Auf dieser 60 Hektar großen Fläche westlich von Haarbrück könnte eine Windkraftanlage entstehen. - © FOTO: TORSTEN WEGENER / MONTAGE: THOMAS GRUNDMANN
Auf dieser 60 Hektar großen Fläche westlich von Haarbrück könnte eine Windkraftanlage entstehen. | © FOTO: TORSTEN WEGENER / MONTAGE: THOMAS GRUNDMANN

Beverungen Windräder für Haarbrück

Gutachter ermitteln mögliche Standorte für zwei weitere Windkraftanlagen

Beverungen. 30 Windkraftanlagen stehen aktuell auf Flächen innerhalb der Kommune Beverungen. Nach einer aktuellen Windenergie-Flächenpotenzialanalyse gibt es im Bereich der Ortschaft Haarbrück zwei weitere Flächen, die für Windkraftanlagen geeignet wären. Ein 60 Hektar großes Areal westlich von Haarbrück ist im Rat der Stadt Beverungen bereits vorgestellt worden. Für die zweite Fläche, die östlich von Haarbrück liegen soll, sind die Auswertungen noch nicht so weit, dass sie vorgestellt werden konnten.

Die zehn Städte des Kreises Höxter hatten sich dazu entschlossen, gemeinsam das Gutachterbüro Enveco aus Münster zu beauftragen, weitere geeignete Flächen für die Realisierung von Windenergieprojekten im Kreisgebiet ausfindig zu machen. Ziel dieser Untersuchungen war es, Basisinformationen für die Ermittlung möglicher neuer Windenergie-Eignungsgebiete zu erarbeiten. Auf Basis dieser Ergebnisse ist dann in einem "Abschichtungsverfahren" ermittelt worden, welche Flächen sich für die Aufnahme in einem Flächennutzungsplan-Änderungsverfahren eignen. Nun gibt es erste Ergebnisse.

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Die Informationen waren noch so frisch, dass auch die Ratsmitglieder in der Sitzung zum ersten Mal von dem Gebiet Kenntnis nahmen. Zahlreiche Anlieger und Grundstückseigentümer aus Haarbrück und Jakobsberg haben gespannt auf die Vorstellung im Rat gewartet.

Auf Nachfrage von Ratsmitglied Günther Spieker erklärte Bürgermeister Christian Haase, dass man sich dafür entschieden habe, zuerst im Rat die Planungen vorzustellen, bevor die Gespräche mit den Grundstückseigentümer aufgenommen werden. "Denn der Rat hat die Planungshoheit. Sollte hier bereits die Entscheidung fallen, dass wir keine weitere Anlagen wollen, dann brauchen wir auch nicht die Gespräche mit den Eigentümern aufnehmen", sagte Haase.

Die zehn Städte des Kreises Höxter haben das Gutachten in Auftrag gegeben, um die Wertschöpfung in der jeweiligen Region zu halten. "Während bisher die Projektierung überwiegend von Fachbüros außerhalb des Kreises vorgenommen wurden, wollen wir uns nun selber darum kümmern", sagte Haase.

Deswegen wird eine Projektgesellschaft aus den Stadtwerken Steinheim, Bad Driburg, Warburg, Borgentreich, Beverungen, Brakel und der GWH Höxter gegründet, die sich um die Planungen kümmert. Bürgergenossenschaften sollen dafür sorgen, dass die Bürger vor Ort von der Anlage profitieren.

Kriterium für die Auswahl der Flächen war eine Mindestgebietsgröße der Potenzialflächen von 30 Hektar oder ein Flächenpotenzial für mindestens drei Windenergieanlagen. Weitere Parameter lagen dem Windenergieerlass NRW 2011 zugrunde. Die wesentlichen Parameter für die Windkraftanlagen sind eine Gesamthöhe von 150 Meter und ein Rotorradius von 50 Meter.

Für die 60 Hektar große Fläche bei Haarbrück, von wo aus ein hervorragender Blick auf den Desenberg im Süden und den Köterberg im Norden gegeben ist, sind vier Anlagen nach ersten Berechnungen vorgesehen. Der Rat hat einstimmig beschlossen, ein Änderungsverfahren für den Flächennutzungsplan einzuleiten. Als nächstes stehen nun eine Bürgerversammlung in Haarbrück und eine Artenschutzanalyse auf dem Programm. Das zweite Gebiet, östlich von Haarbrück, soll in der Ratssitzung, am Dienstag, 11. Dezember, vorgestellt werden.

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