Ganzer Züchter-Stolz: Die wildfarbene Farbenzwerg-Häsin aus der Zucht von Heinz Arendes erhielt ein Gesamturteil von wohlverdienten 385,5 von 400 höchstmöglichen Punkten. Sie machte ihren Besitzer damit zu einem der 13 gekürten Piun-Meister. - © Saskia Jochheim
Ganzer Züchter-Stolz: Die wildfarbene Farbenzwerg-Häsin aus der Zucht von Heinz Arendes erhielt ein Gesamturteil von wohlverdienten 385,5 von 400 höchstmöglichen Punkten. Sie machte ihren Besitzer damit zu einem der 13 gekürten Piun-Meister. | © Saskia Jochheim

Bühne Rassekaninchen stehen in der Bühner Alsterhalle zur Schau

Rund 40 unterschiedliche Rassen brachten die Züchter an diesem Wochenende mit

Saskia Jochheim

Bühne. Sie knabbern gelassen am Möhrchen oder mümmeln frisches Heu. Manch eines hat es sich gemütlich gemacht oder hält gar ein Schläfchen: Die Kaninchen in der Bühner Alsterhalle stören sich nicht daran, dass sie die Stars der 20. Allgemeinen Piun-Ausstellung sind. Ihre Besitzer aber interessiert das dafür umso mehr. So wie Heinz Arendes, der für die Zucht seiner grauen Farbenzwerge den Pokal des ersten Vereinsmeisters gewann. Mit 483,5 Punkten wurden seine Kaninchen innerhalb der Vereinsmeisterschaft des Vereins W 53 und Umgebung als die besten ihrer Art bewertet. Über den zweiten Platz freut sich Klaus Heinemann. Für seine Zucht der Hermelin RA wurde er ebenfalls mit 483,5 Punkten belohnt. Die lohfarbig-schwarzen Farbenzwerge von Elmar Hördemann brachten ihrem Besitzer den Platz als dritten Vereinsmeister ein. Erster Jugendvereinsmeister darf sich Sören Dohmann nennen. Mit 385,5 Punkten bewerteten die Richter seine lohfarbig-schwarzen Farbenzwerge. Der Platz des zweiten Jugendvereinsmeisters ging mit 383,0 Punkten an Samira Hördemann. Sie züchtet thüringer-weiße Zwergwidder. Der Preis für den besten Rammler ging mit 97,5 Punkten an die thüringerfarbigen Zwergwidder von Rainer Breker. Klaus Heinemann wurde mit 97,0 Punkten für die beste Häsin unter den Hermelin RA belohnt. Außerdem freut sich Heinemann über den Preis für die beste Zuchtgruppe I und II unter den Hermelin RA. Sie wurden mit je mit 386,0 und 386,5 Punkten bewertet. Den geschulten Blicken der Preisrichter entgeht nichts Was für die Kaninchenzüchter geläufige Zahlen sind, ist für Außenstehende nicht ganz so einfach nachzuvollziehen. Schließlich ist jedes einzelne der insgesamt 292 Kaninchen in der Alsterhalle auf seine Art niedlich, flauschig und - eben ein Kaninchen. Der Blick der Wertungsrichter aber ist ein anderer. Sie gehen streng vor in der Vergabe der Punkte. Ihrem geschulten Blick entgeht nichts. Für sieben Kriterien vergeben sie einzelne Wertungspunkte. Zusammengezählt ergeben diese Punkte dann das Gesamturteil, das von "nicht befriedigend" über "gut" und "sehr gut" bis hin zu "hervorragend" und schließlich "vorzüglich" reicht. Einer, der sich auskennt ist Friedl Jäger. Der Züchter aus Trendelburg/Eberschütz ist Mitglied im W 53 und hat sich den deilenaarfarbigen Farbzwergen verschrieben. "Ein seltener Farbenschlag, schwer zu züchten", weiß der Kaninchen-Liebhaber. Für seine junge Häsin hat er eine Gesamtpunktzahl von 96,5 Punkten und das Urteil "hervorragend" bekommen. "Die wichtigsten Kriterien sind Gewicht und Pflegezustand", erklärt Friedl Jäger. "Wer da die nötigen Punkte nicht bekommt, naja, der sollte im Grunde gar nicht erst antreten", meint er, und streichelt seiner Häsin liebevoll übers Fell. Weiter würden die Richter auf die Körperform, das Fell-Haar, die Ohren, die Fellfarbe und die Unterfarbe schauen, weiß Jäger. "Der Körper der Farbenzwerge sollte schön rund sein, die Ohren klein, unter sechs Zentimeter", erklärt er weiter. "Und sehen Sie hier, wenn ich leicht auf das Fell puste, dann sieht es aus wie ein Trichter, in dessen Spitze es dunkel ist", beschreibt der Züchter die untere Fellfarbe seiner deilenaarfarbigen Farbenzwerg-Häsin. Wohl einer der jüngsten unter den Züchtern ist Sören Dohmann. Der 17-jährige Borgentreicher begeistert sich seit seinem achten Lebensjahr für die Kleintiere. Sein Vater züchtet auch. "Allerdings hat er nachgezogen. Angefangen habe ich", sagt der Jungzüchter, bei dem zurzeit 40 lohfarben-schwarze Farbenzwerge leben. "Diese schöne Farbe", schwärmt er über seine Tiere, "ich war sofort in die Rasse verliebt". An einer Neuzüchtung unter den Farbenzwergen versucht sich derzeit Thomas Pape. "Sie ist ein Farbenzwerg Mantel-gescheckt-rot-weiß", erklärt der Muddenhagener die Farbe seiner Häsin mit der weißen Brust, weißen Vorder-und Hinterläufen und dem mantelförmigem rot-weißen Muster. "Die Rasse befindet sich noch in der Anerkennungsphase und sucht Züchter, die sich für sie begeistern", so Pape. Auffällig unter den 40 Rassen ist eine, die stark an eine bekannte Hunderasse erinnert. "Das sind Dalmatiner Rex", informiert ihr Besitzer Hans-Jürgen Kornhoff. Diese Rasse mit ihrem kurzen, sehr weichen Fell (Rex), solle möglichst an jeder Körperseite mindestens fünf schwarze Punkte haben, sagt er. Das hinzubekommen sei fast eine Glückssache. Keine Glückssache aber sei die richtige Haltung der Kaninchen: "Für uns ist es wichtig, dass es den Tieren gut geht. Wir distanzieren uns von Massentierhaltung und dem Sitzen auf Rosten. Das geht gar nicht. Kaninchen müssen auf Heu sitzen", betont der W 53-Vorsitzende.

realisiert durch evolver group