Lutz Meseck (Betriebsleiter Ölmühle; v. l.), Sebastian Baensch (Geschäftsführer), Gudrun Baensch (Geschäftsführerin), Werner Baensch (Gründer und Inhaber) sowie Architektin Susanne Krekeler. - © Ölmühle Solling
Lutz Meseck (Betriebsleiter Ölmühle; v. l.), Sebastian Baensch (Geschäftsführer), Gudrun Baensch (Geschäftsführerin), Werner Baensch (Gründer und Inhaber) sowie Architektin Susanne Krekeler. | © Ölmühle Solling

Boffzen Neuer Firmensitz für Ölmühle Solling

Das familiengeführte Bio-Unternehmen investiert einen mittleren einstelligen Millionenbetrag

Simone Flörke

Boffzen. Der Neubau wird nebenan errichtet: Direkt neben der Ölmühle Solling in Boffzen entsteht der neue Firmensitz auf einem 13.000 Quadratmeter großen Grundstück. Einen mittleren einstelligen Millionenbetrag investiert das familiengeführte Bio-Unternehmen mit derzeit 60 Mitarbeitern in die Errichtung von Produktion, Büros, Besucherzentrum mit Mühlenladen, Mühlengarten und Seminarräumen. Die Vorfreude wächst, sagt Geschäftsführerin Gudrun Baensch mit einem Lächeln beim Blick auf die fertigen Pläne. Im Frühjahr 2018 soll der Neubau fertig sein, dann kommt der Umzug. Finanziert wird das Projekt zum Großteil aus Eigenmitteln. Knapp zehn Jahre ist es her, dass die 1996 von Gudrun und Werner Baensch gegründete Ölmühle Solling von Bevern nach Boffzen umgezogen ist. Ein Ort, wo sie bleiben möchten, sagen die beiden Geschäftsführer Gudrun und Sebastian Baensch. „Es ist einfach gut hier. Und viele Mitarbeiter kommen aus der Region." Zwei Jahre reiften die Planungen, bevor es jetzt den ersten Spatenstich auf dem Areal gab. „Wir hatten uns vieles angeschaut", sagt Gudrun Baensch. Doch nach reiflicher Überlegung sei der Neubau die Lösung gewesen – weil man ihn nach den Bedürfnissen des Unternehmens und seiner Mitarbeiter gestalten, Wege und Logistik optimieren könne. Die Platzprobleme sollten ein Ende haben, deshalb sind viele Ideen in die Vorbereitung eingeflossen, dann wurde das Grundstück gekauft. Rund 35 Prozent der Kundschaft sind Privatleute Das einstöckige Besucherzentrum wird das Aushängeschild zur Straße hin. Es geht um Wohlfühlatmosphäre, sagen Mutter und Sohn. Die Besucher, die zu Führungen und Verkostungen kommen (rund 150 Führungen im Jahr; Tendenz steigend), sollten dort in einem Mühlengarten mit Hofcharakter, Ölpflanzen, Kräutern und Gewürzen ebenso verweilen können wie Touristen, Radfahrer und Wohnmobilisten. „Gerade diese Führungen und Beratungen sind uns sehr wichtig. Wir erklären unsere hochwertigen und gesunden Öle, informieren über ihren Einsatz in der Ernährung." Die Besucher reichten von Kindergärten über Studierende von Hochschulen und Ernährungsberater bis hin zu Hausfrauenvereinen oder Busgruppen bei Tagesausflügen, die oftmals Corvey und Fürstenberg mit einem Besuch der Ölmühle Solling verbinden würden. 35 Prozent der Kundschaft seien Privatleute, eben so viele kämen aus dem Bio-Bereich, die restlichen 30 Prozent aus dem Großhandel in Europa, aber auch bis Taiwan, erklärt Sebastian Baensch, der 2014 mit in die Geschäftsführung einstieg. Es gehe mit dem Neubau des Firmensitzes nicht um das klassische Expandieren. Die Ladenfläche oder das Sortiment würden deshalb nicht unbedingt enorm vergrößert: Stattdessen werde es mehr Angebote geben mit Verkostungen, Schaupresse, Seminaren und Schulungen. Es gehe nicht um Masse, sondern um Klasse, um Qualität und auftragsbezogen frisch hergestellte Produkte: Denn hinter einem aufgeschütteten Wall verbirgt sich die 3.600 Quadratmeter große Produktionshalle. »Es geht nicht um Masse, sondern um Klasse« Der Fokus liege dort auf der Investition ins Rohwarenlager mit moderner Lager- und Klimatechnik, so Baensch. Damit solle es künftig möglich sein, „heimische und exotische Ölsaaten und Nüsse selbst und erntefrisch unter idealen Bedingungen einzulagern". Das Credo: „Wir wollen uns in unserer speziellen Kompetenz als kleiner, kreativer Spezialist nachhaltig für die Zukunft aufstellen."

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