Übergabe des Förderbescheids "Renaturierung Eder" in Detmold von Lutz Kunz (r.), Abteilungsleiter Umwelt- und Arbeitsschutz Bezirksregierung, an Bürgermeister Rainer Rauch (Borgentreich). Im Hintergrund links Frank Engemann, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft (TG) Flurbereinigung Großeneder. - © Hubert Rösel
Übergabe des Förderbescheids "Renaturierung Eder" in Detmold von Lutz Kunz (r.), Abteilungsleiter Umwelt- und Arbeitsschutz Bezirksregierung, an Bürgermeister Rainer Rauch (Borgentreich). Im Hintergrund links Frank Engemann, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft (TG) Flurbereinigung Großeneder. | © Hubert Rösel

Großeneder Land fördert die Eder-Renaturierung

Bürgermeister Rauch nimmt auf der Gewässerkonferenz in Detmold einen Förderbescheid in Höhe von 1,17 Millionen Euro entgegen. Damit wird der zweite Abschnitt der Eder renaturiert

Katharina Engelhardt

Detmold/Großeneder. Einst hatte die Eder, das Gewässer, das durch Großeneder fließt, die Kraft, drei Wassermühlen im Ort anzutreiben. Heute ist ihr Zustand schlecht: Gezähmt und in ein unnatürlich enges Korsett gezwängt, ist die Fließgeschwindigkeit der Eder so gering, dass sie an manchen Stellen eher wirkt wie ein Gerinne, eine künstliche Ableitung, als ein lebendiges Gewässer. Auch das Land, das die Eder umgibt, könnte optimaler gestaltet sein: Ein zu dichtes Netz von Wirtschaftswegen und zersplitterter Grundbesitz kennzeichnen das Gebiet der Warburger Börde im Bereich von Großeneder. Keine guten Voraussetzungen, um effektiv Landwirtschaft zu betreiben. Doch beide Probleme können auf einmal gelöst werden, erklärte Rainer Runte von der Bezirksregierung Detmold bei der Gewässerkonferenz. Er schilderte ein Flurbereinigungsverfahren, das für besser bewirtschaftbare Flächen sorgt und zugleich die Renaturierung der Eder ermöglicht. „Dieses Verfahren bringt Landschaft und Gewässer neu in Form", sagte Runte. Bodenordnung biete die Chance, die nötigen Flächen für die Neutrassierung des Ederverlaufs bereitzustellen. Zugleich stelle sie für die Landwirte akzeptable Ersatzflächen bereit. Die Flurbereinigung sei also ein Weg, neue Entwicklungen für die Landwirtschaft und für den Fluss Eder zu eröffnen, sagte Runte. Die Eder soll sich wieder ausdehnen dürfen Eine konkrete Gewässermaßnahme für die Eder wurde in Detmold bereits vorgestellt. Umweltabteilungsleiter Lutz Kunz von der Bezirksregierung bescheinigte der Stadt Borgentreich die Förderfähigkeit des Projektes „Ökologische Verbesserung der Eder in der Gemarkung Großeneder". Das Land NRW unterstützt das Vorhaben bis zum Jahr 2019 mit 1,17 Millionen Euro. Gefördert wird eine 2,2 Kilometer lange Renaturierungsmaßnahme östlich der Ortslage Großeneder. Die Eder soll in das Taltiefst verlegt werden. „Dorthin, wo sie ursprünglich auch einmal war, bevor sie begradigt wurde", erklärt Torsten Rottkamp, Technischer Leiter des Fachbereichs 3 bei der Stadtverwaltung Borgentreich. Zudem soll eine ökologisch aufgewertete Sekundäraue entstehen. „Geplant ist, dass die Eder von jetzt knapp zwei Metern auf 20 Meter verbreitert wird und sie sich ausdehnen kann." Zusätzlich werden zwischen der Aue und dem Ackerland beidseitig je fünf Meter breite Saumstreifen angelegt. Tier- und Pflanzenarten sollen sich ansiedeln. „So profitiert nicht nur das Gewässer von einer ökologischen Aufwertung, sondern wir leisten damit auch einen Beitrag zum Hochwasserschutz. Die landwirtschaftlichen Anbauflächen werden vor Schäden durch häufige Überschwemmungen geschützt", erklärt Rottkamp. Ganz nebenbei entsteht durch die Renaturierung und die zahlreichen Maßnahmen, inmitten intensiv bewirtschafteter Ackerflächen, ein wertvoller Grüngürtel. Im Juli sollen die Arbeiten beginnen, bis Ende des Jahres 2018 sollen sie abgeschlossen sein. 46.000 Kubikmeter Erde werden im Zuge der Bachrenaturierung ausgehoben. „Der Aushub wird für die Rekultivierung der Wege verwendet – alles bleibt also im selben Gebiet", erklärt Torsten Rottkamp. 80 Prozent der Kosten werden durch das Land getragen, 20 Prozent wuppt die Orgelstadt aus dem eigenen Stadtsäckel.

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