Bewährter Dialog: Bürgermeister Rainer Rauch hatte Landwirte, Verbandsvertreter und Verwaltungsmitarbeiter im Borgentreicher Rathaus wieder an einen Tisch gebracht. - © Stadt
Bewährter Dialog: Bürgermeister Rainer Rauch hatte Landwirte, Verbandsvertreter und Verwaltungsmitarbeiter im Borgentreicher Rathaus wieder an einen Tisch gebracht. | © Stadt

Borgentreich Landwirte im Gespräch mit der Stadt Borgentreich

Landwirtschaft: Bürgermeister Rainer Rauch setzt auf den verantwortungsvollen Umgang der Borgentreicher Landwirte beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Dieter Scholz

Borgentreich. Landwirtschaftliche Funktionsträger aus den Ortschaften der Orgelgemeinde waren jetzt der Einladung zum traditionellen Erfahrungsaustausch mit der Stadtverwaltung gefolgt. Neben Kreislandwirt Heinrich Gabriel, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter, Udo Engemann, Geschäftsführer Hans-Josef Hanewinkel und dem Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer, Josef Lammers, begrüßte Bürgermeister Rainer Rauch im Rathaus zahlreiche Ortslandwirte, Ortsvereinsvorsitzende und Ortsvorsteher. Städtischer Haushalt Zu Beginn des rund zweieinhalbstündigen Gesprächs informierte Kämmerer Christof Derenthal über den aktuellen Haushaltsplan, der in diesem Jahr Rekordinvestitionen in Höhe von rund 9 Millionen Euro enthält. "Die gute Praxis, dass die örtlichen Jagdgenossenschaften Jagdpachtanteile für den Wirtschaftswegebau zur Verfügung stellen und dass dieser Betrag in gleicher Höhe durch städtische Mittel aufgestockt wird, soll fortgeführt werden", so Derenthal. 2018 werde so ein nahezu unveränderter Betrag in Höhe von 74.000 Euro zur Verfügung stehen. Die Gesamtinvestitionen im Wirtschaftswegebau belaufen sich auf rund 250.000 Euro. "Die Stadt unterstützt die Wirtschaftswegeausbauten aus Eigenmitteln über den Betrag von 74.000 Euro hinaus", so Derenthal. Schnelles Internet Auf besonderes Interesse stießen die veranschlagten Haushaltsmittel für den Breitbandausbau. Dazu referierte Michael Evers, stellvertretender Fachbereichsleiter Finanzen und zentrale Dienste, und stellte die Pläne vor. Die Beverunger Firma Sewikom wird mit den Ausbauarbeiten in diesem Jahr beginnen. Viele Kilometer Glasfaser müssen neu verlegt werden. Die Landwirte erklärten übereinstimmend, dass diese Schritte eine wichtige Grundlage für die Umsetzung der Digitalisierung in der Landwirtschaft seien. Der technische Fachbereichsleiter Torsten Rottkamp stellte das Verfahren zur Renaturierung der Eder im Rahmen des Bodenordnungsverfahrens vor. Rottkamp gab Infos über die Dimensionen der zu bewegenden Erdmassen und zu den Auflagen, die beim Abtransport und der Zwischenlagerung zu beachten sein werden. Wirtschaftswege Bürgermeister Rainer Rauch sprach kritische Aspekte an. Ein Ärgernis sei die Überackerung von Wegebanketten und die unterbliebene Reinigung von Wirtschaftswegen nach erfolgter Verunreinigung, so Rauch. Es handele sich bei diesen Vorfällen aus Sicht der Stadt und der landwirtschaftlichen Interessensvertreter um "nicht akzeptable Extrem- und Einzelfälle, die auch dem Ansehen des landwirtschaftlichen Berufsstandes schaden". Ein konsequentes Vorgehen der Stadt gegen ein solches Verhalten (auch mit der Verhängung von Bußgeldern) wurde von allen Seiten begrüßt. Weitere Themen waren die Gründung von Wegebaugenossenschaften, Förderfragen zu Blüh- und Uferrandstreifen sowie die Biodiversität. Pflanzenschutzmittel Besondere Beachtung fand die Aussage von Bürgermeister Rauch zum Einsatz des Pflanzenschutzmittels Glyphosat. "Die städtischen Pachtverträge enthalten keine Einschränkungen zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und dies soll auch so bleiben", hielt Rauch fest. "Wir setzen hier voll auf die Fachkenntnisse der Landwirtschaft und den verantwortungsvollen Umgang und Einsatz der Mittel unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften." Der Pächter sei laut Pachtvertrag verpflichtet, das gepachtete Grundstück ordnungsgemäß zu bewirtschaften: "Das heißt, die Flächen sind in einem guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand zu erhalten", so Rauch. "Für die Wildkrautvernichtung auf städtischen Flächen werden keine chemischen Mittel mehr eingesetzt." Vielmehr bediene sich die Stadt eines Flächenbrenners der Nachbarstadt Willebadessen. Im Gegenzug werde eine Kehrmaschine aus Borgentreich in Willebadessen zum Einsatz kommen. Der Bürgermeister appellierte auch an die Mitbürger, in ihren Gärten und auf den gepflasterten Zuwegungen auf den Einsatz von Glyphosat zu verzichten. Pilotprojekt Der stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter, Udo Engemann, bedankte sich "für den konstruktiven Erfahrungsaustausch". Zum Thema Biodiversität gab er einen Hinweis auf ein Pilotprojekt im Gemeindebereich Marienmünster. "Wir erhoffen uns von diesem Projekt, das von der Hochschule OWL in Höxter begleitet wird, neue Erkenntnisse zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft", so Engemann und Hanewinkel.

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