Reich verziert: Auf dem Fürstenberger Ostereiermarkt bestaunten zahlreiche Besucher die liebevoll bemalten Ei-Exponate. - © Patricia Speith
Reich verziert: Auf dem Fürstenberger Ostereiermarkt bestaunten zahlreiche Besucher die liebevoll bemalten Ei-Exponate. | © Patricia Speith

Fürstenberg Rund ums Ei

Vorfreude auf den Frühling: Besucheransturm auf den Ostereiermarkt im Museum Schloss Fürstenberg. 35 Künstler aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden stellen ihre Kunstwerke aus

Patricia Speith

Fürstenberg. "Mmmh, lecker!", raunten sich die Naschkatzen am Stand von Eva Oelze zu. Immer wieder musste die Konditormeisterin aus Kürten ihr Probiertablett auffüllen. Ein Hauch von zartem Schokoladenduft lag in der Luft, als die Besitzerin der mobilen Pralinenmanufaktur weiter ihrem süßen Handwerk nachging. Ob Pralinen, Florentiner oder selbstgemachter Honig - die "Choco Lounge" hatte einiges anzubieten. Nur wenige Schritte entfernt warteten die wahren Stars der Veranstaltung auf Besucher aus nah und fern. Farbenfroh und fröhlich, dezent und detailverliebt oder modern und leicht abstrakt. Am Wochenende drehte sich im Fürstenberger Schloss alles ums Ei. Eine Stunde nach dem Öffnen der Schlosstore wanderten bereits rund 300 Veranstaltungsbesucher von Stand zu Stand. 35 Künstler aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden stellten ihre Kunstwerke auf dem 6. Ostereiermarkt zur Schau. "Ein tolles Niveau an Eier-Kunst", freuten sich Museumsleiter Christian Lechelt und Organisatorin Birgit Dewenter. Keramikeier im Mosaik- oder edel verzierte Eier im Fabergé-Stil. Das reiche Angebot zog die Besucherscharen in seinen Bann. Einen Einblick in die sorbische Eiermalerei bekamen Groß und Klein am Stand von Kerstin Hanusch. Umgeben von einer bunten Farbenvielfalt zeigte die studierte Lehrerin Interessierten die sorbische Wachstechnik. "Das Wachsbatiken ist die älteste Technik bei uns", so Hanusch. "Dann gibt es noch das Kratzen und zuletzt das Ätzen. Eine Kunst, die langsam ausstirbt." Gekleidet in eine traditionell sorbische Tanztracht plauderte die fröhliche Künstlerin aus dem Nähkästchen: "Jede Familie hat ihre eigenen Muster, die innerhalb der Familie weitergegeben werden." Den perfekten Gegensatz zur sorbischen Farbenpracht hatte Bert Leefkens im Gepäck. Seine Kunstwerke? Alle schwarz, weiß und garniert mit Zinn. Seit 40 Jahren schwingt der Niederländer bereits Pinsel und Schere. Mit dem ovalen Naturprodukt beschäftigt er sich jedoch erst seit fünf Jahren. Kleine Figuren aus Zinn lagen neben kreativ und abstrakt gestalteten Ei-Kreationen mit Zinnapplikationen. Aus alten Computerteilen gewinnt der sympathische Holländer sein funkelndes Accessoire. "Jedes Ei ist ein Unikat." Begleitet von angeregtem Stimmengewirr zogen die Besucher durch die mit Blumenarrangements geschmückten Räume des Schlossmuseums. Vorfreude auf den kommenden Frühling und das Osterfest lagen in der Luft. Geldbörsen wurden gezückt, Erfahrungen ausgetauscht und nette Gespräche geführt. Unzählige Straußen-, Hühner-, Enten- und Gänseeier fanden ihren Weg in Besucherhände. Die Entscheidung fiel schwer bei einer solch großen Auswahl. Einen besonders edlen Leckerbissen bekamen Liebhaber der Eier-Kunst von Mary Gorter-Laumen serviert. Im Fabergé-Stil gehalten sind die liebevoll gestalteten Eier der Niederländerin. Weniger edle dafür umso modernere Stücke präsentierte Anne Weyhing. Bei der diplomierten Kulturwissenschaftlerin trafen Präzision, Kreativität und grafische Formen aufeinander. Mit Tusche-, Textilmal-, Lack-, Metall-, Porzellan- und Eddingstiften lässt die Hannoveranerin kleine Kunstwerke auf Rohlingen von Straußenvögeln, Gänsen und Hühnern entstehen. "Die Beschaffung der Straußeneier ähnelt der glasierten Porzellans und ist äußerst stabil. Die Schalen von Gänse- und Hühnereier sind poröser und dünnwandiger", informierte die Künstlerin, die zusammen mit ihrer Familie das gesellige Spektakel genoss.

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