Symbolkraft: Zur Gründung der Trinitatis-Gesamtkirchengemeinde Solling-Weser am Reformationstag ist mit Erde aus den fünf Mitgliedsortschaften eine Luther-Eiche gepflanzt worden. Der Baum ist ein Ableger der Luther-Eiche aus Polle, die vor 100 Jahren in die Erde gesetzt worden war. - © Torsten Wegener
Symbolkraft: Zur Gründung der Trinitatis-Gesamtkirchengemeinde Solling-Weser am Reformationstag ist mit Erde aus den fünf Mitgliedsortschaften eine Luther-Eiche gepflanzt worden. Der Baum ist ein Ableger der Luther-Eiche aus Polle, die vor 100 Jahren in die Erde gesetzt worden war. | © Torsten Wegener

Lauenförde Luther-Eiche zur Gemeindegründung in Lauenförde gepflanzt

Gesamtkirchengemeinde: Fünf Ortschaften schließen sich zur Trinitatis-Gemeinde Solling-Weser zusammen

Torsten Wegener

Lauenförde. Den 500. Jahrestag der Reformation am 31. Oktober haben die Kirchengemeinden in der Samtgemeinde Boffzen für einen Neubeginn genutzt. Mit einem Festgottesdienst und einem Gemeindefest wurde in Lauenförde die evangelisch-lutherische Trinitatis-Gesamtkirchengemeinde Solling-Weser gegründet. Aus drei Kirchengemeinden mit insgesamt fünf Kirchtürmen ist nun eine Gemeinde mit rund 3.500 Mitgliedern geworden, die von einem gemeinsamen Kirchenvorstand verwaltet wird. Gut 300 Gläubige sowie Ehrengäste aus den evangelischen, katholischen und muslimischen Nachbargemeinden nahmen an der Gründungsfeier teil, die musikalisch vom Flötenkreis Cantabile aus Boffzen, dem Posaunenchor Lauenförde, dem A-Capella-Chor aus Fürstenberg sowie der Organistin Marina Solowjewa begleitet wurde. Zu den Gästen gehörten zudem Pfarrer i.R. Rolf Tausch und die ehemalige Fürstenberger Pfarrerin Sylvia Pfannschmidt.»Kirche muss immer wieder reformiert werden« Ulrich Wöhler, Superintendent im evangelischen Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder, bezeichnete die Fusion als zukunftsweisenden Schritt. Kirche müsse immer wieder reformiert werden. Die Kirchengemeinden Boffzen, Solling-Weser (Derental, Fürstenberg, Meinbrexen) und Lauenförde hätten eine überlegte, inspirierte und durchdachte Form der Zusammenarbeit nun zu Ende gebracht. „Drei ganz unterschiedliche Gemeinden machen sich auf den gemeinsamen Weg und verfolgen dabei das eine Ziel: Die frohe Botschaft Gottes hier vor Ort zu leben“, sagte Pastorin Christiane Nadjé-Wirth. Deshalb habe man sich auch für den Namen Trinitatis entschieden, der für die Dreieinigkeit Gottes stehe. Vor 20 Jahren habe die Zusammenarbeit der Gemeinden begonnen. Damals übernahm der Lauenförder Pfarrer Rolf Tausch eine Vertretung in Boffzen. Zu dieser Zeit waren die Gemeinden noch nicht einmal im selben Kirchenkreis. 2001 gab es ein erstes Wochenendtreffen der Kirchenvorsteher. Die Schaffung eines gemeinsamen Stellenfonds, die gemeinsame Konfirmandenarbeit, ein einheitlicher Gemeindebrief und die gemeinsame Gottesdienstplanung waren die wichtigen Indikatoren für die Gesamtgemeinde, deren Gründung in den vergangenen vier Jahren von den drei Kirchenvorständen und einer eigens dafür eingesetzten Steuerungsgruppe erarbeitet wurden.Erde aus fünf Ortschaften mitgebracht Im Gottesdienst wurde die Symbolkraft des Baumes vom Pastorenehepaar Jessica Jähnert-Müller und Sebastian Müller herausgestellt. Zusammen mit Christiane Nadjé-Wirth, Diakon Dierk Stelter, den Kirchenvorstehern sowie Küster Karl Heistermann wurde im Anschluss eine Luther-Eiche vor der Lauenförder St.-Markus-Kirche gepflanzt. Die Kirchenvorsteher hatten dazu aus allen fünf Orten Eimer mit Erde mitgebracht. „Wir hoffen, dass sich die Mikroorganismen gut vertragen. Dann kann aus einem kleinen Ding etwas ganz Großes werden“, so Nadjé-Wirth.Kompromiss Da die Pastoren in Boffzen und Fürstenberg die Pfarrhäuser bewohnen, wurde als Kompromiss vereinbart, dass der offizielle Sitz der Gesamtkirchengemeinde das Lauenförder Pfarrbüro sein wird. Die Büros in Boffzen und Fürstenberg bleiben erhalten. Der neu zu wählende Kirchenvorstand wird am 24. Juni 2018 ins Amt eingeführt.

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