Wieder da: Storch Georg hat bereits das Nest in Boffzen bezogen. Nun wartet das Storchenmännchen auf seine Storchendame Antje. Es wurde eine Nisthilfe aus Stahl in den Schornstein eingesetzt, die für bessere Belüftung des Nestes sorgt. - © Fabian Herbst
Wieder da: Storch Georg hat bereits das Nest in Boffzen bezogen. Nun wartet das Storchenmännchen auf seine Storchendame Antje. Es wurde eine Nisthilfe aus Stahl in den Schornstein eingesetzt, die für bessere Belüftung des Nestes sorgt. | © Fabian Herbst

Boffzen Storch Georg ist wieder in Boffzen

Boffzener Storchenvater bereitet das vom Orkan Friederike verwüstete Nest für seine Partnerin vor

David Schellenberg

Boffzen. Die eiskalten Temperaturen der vergangenen Wochen haben ihn nicht aufgehalten: Der Boffzener Storch Georg ahnt, dass es jetzt Frühling wird. Am späten Montagnachmittag kehrte er auf seinen Horst auf dem Schornstein der ehemaligen Glashütte Boffzen zurück. Das berichtet Walter Waske der Neuen Westfälischen. Im vergangenen Jahr war Georg bereits am 26. Februar aus dem Winterquartier zurückgekehrt. Waske hofft, dass Partnerin Antje in rund zwei Wochen wiederkommt. Georg hat sogleich damit begonnen, das Nest für seine Partnerin herzurichten. „Das war durch den Orkan etwas durcheinander gebracht worden", berichtet Waske. Dabei sollte das Boffzener Pärchen eigentlich in einen perfekt vorbereiteten „Neubau" einziehen: Eine Gruppe Storchenfreunde um Walter Waske hatte das ständig feucht werdende Nest, dass die Störche zudem mit Plastikmüll abdichteten, komplett erneuert. Die Gefahr: Wenn die Küken schlüpfen und es längere Zeit regnet, können sich die Jungstörche in dem durchnässten Nest eine Lungenentzündung zuziehen und verenden. Außerdem würde das Nest mit der Zeit vermodern. Genau das ist 2017 passiert. Nisthilfe aus Stahl sorgt für bessere Belüftung Um das künftig zu verhindern, wurde im Herbst eine Nisthilfe aus Stahl in den Schornstein eingesetzt. Diese sorgt für eine bessere Belüftung des Horsts, der damit nach Regen auch schneller abtrocknen kann. Finanziert wurde der Neubau aus Spenden. Nun verpasst Georg dem Horst den Feinschliff. Waske hofft auf ein besseres Storchenjahr als 2017. Im vergangenen Frühjahr hatte es zunächst Verwirrung um Georgs Partnerin gegeben. Zwei Wochen nach seiner Ankunft war eine neue Störchin auf dem Horst gelandet, nach zwei weiteren Wochen kehrte aber seine Antje zurück – die Neue musste weiterziehen und wurde schließlich in Ovenhausen heimisch. Georg und Antje brüteten, doch der nasse Frühling ließ das Nest sehr feucht werden – die Storcheneltern warfen ihre junge Brut aus dem Nest. Deshalb hofft Walter Waske in diesem Jahr wieder auf Nachwuchs. Zwischenzeitlich war das Paar zudem von anderen Störchen angegriffen worden, die den Boffzener Horst in Besitz nehmen wollten. Storchenpaare auch in anderen Ortschaften Storchenpaare werden langsam in der Region wieder heimisch: Nach Boffzen kehrten die Adebare bereits 2015 zurück, in Ovenhausen und Lütmarsen wurden 2016 Nisthilfen angebracht. In Lüchtringen hat der örtliche Fischereiverein erst vor zwei Wochen ein neues Storchennest auf der Alten Schmiede an der Weser angebracht. Hier wird sehnlichst auf ein neues Paar gewartet. Die Vögel finden in den Weserauen reichlich Nahrung. Unterstützt werden die Storchenfreunde in der Region von Storchenexperte Bernd-Jürgen Schulz aus Einbeck und dem Storchenbeauftragten im Kreis Höxter, Ewald Frisch.

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