So wird?s gemacht: An den großen Gebissen dürfen die Kinder das Putzen üben. Wertvolle Tipps geben die zahnmedizinische Fachangestellte Gisela Borns (v. l.) und Zahnärztin Lisa Hasenbein. Übersetzerin Sona Ahmadova aus Aserbaidschan (r.) hilft bei der Verständigung. Die Aktion rief unter anderem Ehrenamtskoordinatorin Ellen Sickes-Lange (3. v. l.) ins Leben. - © Saskia Jochheim
So wird?s gemacht: An den großen Gebissen dürfen die Kinder das Putzen üben. Wertvolle Tipps geben die zahnmedizinische Fachangestellte Gisela Borns (v. l.) und Zahnärztin Lisa Hasenbein. Übersetzerin Sona Ahmadova aus Aserbaidschan (r.) hilft bei der Verständigung. Die Aktion rief unter anderem Ehrenamtskoordinatorin Ellen Sickes-Lange (3. v. l.) ins Leben. | © Saskia Jochheim

Borgentreich In der ZUE in Borgentreich ist der Zahnarzt zu Besuch

Es sei für viele Flüchtlingskinder nicht selbstverständlich, dass Zähneputzen zum Alltag gehört, sagt Ellen Sickes-Lange

Saskia Jochheim

Borgentreich. Im Haus 8 der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) in Borgentreich geht es wuselig zu. 30 Kinder zwischen drei und sechs Jahren laufen zwischen den Tischen und Stühlen umher. Hier und da wird eifrig die Saugfähigkeit der neuen Zahnbürste an allerlei Gegenständen geprüft. Denn die Zahnbürste hat einen Gummifuß, mit dem sie sich zum Beispiel super am Waschbecken befestigen lässt. Die Kinder strahlen ihre Eltern und die Betreuer an - schließlich wollen die frisch geputzten Beisserchen stolz präsentiert werden. Wie das Zähneputzen richtig gemacht wird, erklärten am Donnerstag in der Einrichtung die Zahnärztin Lisa Hasenbein und die zahnmedizinische Fachangestellte Gisela Borns. An großen Gebissen zeigen sie den Kindern, wie sie ihre Zähne so putzen, dass "Karius und Baktus" keine Chance haben, es sich dort gemütlich zu machen. Geduldig und mit großen Augen hören die Kinder aus Pakistan, Albanien, Russland, Aserbaidschan und Indien zu. »Möchten mehr und öfter solche Info-Veranstaltungen anbieten« Lisa Hasenbein und Gisela Borns arbeiten im Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienst des Kreises Höxter. Jedem Kindergarten und jeder Grundschule im Kreis statten sie einmal im Jahr einen Besuch ab. "Wir sind dafür da, die Reihenuntersuchungen durchzuführen, zu schauen, bei welchem Kind ein Zahnarztbesuch notwendig ist", erklärt Hasenbein. In der ZUE steht an diesem Vormittag aber die Zahn-Prophylaxe im Vordergrund. "Neben dem richtigen und gründlichen Zähneputzen erklären wir den Kindern und Eltern außerdem, welche Lebensmittel den Zähnen schaden und welche, auch ganz allgemein, gesünder für den Körper sind", sagt Hasenbein. Der Vormittag rund um die Zahngesundheit fand erstmalig in der ZUE statt. "Wir sind glücklich, dass wir Frau Hasenbein und Frau Borns für diese Aktion gewinnen konnten", freut sich Ellen Sickes-Lange, Ehrenamtskoordinatorin der Malteser. Es sei sehr wichtig, den Kindern das Wissen um die Notwendigkeit der Zahngesundheit mit auf ihren Lebensweg zu geben, so Sickes-Lange. "Denn Kinder aus manchen Herkunftsländern kennen einfach keine Zahnbürste. Es ist nicht selbstverständlich, dass das für uns so pragmatische Zähneputzen, für alle zum Alltag gehört", erklärt sie. Umso wichtiger sei es daher, die Zahnpflege schon in der ZUE fest in den Alltag der Kinder zu integrieren. "Wir möchten erreichen, dass die Kinder solch alltagspraktische Dinge kennen und beherrschen. Sie sollen nicht erst damit anfangen, wenn sie den Kommunen zugewiesen werden und dort in die Schulen kommen", so Sickes-Lage. Der Vormittag rund um die Zahngesundheit soll kein Einzelfall bleiben. "Wir arbeiten daran, in unserer Einrichtung mehr und öfter solche Informations-Veranstaltungen anzubieten", kündigt Ellen Sickes-Lange an. Dieser Vormittag war auf jeden Fall ein voller Erfolg: "Die Kinder haben toll mitgemacht", sagt Zahnärztin Hasenbein. Auch die Eltern sind sich einig: "Eine tolle, informative Veranstaltung", loben sie den gelungenen Vormittag rund um die Zahngesundheit.

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