Im Eingang zum Museum: Noelle und von Campe-Glashüttenleiter Christian Rieke, Fördervereinsvorsitzender Walter Waske und Boffzens Bürgermeister Christian Perl mit Vertretern des Freundeskreises - © Burkhard Battran
Im Eingang zum Museum: Noelle und von Campe-Glashüttenleiter Christian Rieke, Fördervereinsvorsitzender Walter Waske und Boffzens Bürgermeister Christian Perl mit Vertretern des Freundeskreises | © Burkhard Battran

Boffzen Boffzener Glasmuseum soll aufgewertet werden

Die Dauerausstellung soll für 90.000 Euro ein neues Präsentationsformat erhalten

Burkhard Battran

Boffzen. Es gibt viele kleine Museen in der Region, die echte Schätze bergen. Doch die Schätze sieht man nicht, weil sie nicht ins rechte Licht gerückt werden. Das gilt auch für das Glasmuseum in Boffzen. Das soll sich aber ändern. Der Freundeskreis will für 90.000 Euro das Museum aufwerten. „Unsere Sonderausstellungen laufen äußerst erfolgreich und werden sehr gut angenommen. Sorgen macht uns die Dauerausstellung. Aber gerade diese Schau stellt die Basis für die touristische Vermarktung dar und darum ist es dringend erforderlich, die gesamte Sammlung in einem zeitgemäßen Konzept neu zu präsentieren", erklärt der Freundeskreis-Vorsitzende Walter Waske. Träger des Glasmuseums ist die Gemeinde Boffzen. Dem Freundeskreis als Förderverein obliegt der Betrieb des Museums. Es besteht seit rund 25 Jahren und ist in der alten Glasfabrikanten-Villa mitten im Ortszentrum angesiedelt. „Gerade auch die Lage zwischen der Georgshütte als Industriebrache und dem florierenden Glasbetrieb Noelle und von Campe ist ein großer Standortvorteil", betont Bürgermeister Christian Perl. Das sieht auch der Freundeskreis so. „Wir stellen uns vor, das Museum mit einem Stadtrundgang zu verbinden aber auch das erfordert einen planerischen Aufwand", sagt Waske. Im vorletzten Jahr haben 2.800 Gäste das Glasmuseum in Boffzen besucht. Allerdings waren nur 200 explizit zur Ansicht der Dauerausstellung gekommen. Die große Mehrheit wollte die Wagenfeld-Sonderausstellung erleben. In diesem Jahr sorgt eine Sonderausstellung über die Zusammenarbeit der Glashütten in Ost und West in den 50er Jahren für großes Besucherinteresse. „Um so wichtiger ist es, dass wir auch die Dauerausstellung in ein zeitgemäßes Format bringen", betonte Waske. Künftig soll es im Museum neben Vitrinen auch einen großen Multimedia-Tisch geben, wo an sechs Tablet-Computern interaktiv die 150-jährige Geschichte der Boffzener Glasherstellung nacherlebt werden kann. Das ist das Boffzener industriegeschichtliche Alleinstellungsmerkmal. Während anderswo in den Waldglashütten noch mundgeblasenes Glas hergestellt wurde, war in Boffzen bereits die automatisierte Produktion von Verpackungsglas eingezogen. „Als in den 20er Jahren in Deutschland die Schulmilch eingeführt wurde, war die Herstellung der dafür benötigten Glasflaschen ein ganz wichtiger Auftrag für uns", berichtet der Kaufmännische Leiter der Glashütte Noelle und von Campe, Christian Rieke. Das neue Konzept sieht auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Schulen und dem Glasbetrieb Noelle und von Campe vor. Voraussetzung für die konzeptionelle Neuausrichtung ist, dass das Glasmuseum eine Landesförderung erhält und dass der Gemeinderat in seiner Sitzung am 29. August die Zustimmung zum Eigenanteil erteilt. Vorsitzender Walter Waske: „Das Glasmuseum spiegelt die lebendige Glastradition des Ortes und ist als bezahlbares Kulturangebot auch für die touristische Vermarktung der Region von Bedeutung."

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