Kinderkrippe: Kinder des U 3-Bereichs im Boffzener Kindergarten bei der Frühstückspause mit ihren Erzieherinnen Andrea Badura (l.) und Christiane Raddei. Nach Darstellung der SPD fehlen hier mindestens vier Plätze. - © Mathias Brüggemann
Kinderkrippe: Kinder des U 3-Bereichs im Boffzener Kindergarten bei der Frühstückspause mit ihren Erzieherinnen Andrea Badura (l.) und Christiane Raddei. Nach Darstellung der SPD fehlen hier mindestens vier Plätze. | © Mathias Brüggemann

Boffzen SPD: Boffzener Kindergarten muss erweitert werden

Sozialdemokraten fordern Sondersitzung des Gemeinderates

Mathias Brüggemann

Boffzen.  Die Kindertagesstätte Himmelsleiter in Boffzen soll saniert und erweitert werden. Das beantragt die SPD-Fraktion im Gemeinderat und fordert eine Sondersitzung des Gemeinderates am Donnerstag, 22. Februar. Die SPD sieht „dringenden Handlungsbedarf", dem Träger des Kindergartens – der evangelischen Kirchengemeinde – die notwendige Mitfinanzierung durch den Gemeinderat zu beschließen. Seit einem Jahr seien Samtgemeinde und die Gemeinde Boffzen über die Notwendigkeit der Erweiterung des Boffzener Kindergartens informiert. Bislang habe es keine Beschlussvorlage der Verwaltung zu diesem Thema gegeben, bemängelt Walter Waske, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Gemeinderat. „Es besteht ein Rechtsanspruch der Eltern auf einen Krippen- und Kindergartenplatz. Ignoriert die Gemeinde weiterhin diesen Rechtsanspruch, kann es im Falle einer Klage durch die Eltern zu erheblichen Kosten für den gemeindlichen Haushalt kommen", schreibt Waske in dem Antrag. Da der Kindergarten nicht mehr als sechs Stunden Betreuungszeit im U 3-Bereich anbiete, sei ein Schlafraum zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben. Der Landkreis als Fachaufsicht weise jedoch darauf hin, dass einjährige Kinder andere Lebensgewohnheiten hätten, als sich der Gesetzgeber dies vorstelle. Dieses sei bei einem Gespräch der SPD-Fraktion mit den zuständigen Sachbearbeitern des Landkreises deutlich geworden. Die Fachaufsicht habe außerdem darauf hingewiesen, dass es einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gebe. „Schon jetzt könnten mindestens vier Nachfragen nach Kita-Plätzen im U 3-Bereich im August nicht besetzt werden", so die SPD. Und diese Zahl werde weiter steigen, da weitere Kinder im Laufe des Jahres ein Jahr alt werden und dann auch einen Anspruch hätten. Lage bei den Plätzen für über Dreijährige noch prekärer Bei den Plätzen für über dreijährige Kinder sei die Situation noch prekärer. Dort fehlten im August dieses Jahres 16 Plätze. Es gebe also Bedarf für eine fünfte Kita-Gruppe. Der Ausbau im U 3-Bereich habe zur Folge, dass auch die Verweildauer im Bereich der über Dreijährigen steigen werde. Ein Wechsel der Kinder zu anderen Einrichtungen sei unwahrscheinlich. Kinder, die in der Krippe betreut wurden, könnten nicht auf eine Warteliste gesetzt werden, weil dann ihre Betreuung unterbrochen würde. „Dies würde möglicherweise zu Klagen der Eltern führen", schreibt die SPD in ihrem Antrag. Die SPD fordert, dass der Gemeinderat beschließen soll, dem Kindergartenträger die notwendige Mitfinanzierung von rund 176.750 Euro zur geplanten Sanierung und Erweiterung des Kindergartens zur Verfügung zu stellen. Die Finanzierung müsse durch einen Nachtragshaushalt unverzüglich sichergestellt werden. Von den knapp 177.000 Euro sollen nach den Vorstellungen der SPD 113.000 Euro für den Neubau eines Schlafraums mit Gruppenraum für unter dreijährige Kinder verwendet werden, 6.250 Euro sollen in die Erneuerung des Außenspielgeländes fließen und 57.500 Euro sollen in die energetische Sanierung gesteckt werden. Die Ratssitzung am 22. Februar soll nach dem Wunsch der SPD in der Mehrzweckhalle stattfinden, damit möglichst viele Einwohner teilnehmen können.

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