Im Einklang: Die finnische Flötistin Siiri Niitymaa und der Körbecker Percussionist Moritz Wappler in der evangelischen Kirche in Borgentreich. - © Burkhard Battran
Im Einklang: Die finnische Flötistin Siiri Niitymaa und der Körbecker Percussionist Moritz Wappler in der evangelischen Kirche in Borgentreich. | © Burkhard Battran

Borgentreich Mit einem finnischen Ohrwurm beginnt das neue Jahr

Gemeinde: Die finnische Flötistin Siiri Niitymaa und der Körbecker Perkussionist Moritz Wappler gestalten in der evangelischen Kirche in Borgentreich einen begeisternden musikalischen Altjahresabend

Burkhard Battran

Borgentreich. "Joulupuu on rakennettu" ist finnisch und bedeutet, Christbaum steht im Kerzenschein. "Wir singen dieses Lied oft den ganzen Abend lang, weil man es einfach nicht aus dem Kopf bekommt", sagt die finnische Flötistin und Sängerin Siiri Niitymaa (26). Mit diesem skandinavischen Ohrwurm auf den Lippen sind am Sonntag die Besucher des Silvestergottesdienstes in der Borgentreicher evangelischen Martin-Luther-Kirche ins neue Jahr entsendet worden. "Wir haben das Glück, heute einen ganz besonderes Altjahresabend feiern zu können", begrüßte Lektorin Gisela Drecktrah die Besucher in der voll besetzten evangelischen Kirche in Borgentreich. Dort fand am Sonntag ein konzertanter Gottesdienst mit der finnischen Flötistin und dem aus Körbecke stammenden Perkussionisten Moritz Wappler statt. Der hatte sein großes Marimbaphon in der Kirche aufgebaut und spielte mit seiner Freundin Siiri Werke von Bach, Pachelbel und Piazzolla und eben das besagte finnische Weihnachtslied, das dem Publikum so viel Freude bereitete, dass Siiri und Moritz es noch einmal als Zugabe vortrugen. Und das Publikum sang mit zusätzlicher Unterstützung von Gemeindeorganistin Heike Bandner-Wappler mit. Moritz Wappler war 2010 Bundesfinalist im Wettbewerb Jugend musiziert. Damals noch als Pianist. "Im Studium habe ich dann das Klavier ins Nebenfach gewechselt und das Schlagzeug als Hauptfach gewählt. Ich spiele zwar seit meinem elften Jahr das Marimbaphon, das in seinem Aufbau ja dem Klavier ähnelt, aber es war schon auch eine Menge Arbeit, auf ein anspruchsvolles konzertantes Niveau zu kommen", erzählt Moritz Wappler, der im vergangenen Jahr seine Bachelor-Graduierung an der Musikhochschule in Hannover erworben hat und jetzt an der Uni in Bern bei dem renommierten Schlagzeugprofessor Jochen Schorer (43) seinen Master macht. "Eigentlich wollte ich ja mit Siiri zusammen in Nürnberg weiter studieren, aber weil Professor Schorer dann ganz nach Bern gewechselt ist, bin ich ihm quasi hinterher gereist". Zum Reisen weniger geeignet ist sein Instrument, das Marimbaphon. Ein konzerttaugliches Fünf-Oktaven-Instrument ist 2,50 Meter lang und 90 Kilo schwer. In einem Eisenbahnabteil kann man es nicht mehr transportieren. "An der Hochschule sind Instrumente vorhanden, dort brauche ich kein eigenes, für das Konzert hier in Borgentreich, habe ich mein eigenes Marimbaphon mitgebracht, das immer noch in meinem Zimmer in Körbecke steht. Es lässt sich übrigens recht praktisch zerlegen, so dass ich es in einem Kleinwagen herrüberfahren konnte." Neben der Kammermusik mit Siiri Niittymaa ist Moritz Wappler fester Perkussionist im Hannoveraner "Treppenhausorchester" des Experimental-Dirigenten Thomas Posth (41). Andere Musikprojekte führten Moritz Wappler zu den Ludwigsburger Schlossfestspielen, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, den Herrenhäuser Kunstfestspielen und zum Palais des Beaux-Artes nach Brüssel. Im Frühjahr wirkte er an einer CD-Produktion der NDR-Bigband sowie an einer Tour des Filmorchesters Babelsberg mit. Siiri Niittymaa hat bereits mit der Helsinki Philharmonie und dem Orchester der Finnischen Nationaloper musiziert. Als Solistin trat sie unter anderem mit dem finnischen Rundfunksymphonieorchester auf.

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