Bevern Bedarf an Holz übersteigt bald das Angebot

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann spricht mit der Egger-Geschäftsführung in Bevern

Bevern (nw). So hoch wie die Rohstoff-Berge für die Holzfaserherstellung auf dem Firmengelände türmen sich die Probleme der Firma Egger in Bevern noch nicht. Doch die verstärkte Nachfrage nach Holz wird nach Einschätzung von Klaus Riedmüller, dem Technischen Leiter, den Kostendruck weiter erhöhen.

"Es gibt inzwischen einen großen Konkurrenzkampf um den Rohstoff Holz", erklärte Riedmüller im Gespräch mit Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann. Die Einschätzung von Riedmüller deckt sich mit einer Untersuchung von Forschern am bundeseigenen Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut (vTI) in Hamburg. Weil die "heimische Ressource Holz" als Rohstoff und Energieträger immer begehrter wird, könnten bald mindestens 30 Millionen Kubikmeter mehr Holz nachgefragt werden, als der Markt hergebe. Dies ergab eine Befragung der Forscher, der zufolge die Holzwirtschaft ihren Bedarf bis 2020 auf rund 160 Millionen Kubikmeter schätzt. Dem stünden dann aber nur 130 Millionen Kubikmeter Holz gegenüber.

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Zusätzlich "angeheizt" wird der Holzbedarf auch durch den Verbrauch von Holzschnitzel zur Wärmegewinnung im privaten Bereich.Und die Nachfrage könnte weiter steigen. Denn ab 2020 soll die Energie zu 20 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommen, zu denen Biomasse und somit auch Holz zählt.

Auch bei Egger in Bevern gibt es Überlegungen, einen Teil der Energieversorgung zukünftig mit Biomasse zu sichern. Denn der Strom- und Gasanteil beträgt hier derzeit 25 Prozent der Energiekosten. In diesem Zusammenhang erklärt Geschäftsführer Raimund Hagspiel seine Sichtweise:"Die Energiewende darf man nicht dem Wildwuchs überlassen, sonst wird es zu einer Standortfrage." Denn das Werk in Bevern mit seinen 60 Mitarbeitern ist die Schnittstelle zwischen Rohstoffmarkt und Absatzmarkt.

Bei einer Produktionskapazität von 46.000 Kubikmetern werden rund 100.000 Quadratmeter sogenannte "Mitteldichte Faserplatten (MDF)" hergestellt. Seit 2004 kommt die MDF-Trockenbeleimung zum Einsatz, was eine Verringerung der Emissionen sowie die Verringerung des Bindemittelbedarfes gegenüber dem herkömmlichen Klebeverfahren ermöglicht. Das Projekt "Trockenbeleimung" wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. "Wir leben und arbeiten hier und wollen allein schon deshalb die Umwelt nicht kaputt machen", macht Geschäftsführer Hagspiel auch die Firmenphilosophie des Egger-Stammhauses in Tirol deutlich.

Im weiteren Verlauf des Gespräches mit Innenminister Schünemann verwies Betriebsleiter Riedmüller auf die Bedeutung einer gesicherten Logistik für das Werk in Bevern hin: "Wir bekommen unser Holz aus dem Umkreis von rund 200 Kilometern". Zudem verzeichne das Werk eine verstärkte Kundenentwicklung in Richtung Osten, ergänzt Geschäftsführer Hagspiel und verweist auf das "Problem Verkehrsanbindung".

Hierzu machte Schünemann einmal mehr die Unterstützung der Landesgremien deutlich. "Unser Augenmerk liegt klar auf dem weiteren Ausbau der B64 und der B240." Bis dahin will Egger mit dem Ankauf von zwei Grundstücken für eine neue und umweltschonende Zufahrt auf das Firmengelände sorgen.
      

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