Der schwer verletzte Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber nach Göttingen geflogen. Symbolfoto - © dpa
Der schwer verletzte Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber nach Göttingen geflogen. Symbolfoto | © dpa

Fürstenberg Mann durch Polenböller schwer verletzt

40-Jähriger reißt sich Teile sämtliche Finger und des Daumens der linken Hand ab

Fürstenberg. Mitarbeiter eines Omnibusbetriebes an der Meinbrexer Straße in Fürstenberg schreckten am Donnerstag gegen 10.30 Uhr auf, als sie vom gegenüberliegenden öffentlichen Parkplatz den lauten Knall einer Detonation hörten. Wie die Ermittlungen der Polizei ergaben, hatte ein zu diesem Zeitpunkt alkoholisierter 40-Jähriger aus Fürstenberg mit einem illegalen sogenannten "Polenböller" herumhantiert. "Dabei handelt es sich um einen, keineswegs nur in Polen hergestellten Feuerwerkskörper, der aber nicht – wie die regulär in Deutschland zu erwerbenden Feuerwerkskörper – durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung geprüft wurde", so Burkhard Schramm vom Polizeikommissariat in Holzminden. Illegaler Knallkörper Diese Knallkörper, zum Teil in Polen regulär zugelassen, enthalten nicht nur Schwarzpulver, sondern sind auch mit einem viel stärkeren Blitzknallsatz gefüllt. Der Blitzknallsatz ist eine Substanz, die nach dem Anzünden viel schneller und heftiger reagiert als das hierzulande verwendete Schwarzpulver, und dadurch zu erheblichen Verletzungen führen kann. "Allerdings gibt es auch die illegalen, nicht geprüften Knallkörper, in denen sehr viel mehr Blitzknallsatz enthalten ist und die daher viel lauter und zerstörerischer sind", erläutert Schramm weiter. Vermutlich genau so ein Böller explodierte am Donnerstag, als er sich noch in der Hand des Mannes befand und riss diesem dabei Teile sämtlicher Finger und des Daumens der linken Hand ab. Ferner zog er sich eine schwere Augenverletzung zu. Aufgrund der Schwere der erlittenen Verletzungen wurde der Rettungshubschrauber Christoph 4 angefordert und der Verletzte umgehend in die Uniklinik Göttingen geflogen. Schwerste Verletzungen an der Hand Zwar bestätigte sich der erste Verdacht eines durch ihn selbstgebauten Sprengkörpers zunächst nicht, allerdings wird trotzdem gegen den Mann ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet, da es sich hierbei um einen illegalen Knallkörper handelt. Das Gesetz sieht hierfür eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Die Ermittlungen dauern derzeit noch an.

realisiert durch evolver group