Freuen sich: Franz-Josef Wolff (von links), Tanja Hartmann, Friedhelm Bröker, Ferdinand Gerdes und Peter Rech durften schon mal einen Blick auf den ersten maßstabsgetreuen Nachbau des historischen Dorfes Gehrden werfen. - © Helga Krooß
Freuen sich: Franz-Josef Wolff (von links), Tanja Hartmann, Friedhelm Bröker, Ferdinand Gerdes und Peter Rech durften schon mal einen Blick auf den ersten maßstabsgetreuen Nachbau des historischen Dorfes Gehrden werfen. | © Helga Krooß

Gehrden Gehrden in Miniaturformat

Zum Jubiläum fertigen Teilnehmer eines gemeinsamen Projekts von Jobcenter und Kreishandwerkerschaft Modelle des Ortes an

Helga Krooß

Istrup/Gehrden. Zum 1.150-jährigen Jubiläum Gehrdens, das in diesem Jahr Ende August gefeiert wird, hat sich der Festausschuss einige besondere Projekte überlegt. Eines ist der maßstabsgetreue Nachbau Gehrdens, der im Ausbildungszentrum Bau in Istrup angefertigt wird. Das erste Modell im Maßstab von 1:400 stellt den Ort in seiner heutigen baulichen Situation dar. Im Mittelpunkt des zweiten Nachbaus, mit dem in Kürze begonnen wird, stehen die baulichen Veränderungen von der Nachkriegszeit bis in die 1960er Jahre. „Die Recherche war nicht einfach. Es gab weder entsprechende Schriftstücke noch Pläne. Aber beim Katasteramt des Kreises Höxter sind wir dann schließlich weitergekommen", erzählte Franz-Josef Wolff vom Festausschuss Gehrden. Zusammen mit Ferdinand Gerdes, der das Modellbau-Projekt mit begleitet, freute er sich über den ersten, recht gelungenen Nachbau aus Holz. „Auffällig sind die vielen Freiflächen, beispielsweise zwischen dem ehemaligen Rathaus und der Kirche. Hier standen früher einmal fünf Bauernhöfe. Sie wurden anlässlich der geplanten großen Dorfsanierung in den 60er Jahren abgerissen", wusste Wolff zu berichten. Ein paar Kleinigkeiten wie unter anderem der Turm der alten Molkerei müssen noch angefertigt werden. „Aber in zwei Wochen ist das Modell komplett", versicherte Projektleiter Friedhelm Bröker. Auf der Suche nach der Umsetzung ihrer Idee zu dem Modellnachbau wurde der Festausschuss Gehrden auf die Maßnahme des Jobcenters Kreis Höxter „Arbeitsgelegenheit im handwerklichen Bereich" aufmerksam, eine Zusammenarbeit zwischen der Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg und dem Jobcenter. „Ziel ist die Stabilisierung und Qualifizierung der Teilnehmer mit Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt", erklärte Tanja Hartmann vom Jobcenter Kreis Höxter. Die Teilnehmer würden im Team zusammenarbeiten und könnten ihre beruflichen Erfahrungen einbringen, aber auch neue Fähigkeiten erwerben. Unter der Anleitung von Friedhelm Bröker sowie anhand von historischen Kartenmaterial haben sich die neun Teilnehmer an die recht anspruchsvolle Arbeit gemacht. Gerade bei den zum Teil winkligen Häusern mit Gauben war viel feinmechanische Arbeit gefragt. „Anfangs hatten wir schon kleine Hürden zu überwinden. Denn wir sind ja alle keine Modellbauer. Aber dann lief es ganz gut", meinte Bröker. Man habe schon schauen müssen, dass man bei dem Projekt nicht zu sehr ins Detail gehe. Auch Ferdinand Gerdes, Mitglied im Festausschuss, stellte sein handwerkliches Können unter Beweis und fertigte den kompletten Schlossbereich an. Dafür sei er schon ein paarmal vor Ort gewesen und habe sich die Gebäude genauer anschauen müssen, erzählte er. Nicht einfach war zudem die Flächenherstellung. Nach einigen Versuchen entschieden sich die Teilnehmer für eingefärbten Sand, der dann als Untergrund auf eine dem Maßstab entsprechend große Platte verklebt wurde. Alles in allem sei das Projekt erfolgreich verlaufen, führte Friedhelm Bröker an. Die Teilnehmer hätten gut zusammengearbeitet und ihre Ideen mit eingebracht. Mit dem zweiten Modell werde in Kürze begonnen. Bis Juni/Juli soll es fertig sein. Nach dem Jubiläumsfest sollen die Nachbauten in der Gehrdener Bürgerhalle dauerhaft ausgestellt werden.

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