Neue Talente entdecken und fördern: Vorsitzende Birgit Conze hält den "sprechenden Hut" übers Haupt der frisch eingetretenen Kfdlerin Jessica Million sitzend). Den Rücken stärkt ihr ihr engagiertes Team (v. l.) Angelika Gabriel, Rita Muhs, Monika Conze, stellvertretende Vorsitzende Claudia Geilhorn, Kassiererin Marianne Hoppe, Marion Fögen, Pfarrer Werner Lütkefend, der evangelische Pfarrer Kai-Uwe Schröter, Ortsvorsteher Werner Dürdoth, Gabi Diekmann und Schriftführerin Maria Dohmann. - © Saskia Jochheim
Neue Talente entdecken und fördern: Vorsitzende Birgit Conze hält den "sprechenden Hut" übers Haupt der frisch eingetretenen Kfdlerin Jessica Million sitzend). Den Rücken stärkt ihr ihr engagiertes Team (v. l.) Angelika Gabriel, Rita Muhs, Monika Conze, stellvertretende Vorsitzende Claudia Geilhorn, Kassiererin Marianne Hoppe, Marion Fögen, Pfarrer Werner Lütkefend, der evangelische Pfarrer Kai-Uwe Schröter, Ortsvorsteher Werner Dürdoth, Gabi Diekmann und Schriftführerin Maria Dohmann. | © Saskia Jochheim

Borgentreich Die Frauengemeinschaft in Borgentreich feiert 90 Jahre

Zwölf neue Mitglieder zeugen vom Interesse am Verband

Saskia Jochheim

Borgentreich. 3.355 Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) zählen zum Bezirk Warburg. Rund 350 von ihnen kommen aus der Orgelstadt - und die hatten jetzt allen Grund zum Feiern: Seit 90 Jahren sind die Frauen der Gemeinde St. Johannes Baptist auf dem Weg, Talente zu entdecken, Frauen in ihrer Einzigartigkeit zu stärken und das Miteinander der Generationen zu fördern. "Gemeinsam blicken wir zurück auf drei Generationen aktiven Vereinslebens und lebendiger Gemeinschaft in der kfd, einem Verein, der Frauen verbindet", begrüßte Pfarrer Werner Lütkefend die Frauen am Sonntag in der Pfarrkirche. Als "Mütterverein" sei die Frauengemeinschaft am 19. November 1927, dem Gedenktag der heiligen Elisabeth von Thüringen, von Pfarrer Dr. Anton Meyer gegründet worden, wusste der Pastoralverbundleiter. "Elisabeth war eine starke, mutige, eigenständige und einzigartige Frau. Sie ließ sich von der Not anderer Menschen berühren - und handelte", erklärte Lütkefend die Wurzeln des Frauenvereins. Elisabeth von Thüringen habe, so wie die Frauen heute, gewusst, dass sie nicht allein unterwegs war: "Wir alle dürfen uns von Jesus stets begleitet und wohl behütet fühlen", erinnerte er. In seiner Predigt zog der er einen treffenden Vergleich mit einem Element aus der Geschichte um einen bekannten Zauberei-Lehrling: "Jede einzelne von Ihnen als kfd-Frau hat ihre ganz besondere Spezialbegabung", so Lütkefend. "Innerhalb ihrer Gemeinschaft werden diese unterschiedlichen Stärken und Charismen erkannt und gefördert", so der Pfarrer weiter. Bei Harry Potter sei es der sprechende Hut, der spüre, welche Talente in den jungen Zauberschülern schlummern. Einen solchen Hut überreichte Lütkefend der ersten Vorsitzenden Birgit Conze mit den Worten: "Ich wünsche uns und Ihnen, dass Sie den Mut haben, immer neue Talente und Charismen in unserer kfd und unserer Kirche zu entdecken, sie zu fördern und weiter zu entfalten." Gelegenheit dazu wird Birgit Conze haben: "Wir konnten Ende des vergangenen und Anfang dieses Jahres zwölf Neuanmeldungen verzeichnen", freute sie sich. Der Altersdurchschnitt sei übrigens gar nicht so hoch, wie oft angenommen: "Viele Frauen sind zwischen Anfang 30 und 40", betont die erste Vorsitzende. Die Aktivitäten der kfd Borgentreich seien so unterschiedlich wie die Charaktere der Frauen. "Wir beteiligen uns aktiv am Gemeindeleben, backen Kuchen für die unterschiedlichsten Veranstaltungen wie den Weihnachts- oder Frühlingsmarkt, halten Kirche und Pfarrheim sauber, veranstalten die Maiandacht in der Grotte und sind jetzt an Karneval mit unserem Vorstand im Elferrat vertreten", zählt sie nur einige der Bereiche auf, in denen sich die Frauen engagieren. Auch die Ausflüge, die die Frauen unternehmen, entfernten sich mehr und mehr von "altbackenen Wallfahrten": "Im Juni geht es zu Beispiel mit dem Diözesanverband zur Freilichtbühne nach Elspe", kündigt Conze die "etwas andere Wallfahrt" an. Den 90. Geburtstag ihrer Gemeinschaft feierten die Frauen im Anschluss an den Gottesdienst in der Schützenhalle, in dem sie, begleitet von den Samba-Rhythmen der Trommler des Jugendorchesters, einzogen. Nach einer deftigen Gulaschsuppe gab es ein noch deftigeres Programm: Satirikerin "Hettwich vom Himmelsberg" nahm die Borgentreicher samt Bürgermeister Rainer Rauch aufs Korn. "Mit so einem Namen kann man ja alles werden. Und alles machen. Kochbücher schreiben zum Beispiel: Von Apfelmus bis Zuckerrüben", überlegte sie. Und dann gab es noch eine Überraschung: Die ehemalige Gemeindereferentin Monika Wienzenik und Gerti Bartholdus gaben als Butler James und Mrs. Sophie, passend zum 90. Geburtstag, den legendären Kult-Sketch "Dinner for one" zum Besten. Gefeiert wurde an diesem Tag noch lange. Und das - so gar nicht altbacken - zu späterer Stunde auf Tisch und Bänken.

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