fehlte noch, hierher kommen bestimmt auch Auswärtige", ist sich der Brakeler sicher. Zum Dank lässt er den eifrigen Helfern dann auch eine kleine Spende da.

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