Plüschig: Reiner Irrsinn – begleitet von zwei Sängerinen – brachte den Saal zum Toben. - © Torsten Wegener
Plüschig: Reiner Irrsinn – begleitet von zwei Sängerinen – brachte den Saal zum Toben. | © Torsten Wegener

Boffzen Samba-Rhythmen und Sirenen-Geheul in Lauenförde

200 Männer feiern bei der dritten Herrensitzung des Lauenförder Karnevals Comité. Ein Fehlalarm lässt zwischendurch sogar die Feuerwehr anrücken

Torsten Wegener

Lauenförde. Als die Herrensitzung des Lauenförder Karnevals Comité eine Reise zum brasilianischen Karneval unternahm und drei Sambatänzerinnen in prunkvollen Kostümen ihr feuriges Temperament zeigten, musste sogar die Feuerwehr anrücken. Ob es Übermut war oder nur ein Versehen, das ist nicht abschließend geklärt: Jedenfalls wurde während der Vorführung Feueralarm per Druckknopf ausgelöst. Die Lauenförder Einsatzkräfte rückten kurz vor Mitternacht an. Sitzungspräsident Michael Buxton hatte den Saal sofort räumen lassen. Statt Samba-Rhythmen gab es für die Herren nun lautstarkes Sirenen-Geheul, denn eine der drei Lauenförder Sirene ist auf dem Dach des Bürgerzentrums platziert. Erst nach der Überprüfung der Räumlichkeiten durch die Einsatzkräfte konnte die Party fortgesetzt werden. Somit war der Fehlalarm zur Geisterstunde für die Feuerwehrkameraden ein eher überflüssiger Weckruf, während die Gäste nach der Frischluftkur die Party fortsetzen konnten. Beendet wurde der feurige Abend mit einer fetzigen Gesangseinlage durch die Beverunger Sängerin Claudia Preis, ehe mit DJ-Musik weitergefeiert wurde. Gut fünf Stunden dauerte das offizielle Programm Gut fünf Stunden dauerte das offizielle Programm der dritten Herrensitzung. Diese scheint ein Modell zu sein, das karnevalistisch zieht. „Innerhalb kürzester Zeit waren die 200 Karten für Sitzung ausverkauft. Mehr passen nicht in das Lauenförder Bürger- und Kulturzentrum“, erklärten die Organisatoren um Michael Buxton, Matthias Wessler, Markus Billeb, Thomas Garbe und Ludger Grone. Den Reigen der unterhaltsamen Programmpunkte eröffneten die Taktlosen, eine Lauenförder Percussiongruppe, die sich zur Premiere der Herrensitzung gegründet hatte und von Jahr zu Jahr besser den Takt findet. Angefeuert von den „kühlen Blonden“ und einem Sitzungspräsidenten, der sofort auf Betriebstemperatur ist, sorgten die Partygäste für eine ausgelassene Stimmung. Beim Programm gab es was für die Augen und auf die Ohren. So ganz ohne Damen läuft eine Herrensitzung eben doch nicht Tanzeinlagen zeigten die Tanzgarde „Sieburg Ahoi“ aus Bad Karlshafen, die SSV Dancer aus Würgassen und die Kolping-Tanzgarde. Denn so ganz ohne Damen läuft eine Herrensitzung eben doch nicht. Das Prinzenpaar des CVWB kam für eine Stippvisite vorbei und brachte das neue Tanzpaar Vivian und Emily mit. Die Freiwillige Feuerwehr Erkeln konnte mit einer Gesangs- und Showeinlage gefallen, als sie sich dem neuen Küchenwunder Thermomix widmete – zur Melodie vom Schnulzenklassiker „Ti amo“. Zwischendurch schallte immer wieder ein deftiges „Leck mich am A . . .“ durch den Raum, der Narrenruf der Herrensitzung. Der Stimmungsbarometer kletterte. Großen Anteil daran hatte der „dicke Mann mit dem Flokati“, wie sich Reiner Irrsinn alias Dirk Schaller aus Homberg bezeichnet. Zusammen mit den Sängerinnen Saskia Barth und Jutta Jelinek trieb er bei der Herrenrunde die Stimmung auf den Siedepunkt: Da blieb keiner mehr auf den Stühlen sitzen.

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