Geschichte der örtlichen Glasindustrie wird dokumentiert: Auf 261 Quadratmeter Ausstellungsfläche hat das Glasmuseum Boffzen jedes Jahr rund acht Monate geöffnet. - © Torsten Wegener
Geschichte der örtlichen Glasindustrie wird dokumentiert: Auf 261 Quadratmeter Ausstellungsfläche hat das Glasmuseum Boffzen jedes Jahr rund acht Monate geöffnet. | © Torsten Wegener

Boffzen Gemeinderat Boffzen gibt keine feste Finanzzusage für das Glasmuseum Boffzen

Glasmuseum Boffzen: Gemeinderat kann sich nicht zu einer festgelegten Fördersumme von 13.500 Euro durchringen. Es wird nur eine Absichtserklärung beschlossen. Förderantrag ist damit nicht stellbar

Torsten Wegener

Boffzen. Da wird Boffzens Bürgermeister Christian Perl wohl bei einigen Mitgliedern des Fördervereins „Freundeskreis Glasmuseum Boffzen" Aufbauarbeit leisten müssen. Diese reagierten nach dem Beschluss des Gemeinderates trotzig und drohten die Einstellung ihrer ehrenamtlichen Arbeit an. Der Gemeinderat hatte zuvor mit knapper Mehrheit mit Stimmen von CDU, UWGB und FDP keine feste Finanzzusage gegeben, für die Neugestaltung und Aufwertung der Dauerausstellung im Glasmuseum Boffzen. Die Dauerausstellung im Glasmuseum Boffzen soll nach Wunsch des Vereins für 90.000 Euro ein neues Präsentationsformat erhalten. Eine entsprechende Kalkulation für die Umgestaltung war bereits vorgestellt worden. Das Museum ist 1991 gegründet worden. Träger ist die Gemeinde Boffzen. Als Träger übernimmt die Gemeinde Miet- und Nebenkosten, zahlt Aufwandsentschädigungen und trägt die Kosten für das Jahresprogramm. Ein festes Budget gibt es aber nicht. Über weitere Zuwendungen aus der öffentlichen Hand sowie Spenden und Einnahmen finanziert sich das Museum. „Es ist dringend erforderlich, die gesamte Sammlung in einem zeitgemäßen Konzept neu zu präsentieren", erklärt der Freundeskreis-Vorsitzende Walter Waske, gleichzeitig auch Sprecher der SPD-Fraktion im Gemeinderat. Während die Sonderausstellungen sehr erfolgreich in den vergangenen Jahren angenommen werden, fristet die Dauerausstellung zuletzt jedoch ein Schattendasein. Unterstützung für die Neugestaltung gab es auch von Christian Lechelt, seit einem Dreivierteljahr Leiter des Porzellanmuseums in Fürstenberg. Der promovierte Kunsthistoriker zollte dem „Freundeskreis" Respekt für die bisher geleistete ehrenamtliche Arbeit, doch nun sei es wichtig, dass das Museum den nächsten Schritt gehe und sich besser darstelle. „Das Porzellanmuseum braucht starke Kooperationspartner und ich sehe auch das Glasmuseum als Partner. So könnte das Glasmuseum zum Beispiel mit aufgenommen werden in das Kombiticket mit dem Stuhlmuseum in Lauenförde, dem Porzellanmuseum in Fürstenberg und dem Forum Jacob Pins in Höxter. Doch dafür muss noch etwas Darstellungsarbeit geleistet werden. Ohne Investitionen geht das nicht", so Lechelt. Die Kostenschätzung zur Aufwertung der Dauerausstellung im Glasmuseum sieht Investitionen von 90.000 Euro vor. Die Investition soll maßgeblich über eine Landesförderung in Höhe von 50.000 Euro gestemmt werden. Dieses Geld gibt es aber nur, wenn der Träger, sprich die Gemeinde Boffzen, einen Eigenanteil von 15 Prozent der Investitionssumme aufbringt, sprich 13.500 Euro. Zudem will der Freundeskreis 13.500 Euro einbringen. Die Lücke von 13.000 Euro würden bereits zugesagte Spenden aus der Industrie und Wirtschaft schließen. Doch diese 13.500 Euro gibt es so explizit von der Gemeinde nicht. Während sich die SPD mit fünf Stimmen für den Antrag aussprach, gab es auch fünf Gegenstimmen (drei CDU sowie UWGB und FDP). Da sich die Christdemokratinnen Melanie Süßmilch und Claudia Malt enthielten, war der Antrag letztendlich abgelehnt. Neben der nicht absehbaren Haushaltslage spielte laut Mehrheitsgruppe bei der Entscheidung auch eine andere Auslegung der Satzung bezüglich der Einnahmen und der Aufwandsentschädigungen eine Rolle. Beschlossen wurde nun mit allen Stimmen der Mehrheitsgruppe CDU/UWGB/FDP, dass der Rat einer generellen finanziellen Unterstützung zwar zustimmt, diese sich aber nach den Rahmenbedingungen im kommenden Haushalt richten muss. Laut Walter Waske kann der Förderverein damit den Antrag auf die Fördersumme von 50.000 Euro aber nicht stellen. Die Antragsstellung beim Land Niedersachsen muss bereits am 15. September vorliegen. „Dazu brauchen wir eine detaillierte Kostenschätzung und die klare Finanzzusage von der Gemeinde", so Waske.

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