Eingangstor: Als neuer Sicherheitsdienst werden ab der kommenden Woche die Mitarbeiter eines Paderborner Sicherheitsunternehmens in der ehemaligen Desenberg-Kaserne tätig. - © Günter Schumacher
Eingangstor: Als neuer Sicherheitsdienst werden ab der kommenden Woche die Mitarbeiter eines Paderborner Sicherheitsunternehmens in der ehemaligen Desenberg-Kaserne tätig. | © Günter Schumacher

Borgentreich Wechsel der Sicherheitsfirma in der Flüchtlingsunterkunft

Bürgermeister verweist auf die Ordnungspartnerschaft

Dieter Scholz

Borgentreich. Aktuell werden in der Landesunterkunft für Asylsuchende in Borgentreich 384 Schutzsuchende aus 24 Ländern betreut. Das meldet die Bezirksregierung in Detmold. Die zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) Borgentreich hat eine Kapazität von bis zu 600 Plätzen. "Im Regelfall 500", merkt Bürgermeister Rainer Rauch an. Rund 100 Plätze würden für Notsituationen, "die im Moment nicht ersichtlich sind", vorgehalten. In der Stadt sei "ein gewisser Gewöhnungseffekt" eingetreten, sagt Rauch. Doch sei die Flüchtlingssituation nach wie vor eine Herausforderung für die Kernstadt. Auch nach der zeitlich befristete Unterbringung von Asylsuchenden mit geringer Bleibeperspektive in der ZUE, die im November beendet worden sei. "Ich bin sehr froh, dass wir diese Sondersituation hinter uns haben", zeigt sich Rauch erleichtert. Die Unterbringung von Flüchtlingen aus den Westbalkan-Staaten und Georgien in der ehemaligen Desenberg-Kaserne sollte ursprünglich nur bis Ende August erfolgen. Die Maßnahme war von der Bezirksregierung aber um zwei Monate verlängert worden. Mitte Januar wird in der Flüchtlingsunterkunft der Sicherheitsdienst wechseln. "Im Auftrag der Detmolder Bezirksregierung sichert dann das Unternehmen ADU mit Sitz in Paderborn den geordneten Ablauf", bestätigte Sprecher Peter Westphal gegenüber der NW. Die Betreuungs- und die Sicherheitsdienstleistung waren in den vergangenen Wochen neu ausgeschrieben worden. Grund war das Auslaufen der Verträge. Das Malteser-Werk habe sich im Ausschreibungsverfahren erneut durchgesetzt und werde seine Arbeit in der Einrichtung fortsetzen, so Westphal. Koordiniert wurde das europaweite Ausschreibungsverfahren von der Bezirksregierung Arnsberg. "Öffentliche Verwaltungen sind dazu verpflichtet, mit Steuergeld verantwortungsvoll umzugehen und effizient zu wirtschaften", sagt der Detmolder Dezernatsleiter Jörg List. Deshalb sei die Ausschreibung gesetzlich gefordert, erfolge turnusgemäß und entspreche den Anforderungen der Vergabe durch die öffentliche Hand. Zudem sichere dieses Verfahren den Dienstleistern die Möglichkeit, sich gleichberechtigt um Aufträge zu bewerben. "Als Entscheidungskriterium zur Auswahl der künftigen Betreuungsorganisation diente vor allem die Wertung des Betreuungskonzepts", so Sprecher Westphal. "Sie fiel mit 60 Prozent der zu vergebenen Punkte ins Gewicht. Der Angebotspreis wurde mit 40 Prozent gewertet." Zuallererst sei also die Qualität des Angebotes ausschlaggebend gewesen. Man arbeite mit den Maltesern und der Bezirksregierung gut zusammen, sagt Bürgermeister Rainer Rauch. Die nächste Sitzung der Ordnungspartnerschaft, die aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Bezirksregierung, der Malteser, der Polizei und im Einzelfall der Feuerwehr oder des Sicherdienstes bestehe, habe sich bewährt.

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