Im Gespräch: Während die junge Lena (r., Fritzi Eichhorn) dem Alkohol nicht aus dem Weg geht, möchte ihre Tante Maxi (Jessi Jahning) nichts mit alkoholischen Getränken zu tun haben. Am Ende kann Lena überzeugt werden, sich dem Alkohol abzuwenden. - © Madita Schellenberg
Im Gespräch: Während die junge Lena (r., Fritzi Eichhorn) dem Alkohol nicht aus dem Weg geht, möchte ihre Tante Maxi (Jessi Jahning) nichts mit alkoholischen Getränken zu tun haben. Am Ende kann Lena überzeugt werden, sich dem Alkohol abzuwenden. | © Madita Schellenberg

Brakel/Kreis Höxter Schüler erleben die "Alkohölle"

Schauspiel: Anlässlich der Aktionstage "Sucht hat immer eine Geschichte" ist das Theaterspiel Witten zu Gast in der Jugendfreizeitstätte

Madita Schellenberg

Brakel/Kreis Höxter. Mit Charme und Witz, offen und ehrlich: Anlässlich der kreisweiten Aktionstage "Sucht hat immer eine Geschichte" war nun das Theaterspiel Witten in der Jugendfreizeitstätte Brakel zu Gast. Bei zwei Aufführungen konnten rund 360 Schüler das Stück "Alkohölle" von Beate Albrecht erleben, das sich rund um den Missbrauch von Alkohol dreht. Mit dabei: Peter Peiseler, der als trockener Alkoholiker nicht nur im Stück mitwirkte, sondern den Schülern im Nachgespräch Rede und Antwort zu seiner früheren Sucht stand. Über die Aktionstage, die aktuell im ganzen Kreis Höxter stattfinden, freut sich Angela Sickes, Organisatorin vom Caritasverband, ganz besonders: "Wir wollen auf die Ursachen der Suchtentwicklung und auf die Lage der Betroffenen aufmerksam machen und für das Thema Suchtentwicklung sensibilisieren". Die Suchtprävention in den Fokus zu rücken, sei wichtig. "Wir möchten auch zeigen, dass es für Betroffene gute Hilfsangebote gibt". In der Brakeler Jugendfreizeitstätte konnten sich nun über 300 Acht- und Neuntklässler aus dem Kreis Höxter ein Bild von den Folgen des Alkoholkonsums machen. Das Theaterspiel Witten näherte sich dem Thema auf sehr deutliche und erschreckende Art und Weise, zugleich aber auch mit einer guten Portion Humor und Rap-Musik. So brauchte das vierköpfige Ensemble nicht lange, um die Schüler in den Bann zu ziehen. Das ganze Stück, das seit seiner Premiere 2005 schon mehr als 600 Mal aufgeführt worden ist, dreht sich um eine Wette: Dabei geht es um die junge Lena, die mit ihrer Clique gern das ein oder andere Glas Alkohol trinkt. Der teuflische Verführer Al möchte die junge Frau mit dem neuen Alko-Pop "The devil?s first kiss" mehr und mehr dem Alkohol gefügig machen - es gelingt ihm fast. Doch am Ende verliert er seine Wette, denn Lena erfährt, dass ihr verstorbener Vater auch abhängig vom Alkohol war und den Verkehrsunfall, bei dem er starb, selbst betrunken verschuldet hatte. Ihr Entschluss: Ihr eigenes Schicksal soll nicht das Gleiche sein. Im Anschluss an das Stück konnten die Schüler dem Ensemble rund um das Thema Alkoholmissbrauch Fragen stellen - und nutzten die Chance. Teilgenommen haben Schüler aus vielen Teilen des Kreises Höxter: Jugendliche der Geschwister-Scholl-Schule in Brakel, der Eisenhoitschule Warburg, des Bad Driburger Gymnasiums St. Xaver, der Driburger Realschule, der Brakeler Gesamtschule und Jugendliche der Brede in Brakel.

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