Fürstenbergs Bürgermeister Michael Weber (v. l.) diskutiert mit den beiden Ratsherren Oliver Stellmacher und Andreas Lengfeld den möglichen Standort der Mitfahrbänke in Fürstenberg. - © Privat
Fürstenbergs Bürgermeister Michael Weber (v. l.) diskutiert mit den beiden Ratsherren Oliver Stellmacher und Andreas Lengfeld den möglichen Standort der Mitfahrbänke in Fürstenberg. | © Privat

Boffzen Klares Ja der Boffzener zu Mitfahrbänken

Vor allem Senioren und Jugendliche sollen von dem Projekt profitieren

Boffzen. Weniger ist mehr – mit diesem Fazit sprachen sich die Teilnehmer der Bürgerversammlung in Boffzen für die Installation von Mitfahrbänken aus. „Es kommt vor allem darauf an, dass unser Projekt Mitfahrbänke bekannt wird", fasste Moderator Peter Zenner das Ergebnis der Diskussionen zusammen. „Wenn die aufgestellten Bänke erst einmal akzeptiert sind, kann man das Netz immer noch ausweiten." Wolfgang Schäfer, stellvertretender Vorsitzender des Sollinghauptvereins, der Dachverband der Solling- und Heimatvereine im Weserbergland ist und als Trägerverein des Projektes auftritt, stellte bei seiner Begrüßung die Bedeutung der Mobilität heraus. Er wies auf die Problematik hin, dass der Öffentliche Personennahverkehr im ländlichen Raum in aller Regel nicht rentabel arbeite und die Bedürfnisse der Bürger nicht optimal bedienen könne. »Wir bringen Menschen ins Gespräch und stärken den sozialen Zusammenhalt« „Eine funktionierende Mobilität würde nicht nur unsere Bildungschancen und beruflichen Möglichkeiten verbessern, sondern vor allem auch unsere Teilhabe an Kultur, Geselligkeit und Sport." Die bisherigen Erfahrungen mit Mitfahrbänken in anderen Orten zeigten, dass dieses Projekt die Lebensqualität auf dem Lande wesentlich verbessern könne. „Dies gilt vor allem für die Menschen, die kein Auto besitzen und für diejenigen, die noch nicht oder nicht mehr am Steuer sitzen dürfen", so Schäfer, „Jugendliche und ältere Menschen würden in besonderem Maße von den Bänken profitieren." Wenn es gelänge, die Mitfahrbänke zu etablieren, so habe das nachhaltige wirtschaftliche, ökologische und nicht zuletzt auch soziale Auswirkungen. „Wir bringen Menschen, die sich oft nur vom Sehen oder gar nicht kennen, ins Gespräch und stärken den sozialen Zusammenhalt im Dorf." In Boffzen hatte Ratsfrau Claudia Malt im Bauausschuss einen NDR-Film zu diesem Thema gezeigt. Nach einem Besuch Walter Waskes im Salzhemmendorfer Ortsteil Osterwald, in dem sehr erfolgreich Mitfahrbänke eingesetzt werden, entstand schließlich eine Initiativgruppe, die das Projekt vorangetrieben hat. Peter Zenner, Mitarbeiter der Firma MCON und beauftragt mit der Begleitung des Modellprojektes „Versorgung und Mobilität" im Landkreis Holzminden (MoVerMo), hat daran mit großer Sachkenntnis und viel persönlichem Engagement mitgewirkt. Er übernahm die Moderation der Bürgerversammlung und stellte das Projekt detailliert vor. Vor allem Samtgemeindebürgermeister Uwe König, Boffzens Bürgermeister Christian Perl und Fürstenbergs Bürgermeister Michael Weber nahmen die Botschaft mit großer Freude auf, dass die MoVerMo-Mittel des Bundes die notwendigen Investitionen komplett abdecken. Denn mehr als eine Bank zum Warten und ein Schild, das den vorbeifahrenden Autofahrern zeigt, wohin die Reise gehen soll, braucht es nicht. Als auch alle Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden konnten, stand der Zustimmung im Raum nichts mehr im Wege und viele beantworteten die Frage, ob sie denn wohl mal eine Mitfahrbank nutzen würden, mit einem eindeutigen „Ja". Die Initiativgruppe wird sich jetzt intensiv damit beschäftigen, an welchen Standorten die Bänke in Boffzen und Fürstenberg, aber auch vor allem an den wichtigen Zielorten Höxter und Holzminden aufgestellt werden. Erste Gespräche mit den Verantwortlichen der beiden Städte haben bereits stattgefunden.

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