Machen sich vor Ort ein Bild von Friederikes Hinterlassenschaft: Förster Eckhard Rottmann (v.l.), Staatssekretär Heinrich Bottermann, Freiherr Clemens von Weichs (Waldbauernverband Hochstift), Roland Schockemöhle (Regionalforstamt Hochstift) und Brakels Bürgermeister Hermann Temme. - © Manuela Puls
Machen sich vor Ort ein Bild von Friederikes Hinterlassenschaft: Förster Eckhard Rottmann (v.l.), Staatssekretär Heinrich Bottermann, Freiherr Clemens von Weichs (Waldbauernverband Hochstift), Roland Schockemöhle (Regionalforstamt Hochstift) und Brakels Bürgermeister Hermann Temme. | © Manuela Puls

Hembsen Staatssekretär informiert sich über Sturmschäden im Kreis Höxter

Zwei Wochen nach dem Sturm Friederike ist die Aufarbeitung im vollen Gange

Manuela Puls

Hembsen/Bruchhausen. Genau zwei Wochen liegt Friederikes Besuch im Kreis Höxter jetzt zurück, und die stürmische Dame macht immer noch von sich reden: Am Mittwoch hat sich Heinrich Bottermann (CDU), Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, ein Bild von den Schäden im Kreis Höxter gemacht, der bekanntlich besonders hart betroffen ist. „Das ist stellenweise schlimmer als bei Kyrill", bringt es der Brakeler Förster Eckhard Rottmann auf den Punkt. Er führt den Gast aus Düsseldorf in ein Revier bei Hembsen, in dem die Aufarbeitung schon im vollen Gange ist. Insgesamt 47 Hektar hat Friederike im Brakeler Stadtwald umgeworfen, das entspricht etwa 28.000 Festmetern Holz. „Das ist das Doppelte unseres gesamten Jahreseinschlags", erklärt Rottmann. "Die werden Schädlinge anlocken" Hier auf dem Berg bei Hembsen ist nahezu alles niedergewalzt. Einzelne einsame Fichten stehen noch, schwanken aber bedenklich im Wind. Auffällig viele abgebrochene Stümpfe sind zu sehen. „Die werden Schädlinge anlocken" befürchtet Rottmann. Zuerst seien die Wege freigemacht worden, damit es überhaupt wieder ein Durchkommen gab. Der vom Regen aufgeweichte Waldboden erschwert das Aufräumen. Die Forstarbeiter nutzen die Kronen der Bäume als eine Art Matte für die Rücke-Gassen. Frost würde hier jetzt hilfreich sein. Die Erkelner Firma Wulf ist mit einem riesigen Harvester im Einsatz. In Windeseile entfernt Christoph Wulf die Zweige von den Stämmen und sägt ihn in Stücke. „Wir werden ein Jahr zu tun haben, das aufzuarbeiten, was Friederike zerstört hat", sagt Roland Schockemöhle vom Regionalforstamt Hochstift. Sicherheitsschulung gegen Unfälle Ständig bekommt er Anrufe aus dem Ausland, Rückfirmen bieten ihre Dienste an. Trotzdem setzt Schockemöhle auf heimische Betriebe. „Die Wertschöpfung soll hier in der Region bleiben". Damit es bei der gefährlichen Arbeit keine Unfälle gibt, soll es im Februar extra eine Sicherheitsschulung für die Unternehmer geben. „Die Kyrill-Erfahrung kommt uns jetzt zugute", so der Forstamtsleiter. Staatssekretär Bottermann zeigt sich bestürzt vom Ausmaß der Zerstörung: „Sieht wüst aus hier", sagt der Vertreter des Düsseldorfer Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz. Da sehe man, wie der Klimawandel sich auswirke. „Die Stürme werden öfter kommen und heftiger sein", befürchtet Bottermann. Darauf müsse man sich einstellen, beispielsweise durch mehr Mischwälder und klimafeste Bäume wie Douglasie und Küstenfichte. Die Betroffenen von Friederike dürfe man nicht allein lassen. Auf Hilfe hofft auch Freiherr Wolfgang von Wolff-Metternich. Seinen Wald zwischen Bruchhausen und Tietelsen hat der Sturm ebenfalls fast völlig platt gemacht. 40 Hektar Fichten sind umgeworfen worden. Das ist die Menge Holz, die von Wolff-Metternich sonst in 15 Jahren einschlagen würde. „Viele private Waldbesitzer bringt Friederike in Existenznot", betont Freiherr Clemens von Weichs, der Vorsitzende des Waldbauernverbandes im Hochstift. Für viele Jahre fehlen die Einnahmen, und es entstehen hohe Kosten durch die Aufforstung.

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