Zwischen all den Dingen, die ein Sternsinger benötigt: Die Ehrenamtlichen der Pfarrgemeinde Lydia Striewe (l.) und Simone Kremper stecken mit den Sternsinger-Kindern Mara (10), Lea (13), Marie (9) und Silas (11) Kronen auf die richtige Größe, passen Umhänge an und verplomben die Sammelbüchsen. - © Jochheim
Zwischen all den Dingen, die ein Sternsinger benötigt: Die Ehrenamtlichen der Pfarrgemeinde Lydia Striewe (l.) und Simone Kremper stecken mit den Sternsinger-Kindern Mara (10), Lea (13), Marie (9) und Silas (11) Kronen auf die richtige Größe, passen Umhänge an und verplomben die Sammelbüchsen. | © Jochheim

Borgentreich Die heiligen drei Könige klopfen an der Haustür an

Sternsinger-Aktion: In Borgentreich sind wie in vielen Ortschaften des Warburger Landes junge Menschen unterwegs, um den Segen Gottes zu den Familien in die Häuser und Wohnungen zu bringen

Saskia Jochheim

Borgentreich. Zum Beginn des neuen Jahres klingeln sie an den Haustüren der Ortschaften. Begleitet von Tuscheln und Murmeln stehen dann mehrere gekrönte Häupter im Flur. Dick eingepackt, die Kronen auf die Wollmützen gesteckt und den königlichen Umhang über die Winterjacke gehängt, sagen Caspar, Melchior und Balthasar ihr Sprüchlein auf. Sie verkünden den Menschen die Geburt Jesu und berichten von dem hellen Stern, dem sie gefolgt sind. Mit dem Segensspruch "Christus Mansionem Benedicat" (Christus segne dieses Haus) versehen sie jeden einzelnen Haushalt mit guten Wünschen und christlichem Schutz für das noch so junge Jahr. Gedankt wird den Kindern in Königsgestalt mit süßem Naschwerk und dem ein oder anderen Euro. Das Hauptanliegen der Sternsinger aber ist es, denen zu helfen, die es nicht so gut haben. So wie das Jesuskind, das nach der Bibel unter ärmsten Verhältnissen in einem Stall zur Welt kam. Die gesammelten Spenden der Borgentreicher Sternsinger kommen indischen Kindern zugute. "Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und Weltweit" ist der Name des Projektes, für das 26 fleissige Sternsinger in der Orgelstadt unterwegs sein werden. "Wenn wir uns am Sonntagmorgen um halb zehn treffen, dann wird die Aufregung groß sein", sagt Simone Kremper und lacht. Dann werde das Lied nochmal gemeinsam gesungen und letzte drängende Fragen beantwortet. "Und dann geht es auch schon los, Richtung Kirche", sagt sie. Nach dem großen Einzug der kleinen Könige wirken diese bei den Fürbitten mit und machen in einem einstudierten Stück auf die Situation der Kinder in Indien aufmerksam. "Die Kinder dort müssen sehr hart für sehr wenig Geld arbeiten und haben keine Zeit zum Spielen oder um in die Schule zu gehen", weiß Sternsängerin Mara. Nach der Messe gibt?s für alle eine kleine Stärkung im Pfarrheim "und dann schwärmen unsere Sternsinger aus", sagt Simone Kremper. Zwischen 12 und 16 Uhr werden die jungen Könige dann in sechs Dreier-Gruppen und vier Zweier-Gruppen unterwegs sein. "Wir haben den Ort in zehn Bezirke aufgeteilt, einer davon umfasst die außerhalb gelegenen Haushalte, dorthin werden die Kinder gebracht", erklärt Simone Kremper. "Und dafür haben wir extra diesen Stern hier", fügt ihr Sohn Silas an und schwenkt den glitzernden Holzstern mit dem kurzen Stiel. "Damit der ins Auto passt", weiß Silas. Das Sternsinger-Telefon vor Ort betreuen Tara Voss und Sandra Beine. "Die beiden helfen bei Orientierungsschwierigkeiten weiter und schicken Hilfe, wenn die Tüten zu schwer werden", erklärt Lydia Striewe. Wenn die ersten Gruppen dann gegen 16 Uhr wieder am Startpunkt ankommen, dann sind aus 26 aufgeregten kleinen Königen 26 sehr hungrige und müde Kinder geworden. Über die bereitgestellten Hot-Dogs ist die Freude dann immens "Die Kinder leisten an diesem Nachmittag schon eine ganze Menge", betont Lydia Striewe. "Herrlich ist, wenn dann das große Aufteilen der Süßigkeiten los geht", freut sich Simone Kremper. Noch können die Ehrenamtlichen der Pfarrgemeinde das Dreikönigssingen so organisieren, dass jeder Haushalt bedient werden kann. "Aber es werden leider immer weniger Kinder, die mitmachen möchten", sagt Simone Kremper. "Es gibt eben immer weniger kirchennahe Familien", fügt Lydia Striewe traurig an. Mitmachen dürfe bei der Aktion jedes Kind, auch evangelische Kinder seien herzlich willkommen, wirbt Simone Kremper für das Dreikönigssingen 2019.

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