Kombination: In Grünenplan und in Hameln gibt es bereits einen Rundgang und einen Prospekt – auch in Boffzen soll ein Glaspfad mit Informationsstelen entstehen, der seinen Ausgangspunkt am Glasmuseum hat. - © Simone Flörke
Kombination: In Grünenplan und in Hameln gibt es bereits einen Rundgang und einen Prospekt – auch in Boffzen soll ein Glaspfad mit Informationsstelen entstehen, der seinen Ausgangspunkt am Glasmuseum hat. | © Simone Flörke

Boffzen Arbeit am Glasstelen-Pfad in Boffzen beginnt im Frühjahr 2018

Neue Aufgaben: Freundeskreis hat sich schon viel vorgenommen und möchte das Projekt in Boffzen als rund einstündigen Rundgang zur Glasgeschichte realisieren. Zudem sind noch drei Ausstellungen in der Vorbereitung

Simone Flörke

Boffzen. Die alte Villa ist leer, die Ausstellungsstücke aus dem Glasmuseum in Boffzen schon eingepackt und nach Braunschweig, Cottbus, Weißwasser oder Leipzig zurückgebracht: Und die Pläne für die Zukunft des Freundeskreises Glasmuseum Boffzen nach dessen Ausstieg aus dem Museumsbetrieb (künftig Gemeinde) stehen fest: Bei der Mitgliederversammlung (neuer stellvertretender Vorsitzender ist Manfred Kindel aus Höxter) gab es zwar noch kein Votum für einen neuen Namen und eine Satzungsänderung. Das soll am 13. Dezember passieren. Wohl aber Konkretes zum zukünftigen Engagement des derzeit 53 Mitglieder zählenden Freundeskreises. Dieser Bestandteil des Namens solle auch künftig beibehalten werden, sagt Vorsitzender Walter Waske. Denn man wolle sich nicht neu erfinden, sondern nur neue Wege gehen. Und zwar im wahrsten Sinne: Im Frühjahr geht’s los mit dem Projekt Glasstelen-Pfad durch Boffzen, bei dem an mehreren Stationen die Glasgeschichte der Gemeinde an Ort und Stelle mit Fotos und Texten, aber auch mit den konkreten Gebäuden wie Villen und Produktionsstätten, Arbeiterhäusern und Infrastruktureinrichtungen dokumentiert und erlebbar gemacht werden. „Wir möchten das, was im Museum war, nach draußen bringen“, fasst Waske das Konzept zusammen.Rund 30.000 Euro werden benötigt Ausgangspunkt des Pfades ist die Villa des Glasmuseums, Endpunkt die Industriebrache der Georgshütte gleich nebenan. Rund 30.000 Euro sind dafür veranschlagt. „Wir können dank der Ausstellung zum 150-Jährigen der Glasgeschichte auf diese Fotos und Texte zurückgreifen, müssen sie vielleicht nochmals überarbeiten. Aber rund 50 Prozent der Arbeit sind damit schon gemacht“, freut sich Waske, der bereits in Gesprächen mit den Eigentümern der Grundstücke ist, auf denen die Glasstelen aufgestellt werden sollen. Das ganze Projekt könne auch in eine mögliche Glasstraße, wie sie beim Landkreis Holzminden angedacht und bei der Boffzen im Konzept ist, angebunden werden: „Wir machen dann den innerörtlichen Part.“ Engagieren wollen sich die Mitglieder des Freundeskreises auch weiterhin in Sachen Betriebsbesichtigungen bei Noelle und von Campe, wo sie in einer Vitrine künftig auch Historisches ausstellen und den Film über 150 Jahre Glasgeschichte zeigen können. Und auch an der Nachwuchswerbung für die Glasindustrie wollen sich beteiligen, die jungen Leute ins Unternehmen bringen, wo sie sich über die vielfältigen Berufe informieren können.Kooperationen mit heimischen Museen Kooperationen mit heimischen Museen sind geplant. Denn drei Ausstellung waren schon in der Vorbereitung, bevor das Aus im Museumsbetrieb kam. Weit fortgeschritten war eine Murmel-Ausstellung, die 2019 realisiert werden könnte. Zweites Thema ist das Glas im Jugendstil (für 2020), zudem steht die Entwicklung des Bierglases und der Bierflasche im Fokus. Waske: „Wir möchten nichts davon verwerfen und weiterhin unsere Kontakte pflegen. Neu ist allerdings, dass wir den jährlichen Zeit- und Termindruck nicht mehr haben.“

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